Mitarbeiter Direktvertrieb / Lokalvertrieb Außendienst
Mitarbeiter im Direktvertrieb besuchen Privat- oder Gewerbekunden ohne vorherige Terminvereinbarung oder nach kurzer Anbahnung direkt vor Ort und schließen im Gespräch ab. Die Arbeit ist reine Neukundengewinnung in einem festen lokalen Gebiet, meist mit hohem Provisionsanteil.
19 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Mitarbeiter Direktvertrieb / Lokalvertrieb Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.000 € | 2.600 € | 3.400 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.500 € | 5.000 € | 42.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 5.000 € | 8.000 € | 60.000 € |
Die Werte gelten für übliche, nicht für volle Zielerreichung. Einen Tarifvertrag gibt es in diesem Feld praktisch nicht; der Festanteil liegt bei Anstellungsverhältnissen meist zwischen dem Mindestlohn und etwa 2.200 Euro, bei selbstständigen Handelsvertretern nach Paragraf 84 HGB entfällt er ganz und das Einkommen besteht vollständig aus Provision. Entscheidend sind Produkt, Provisionshöhe je Abschluss, Kaufkraft und Bebauungsdichte des Gebiets sowie die Stornoquote, die bereits ausgezahlte Provisionen zurückholen kann.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Mitarbeiter im Direktvertrieb?
Der Direktvertrieb bringt das Produkt ohne Umweg über Handel oder Innendienst zum Kunden. Ein Mitarbeiter im Lokalvertrieb bekommt ein geografisch abgegrenztes Gebiet zugewiesen, oft nur wenige Straßenzüge, Ortsteile oder ein Gewerbegebiet, und arbeitet dieses systematisch ab. Typische Produkte sind Glasfaser- und Telekommunikationsanschlüsse, Strom- und Gastarife, Zeitungsabonnements, Photovoltaik, Versicherungen sowie Verbrauchsartikel und Dienstleistungen für Kleingewerbe.
Der Tag besteht aus Kontaktversuchen. Klingeln, ansprechen, in wenigen Sätzen erklären, worum es geht, Bedarf abfragen, rechnen, und wenn möglich sofort unterschreiben lassen. Der Abschluss fällt in der Regel im ersten Gespräch oder gar nicht. Dazwischen liegen Wege zu Fuß oder mit dem Auto, Dokumentation im Tablet oder in der Vertriebs-App und Rückfragen an die Auftragsabwicklung. Viele Einsätze finden am späten Nachmittag und frühen Abend statt, weil Privatkunden dann erreichbar sind. Bei Gewerbekunden verschiebt sich das in den Vormittag. Häufig arbeiten mehrere Kollegen als Team im selben Ort, koordiniert von einem Teamleiter, der morgens die Route verteilt und abends die Zahlen abfragt.
Wie wird man Mitarbeiter im Direktvertrieb?
Es gibt keine vorgeschriebene Ausbildung. Die meisten Anbieter stellen Quereinsteiger ein und schulen selbst, oft in wenigen Tagen Produkttraining, danach Begleitung durch einen erfahrenen Kollegen im Gebiet. Wer aus Gastronomie, Einzelhandel, Handwerk oder Pflege kommt, bringt mit dem Umgang mit Menschen die wichtigste Grundlage mit. Für den Vertrieb von Finanz- und Versicherungsprodukten oder Energieverträgen sind Sachkundenachweise nach der Gewerbeordnung erforderlich, ebenso ein Führungszeugnis. Ein Teil der Stellen wird nicht in Anstellung, sondern als selbstständige Handelsvertretung nach Paragraf 84 HGB vergeben. Dieser Unterschied entscheidet über Sozialversicherung, Urlaub und Absicherung und sollte vor Vertragsunterschrift geklärt sein.
