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Vertriebsinnendienst

Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst

Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst betreuen Kunden vom Schreibtisch aus: Angebote erstellen, Aufträge erfassen, Liefertermine klären und den Außendienst mit Zahlen und Unterlagen versorgen. Der Beruf arbeitet überwiegend am Bestand statt an der Neukundengewinnung.

22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Im Innendienst ist der Festanteil hoch, meist 85 bis 100 Prozent; variable Anteile sind oft Team- oder Unternehmensprämien statt Einzelprovision. Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der chemischen Industrie liegen die Werte deutlich über denen kleiner Handelsbetriebe ohne Tarif, technischer Innendienst mit Erklärungsbedarf wird besser bezahlt als reine Auftragsabwicklung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst?

Der Vertriebsinnendienst ist die Stelle, an der Kundenkontakt und Abwicklung zusammenlaufen. Ein Arbeitstag besteht aus Anfragen, die per Telefon, Mail oder Portal eingehen, aus Angeboten, die kalkuliert und nachverfolgt werden, und aus Aufträgen, die im ERP-System erfasst, geprüft und terminiert werden. Dazu kommen Rückfragen zu Lieferzeiten, Preisen, Konditionen und Reklamationen. Wer im Innendienst arbeitet, kennt die eigenen Kunden meist über Jahre, ohne sie je gesehen zu haben.

Die Rolle arbeitet nach innen, aber nicht ohne Verkaufsverantwortung. In vielen Betrieben verkauft der Innendienst selbst: Nachbestellungen aktiv abfragen, Ersatzartikel anbieten, bei auslaufenden Rahmenverträgen nachfassen. Ein zweiter großer Teil ist die Zusammenarbeit mit dem Außendienst. Der Innendienst bereitet Besuchstermine vor, hält Umsatzlisten und offene Angebote nach, pflegt das CRM und übernimmt die Nacharbeit nach Kundengesprächen. Wie stark der Anteil an eigenem Verkauf ist, unterscheidet sich von Firma zu Firma erheblich und lohnt eine Frage im Bewerbungsgespräch.

Wie wird man Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst?

Der klassische Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Büromanagement. Auch technische Ausbildungen mit kaufmännischer Weiterbildung führen in die Rolle, besonders im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und bei technischen Händlern, wo Produktverständnis wichtiger ist als kaufmännische Feinheit.

Der Innendienst ist eine der wichtigsten Einstiegstüren für Quereinsteiger in den Vertrieb. Wer im Einzelhandel, in der Gastronomie oder in der Pflege gelernt hat, mit Menschen und mit Druck umzugehen, findet hier häufig eine Chance, oft nach einer Einarbeitung von einigen Monaten. Erwartet werden dann sichere Ausdrucksweise am Telefon und in Schriftform, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich in Artikelstämme, Preislogiken und ein ERP-System einzuarbeiten. Englisch ist bei exportierenden Betrieben Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Der Arbeitstag ist stark fremdgesteuert. Das Telefon klingelt, während ein Angebot halb fertig ist, Mails stapeln sich, Liefertermine verschieben sich und der Kunde erfährt es zuerst vom Innendienst. Wer geordnetes Abarbeiten braucht, tut sich schwer. Reklamationen und verärgerte Anrufer gehören dazu, ohne dass die Ursache im eigenen Bereich liegt. Zum Monats- und Quartalsende steigt die Last, weil Aufträge noch gebucht werden müssen.

Die Arbeitszeiten sind dafür berechenbar: feste Servicezeiten, kaum Reisen, in vielen Betrieben Gleitzeit und teilweise Homeoffice. Zieldruck existiert, ist aber meist schwächer und stärker teambezogen als im Außendienst. Wer Umsatzverantwortung mit eigenem Namen sucht, wird sie hier nur eingeschränkt finden.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und breit über Industrie, Handel und Dienstleistung verteilt. Routineerfassung wird zunehmend durch Kundenportale und EDI automatisiert, wodurch sich die Rolle in Richtung Beratung, Kalkulation und Betreuung anspruchsvoller Kunden verschiebt. Entwicklungswege führen zum Key-Account-Innendienst, zur Teamleitung, in die Auftragsabwicklung oder Angebotskalkulation. Ein häufiger Schritt ist der Wechsel in den Außendienst: Wer die Produkte und den Kundenstamm bereits kennt, hat dort einen deutlichen Startvorteil.

Aufgaben

  • Kundenanfragen per Telefon, Mail und Portal bearbeiten
  • Angebote kalkulieren, erstellen und telefonisch nachfassen
  • Aufträge im ERP-System erfassen, prüfen und terminieren
  • Liefertermine mit Produktion, Lager und Logistik abstimmen
  • Reklamationen aufnehmen und Lösungen mit dem Kunden klären
  • Außendienst mit Umsatzauswertungen und Besuchsvorbereitung unterstützen
  • CRM-Daten, Preislisten und Konditionen pflegen
  • Bestandskunden auf Nachbestellungen und Zusatzartikel ansprechen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Praxiserfahrung, Quereinstieg möglich
  • Sicheres Auftreten am Telefon und klare schriftliche Ausdrucksweise
  • Sorgfalt bei Preisen, Mengen und Terminen
  • Routine mit ERP- und CRM-Systemen sowie Tabellenkalkulation
  • Belastbarkeit bei parallelen Anfragen und in Monatsendphasen
  • Englischkenntnisse bei international tätigen Betrieben

Wo man arbeitet

  • Industriebetriebe mit eigenem Vertrieb
  • Technische Groß- und Fachhändler
  • Hersteller von Konsum- und Investitionsgütern
  • Dienstleistungsunternehmen mit Vertragsgeschäft
  • Vertriebsniederlassungen und Zentralen mit Homeoffice-Anteil

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinsteiger mit Verkaufs- oder Serviceerfahrung werden häufig direkt eingestellt und in drei bis sechs Monaten am Arbeitsplatz eingearbeitet. Weiterqualifizierung erfolgt über Fachwirt-Abschlüsse oder produktbezogene Schulungen des Arbeitgebers.

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