Quereinsteiger Vertrieb
Quereinsteiger im Vertrieb übernehmen Verkaufsaufgaben ohne kaufmännische Ausbildung im Lebenslauf – meist im Außendienst, im telefonischen Verkauf oder in der Kundenbetreuung. Der Einstieg erfolgt über Einarbeitung im Betrieb statt über einen Abschluss.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Quereinsteiger Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.800 € | 3.600 € | 33.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.700 € | 4.900 € | 44.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.700 € | 6.500 € | 56.400 € |
Die Werte sind Gesamtgehalt bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung; ausgeschriebene Zahlen liegen oft deutlich höher, weil sie 100 Prozent Provision unterstellen. Der feste Anteil liegt bei Anstellungen meist zwischen 60 und 80 Prozent, in Direktvertrieb und Finanzvermittlung häufig bei null – dort wird ausschließlich auf Provision gearbeitet, teils als selbstständiger Handelsvertreter ohne Fixum.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Quereinsteiger im Vertrieb?
"Quereinsteiger Vertrieb" ist kein eigener Beruf, sondern eine Einstiegsform. Ausgeschrieben werden solche Stellen dort, wo Unternehmen Verkaufstalent und Branchenkenntnis höher gewichten als ein kaufmännisches Zeugnis: im Direktvertrieb an Privathaushalte, im Verkauf von Versicherungen und Finanzprodukten, im telefonischen Neukundengeschäft, im Außendienst für technische Produkte oder in der Kundenbetreuung im Innendienst.
Der Alltag hängt von der Rolle ab. Wer nach außen arbeitet, plant Termine im eigenen Gebiet, fährt zu Kunden, führt Bedarfsgespräche, erstellt Angebote und dokumentiert alles im CRM-System. Wer nach innen arbeitet, telefoniert Listen ab, qualifiziert Anfragen, rechnet Angebote und übergibt Termine an den Außendienst. Fast immer geht es zu Beginn um Neukundengewinnung, weil bestehende Kundenbestände in der Regel bei erfahrenen Kollegen liegen. Wer aus Handwerk, Gastronomie, Pflege oder Einzelhandel kommt, bringt oft genau das mit, was zählt: Erfahrung im direkten Umgang mit Menschen und ein Gespür dafür, wann ein Gespräch kippt.
Wie wird man Quereinsteiger im Vertrieb?
Eine formale Ausbildung ist für diese Stellen nicht vorgesehen – das ist ihr Sinn. Verlangt wird meist ein Schulabschluss, verhandlungssicheres Deutsch und je nach Aufgabe ein Führerschein der Klasse B. Die Einarbeitung findet im Betrieb statt: Produktschulungen, Mitfahrten mit erfahrenen Verkäufern, Gesprächsleitfäden, Verkaufstrainings. Sie dauert je nach Produkt einige Wochen bis mehrere Monate.
In regulierten Bereichen kommt ein Sachkundenachweis hinzu. Für den Verkauf von Versicherungen ist die Prüfung zum Versicherungsfachmann nach § 34d Gewerbeordnung nötig, für Finanzanlagen die Sachkunde nach § 34f. Beides lässt sich berufsbegleitend erwerben, oft finanziert der Arbeitgeber. Wer längerfristig plant, kann später einen Abschluss als Fachwirt für Vertrieb oder eine Weiterbildung im Key-Account-Management anschließen.
Was der Beruf verlangt
Quereinsteigerstellen sind häufig die Stellen mit dem höchsten Druck und der höchsten Fluktuation im Vertrieb. Wer neu anfängt, arbeitet meist auf Kaltakquise, und dort liegt die Absagequote hoch. Ein großer Teil der Einsteiger ist innerhalb des ersten Jahres wieder weg. Zielvorgaben werden monatlich oder quartalsweise gemessen, in manchen Häusern wöchentlich.
Zu prüfen ist außerdem die Vertragsform. Ein Teil der Angebote – besonders im Direktvertrieb und in der Finanzbranche – sind keine Anstellungen, sondern Handelsvertreterverträge auf reine Provision, ohne Fixum und ohne Sozialversicherung durch den Auftraggeber. Im Außendienst kommen Reisezeiten und Übernachtungen dazu, im Direktvertrieb an Privatkunden auch Abend- und Samstagstermine.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil hoch, weil Vertriebsstellen dauerhaft schwer zu besetzen sind und viele Arbeitgeber deshalb bewusst ohne Abschlussanforderung suchen. Wer die ersten zwei Jahre durchhält und Zahlen liefert, hat gute Wege nach oben: von der Akquise in die Betreuung eines eigenen Kundenbestands, von dort ins Key-Account-Management oder in die Teamleitung. Nach drei bis fünf Jahren nachweisbarer Vertriebserfolge fragt kaum ein Arbeitgeber noch nach dem ursprünglichen Beruf.
Aufgaben
- Neukunden telefonisch oder persönlich ansprechen
- Termine im zugewiesenen Gebiet planen und durchführen
- Bedarf im Kundengespräch ermitteln und Produkte vorstellen
- Angebote erstellen und nachverfolgen
- Kontakte, Gespräche und Abschlüsse im CRM dokumentieren
- An Produktschulungen und Verkaufstrainings teilnehmen
- Monats- und Quartalsziele mit der Führungskraft besprechen
Voraussetzungen
- Schulabschluss, kaufmännische Ausbildung nicht erforderlich
- Sicheres Deutsch in Wort und Schrift
- Führerschein Klasse B für Außendiensttätigkeiten
- Bereitschaft zu Kaltakquise und Umgang mit häufigen Absagen
- Belastbarkeit unter monatlichen Zielvorgaben
- Je nach Branche Sachkundenachweis nach § 34d oder § 34f GewO
Wo man arbeitet
- Vertriebsorganisationen von Versicherern und Finanzdienstleistern
- Direktvertriebsunternehmen im Privatkundengeschäft
- Call- und Sales-Center
- Groß- und Fachhandel mit eigenem Außendienst
- Energie- und Telekommunikationsanbieter
- Industriebetriebe mit erklärungsbedürftigen Produkten
Der Weg in den Beruf
Der Einstieg erfolgt ohne festgelegte Ausbildung über eine betriebliche Einarbeitung von einigen Wochen bis mehreren Monaten, bestehend aus Produktschulung, Mitfahrten und Verkaufstraining. In regulierten Branchen ist berufsbegleitend eine Sachkundeprüfung bei der IHK zu absolvieren, etwa zum Versicherungsfachmann. Später möglich sind Abschlüsse wie Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder geprüfter Verkaufsleiter.
Offene Stellen als Quereinsteiger Vertrieb
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- Offene Stellen
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- 2.800 – 6.800 €
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