Was der Beruf verlangt
Direktvertrieb ist der Bereich mit der höchsten Ablehnungsquote im gesamten Verkauf. Auf einen Abschluss kommen je nach Produkt zwanzig bis fünfzig erfolglose Kontakte, viele davon unfreundlich. Wer das persönlich nimmt, hält keine Woche durch. Gearbeitet wird bei jedem Wetter, im Stehen, mit langen Fußwegen, häufig samstags und regelmäßig bis in den Abend. Der Zieldruck ist unmittelbar spürbar, weil das Einkommen überwiegend an Abschlüssen hängt und Tagesergebnisse offen im Team besprochen werden. Die Fluktuation in der Branche ist entsprechend hoch, ein erheblicher Teil der Neueinsteiger steigt im ersten halben Jahr wieder aus. Gefordert sind außerdem Disziplin ohne Aufsicht, saubere Dokumentation und ein korrekter Umgang mit Widerrufsrechten, denn Storno- und Widerrufsquoten werden ausgewertet und schmälern die Provision.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Wellen sogar hoch, etwa beim Glasfaserausbau, bei Wärmepumpen und Photovoltaik, wo ganze Gemeinden gebietsweise erschlossen werden. Wer die ersten Monate übersteht und konstant abschließt, wird schnell gebraucht. Der übliche Entwicklungsweg führt zum Teamleiter mit eigener Mannschaft, zum Gebiets- oder Regionalleiter oder zur eigenen Vertriebsagentur mit mehreren Untervertretern. Ein anderer verbreiteter Weg ist der Wechsel in den beratungsintensiveren Außendienst mit Terminvorlauf, in den Key-Account-Bereich oder in den Innendienst, wo die Abschlusssicherheit aus dem Direktvertrieb hoch angesehen ist.
Aufgaben
- Zugewiesenes Gebiet systematisch nach Straßen oder Betrieben abarbeiten
- Privat- oder Gewerbekunden ohne Termin ansprechen und Bedarf ermitteln
- Tarife und Angebote vor Ort berechnen und verständlich erklären
- Verträge direkt im Gespräch abschließen und digital erfassen
- Widerrufsfristen und Vertragsunterlagen korrekt dokumentieren
- Tages- und Wochenergebnisse an die Teamleitung melden
- Bei Rückfragen und Storno-Nachfassaktionen erneut Kontakt aufnehmen
- An Produktschulungen und Teambesprechungen teilnehmen
Voraussetzungen
- Kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
- Führerschein Klasse B, häufig eigener Pkw in der Anfangszeit
- Belastbarkeit gegenüber häufiger Ablehnung und hohem Zieldruck
- Körperliche Fitness für lange Wege im Stehen bei jedem Wetter
- Bereitschaft zu Abend- und Samstagseinsätzen
- Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung bei Versicherungs- und Finanzprodukten
- Einwandfreies Führungszeugnis, bei manchen Auftraggebern Schufa-Auskunft
Wo man arbeitet
- Vertriebsgesellschaften und Vertriebspartner von Telekommunikationsanbietern
- Energieversorger und deren beauftragte Vertriebsagenturen
- Direktvertriebsunternehmen für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen
- Versicherungs- und Finanzvertriebe
- Solar- und Gebäudetechnikanbieter
- Verlage mit eigenem Abonnentenwerbedienst
Der Weg in den Beruf
Ein anerkannter Ausbildungsberuf existiert nicht, der Einstieg erfolgt in der Regel als Quereinstieg mit interner Produktschulung von wenigen Tagen und anschließender Begleitung im Gebiet. Eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Einzelhandel oder Kaufmann für Dialogmarketing, erleichtert den Zugang zu besser bezahlten Stellen. Für Energie-, Versicherungs- und Finanzprodukte ist zusätzlich ein Sachkundenachweis nach Paragraf 34d oder 34f Gewerbeordnung notwendig.
Offene Stellen als Mitarbeiter Direktvertrieb / Lokalvertrieb Außendienst
In der Suche fortsetzenVerwandte Berufe
Vertriebsmitarbeiter Außendienst
Vertriebsmitarbeiter im Außendienst betreuen Kunden vor Ort in einem festen Gebiet, gewinnen neue Kunden und verkaufen Produkte oder Dienstleistungen im persönlichen Gespräch. Der Arbeitsplatz ist überwiegend das Auto und der Kundenbetrieb, nicht das Büro.
- Offene Stellen
- 32
- Monatsbrutto
- 2.900 – 7.000 €
Bewerbung und Einstieg
- Rollenspiel, Case und der Stift: das Vorstellungsgespräch im Vertrieb Vertriebsgespräche laufen anders als andere Vorstellungsgespräche. Was Rollenspiel, Fallau...
- Der Lebenslauf im Vertrieb: welche Zahlen hineingehören Vertriebslebensläufe werden nach Größenordnungen gelesen. Welche Zahlen Sie nennen sollten...
- Das Anschreiben auf eine Vertriebsstelle Im Vertrieb ist das Anschreiben zugleich eine Arbeitsprobe: Wer hier nicht auf den Punkt k...