Was macht ein Mitarbeiter Inside Sales?
Inside Sales ist Verkauf ohne Reisetätigkeit. Der Arbeitstag beginnt meist mit der Mailbox und dem CRM-System: Anfragen aus dem Webshop, Rückfragen zu offenen Angeboten, Nachfassaufgaben, die für heute terminiert sind. Danach wird telefoniert. Mitarbeiter im Inside Sales klären technische oder kaufmännische Details, kalkulieren Preise innerhalb ihres Rahmens, schreiben Angebote und rufen nach einigen Tagen erneut an, um den Auftrag zu holen.
Der Schwerpunkt liegt in den meisten Unternehmen auf der Betreuung bestehender Kunden, häufig auf einem festen Bestand kleinerer und mittlerer Abnehmer, für die kein Außendienstbesuch wirtschaftlich wäre. Dazu kommt Cross- und Upselling, das Reaktivieren inaktiver Kunden und in manchen Häusern auch die Bearbeitung eingehender Leads aus dem Marketing. Wer im Tandem mit dem Außendienst arbeitet, übernimmt Terminvorbereitung, Preisprüfung und die komplette Nachbearbeitung von Besuchen. Anders als der klassische Innendienst hat Inside Sales dabei eigene Umsatzziele und ruft aktiv heraus, statt nur auf Anfragen zu reagieren.
Dazu gehören Aufgaben, die weniger sichtbar sind: Stammdaten pflegen, Lieferzeiten mit Logistik und Einkauf abstimmen, Reklamationen aufnehmen, Forecast-Listen aktuell halten. Ein guter Teil der Arbeit ist Dokumentation, weil im CRM stehen muss, was besprochen wurde.
Wie wird man Mitarbeiter Inside Sales?
Der häufigste Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann im E-Commerce. In technischen Branchen sind auch gelernte Handwerker und Techniker gefragt, die sich das Kaufmännische im Betrieb aneignen. Der Quereinstieg ist realistisch und verbreitet: Wer aus dem Einzelhandel, aus Callcentern, aus der Gastronomie oder aus Servicerollen kommt und am Telefon sicher wirkt, wird eingestellt und über eine Einarbeitung von einigen Wochen bis Monaten aufs Produkt geschult. Ein Studium ist keine Voraussetzung, bei erklärungsbedürftigen Investitionsgütern oder Software aber häufig gewünscht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist sesshaft und stark durch Zahlen geführt. Gemessen werden Anrufe, Angebotsquoten, Umsatz pro Kunde, teils auch Gesprächsdauer. Wer Zieldruck schlecht verträgt, wird damit Mühe haben, besonders in Unternehmen mit monatlicher Zielabrechnung. Telefonieren über Stunden ermüdet, und ein Teil der Gespräche endet in Ablehnung, auch bei Bestandskunden.
Die Arbeitszeiten sind gegenüber dem Außendienst geregelt, meist innerhalb der Kernzeiten von Montag bis Freitag, im Handel mit erweiterten Servicezeiten und Rufbereitschaften am Rand. Homeoffice ist in vielen Betrieben zumindest teilweise möglich. Belastend ist eher die Gleichzeitigkeit: eingehende Anrufe, offene Mails und die eigene Kaltakquise konkurrieren um denselben Tag. Wer sich nicht selbst strukturiert, arbeitet nur reaktiv und verpasst die Ziele. In Teams mit reiner Neukundenakquise am Telefon ist die Fluktuation hoch.
Aussichten
Die Nachfrage steigt, weil Unternehmen Vertriebskosten senken und kleinere Kunden vom Außendienst in den Inside Sales verlagern. Video- und Telefonberatung sind seit einigen Jahren akzeptiert, was die Rolle aufgewertet hat. Typische Entwicklungswege führen in den Außendienst, in die Teamleitung Inside Sales, in das Key-Account-Management oder in die Vertriebsinnendienstleitung. Wer sich in einem Produktsegment tief auskennt, wechselt oft in technische Vertriebsunterstützung oder ins Produktmanagement.