Trainee Finanzberater
Trainee Finanzberater ist der strukturierte Einstieg in den Finanz- und Versicherungsvertrieb: Man lernt Produkte, Beratungsprozess und Akquise kennen und baut parallel unter Anleitung einen eigenen Kundenbestand auf.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Trainee Finanzberater verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.000 € | 2.600 € | 3.400 € | 31.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 4.300 € | 6.500 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 6.800 € | 12.000 € | 81.600 € |
In der Traineephase besteht das Einkommen meist aus einem befristeten Fixum oder einer Provisionsgarantie von etwa 1.800 bis 2.800 Euro monatlich, ergänzt um erste Abschlussprovisionen; nach der Übernahme sinkt der feste Anteil oft auf null bis vierzig Prozent, bei angestellten Bankberatern nach Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder TVöD-S bleibt er hoch. Entscheidend für das späteren Einkommen sind Bestandsübernahme, Sparte und Zielerreichung - die genannten Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Trainee Finanzberater?
Ein Trainee Finanzberater arbeitet von Anfang an nach außen, also am Kunden - nur mit engerer Begleitung als ein fertiger Berater. Der Alltag besteht aus drei Blöcken: Ausbildung, Terminvorbereitung und Beratungsgespräche. In den ersten Monaten geht es um Produktwissen zu Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Sachversicherungen, Bausparen, Baufinanzierung und Investmentfonds sowie um die Vorschriften, die dahinterstehen. Parallel begleitet der Trainee einen erfahrenen Berater zu Terminen, protokolliert, übernimmt Gesprächsteile und führt später eigene Gespräche, bei denen der Ausbilder mithört.
Der zweite große Teil ist die Terminbeschaffung. Wer im Finanzvertrieb einsteigt, gewinnt in der Regel selbst Kunden: über Empfehlungen, Telefonakquise, Kooperationen, Messen, Hochschulen oder Bestandsempfehlungen aus der Agentur. Bei angestellten Trainees in Banken oder Versicherungsdirektionen kommt ein Teil der Termine aus dem Bestand, bei Finanzvertrieben und Maklerorganisationen ist Eigenakquise der Normalfall. Dazu kommt Dokumentation: Beratungsprotokolle, Bedarfsanalysen, Anträge, Nachbearbeitung im CRM.
Wie wird man Trainee Finanzberater?
Es gibt keinen geschützten Zugang. Übliche Voraussetzung ist ein wirtschaftsnahes Studium, eine kaufmännische Ausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Quereinsteiger aus Handel, Handwerk, Gastronomie oder Pflege werden häufig genommen, wenn Auftreten und Gesprächssicherheit stimmen - der Anteil an Quereinsteigern ist in diesem Beruf hoch. Fachlich zwingend sind die gewerberechtlichen Nachweise: die Sachkundeprüfung nach § 34d GewO für Versicherungen, § 34f für Finanzanlagen, § 34i für Immobiliardarlehen. Diese Prüfungen legen Trainees meist im ersten Jahr ab, das Unternehmen zahlt und stellt frei. Das Traineeprogramm dauert üblicherweise zwölf bis vierundzwanzig Monate und endet mit der Übernahme als Finanzberater oder Agenturnachfolger.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist von Beginn an zielgebunden. Gemessen werden Termine pro Woche, Beratungen, abgeschlossene Verträge und Bewertungssumme. Wer über Monate keine Termine bekommt, hält sich nicht. Die Fluktuation in den ersten zwei Jahren ist im Finanzvertrieb hoch, besonders dort, wo das Fixum niedrig oder zeitlich begrenzt ist. Kundentermine liegen abends und samstags, weil Berufstätige dann Zeit haben. Reisezeit im eigenen Gebiet, Arbeit im Wohnzimmer des Kunden und regelmäßige Schulungswochenenden gehören dazu.
Schwer fällt vielen die Akquise im eigenen Umfeld, die manche Vertriebe zu Beginn erwarten, und der Umgang mit Ablehnung: Absagequoten von achtzig Prozent und mehr sind bei Kaltakquise normal. Ebenso unterschätzt wird der Umfang der Regulierung - Beratung ohne saubere Dokumentation ist haftungsrelevant, auch für Trainees.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil hoch, weil in Agenturen, Banken und Maklerhäusern ganze Beraterjahrgänge in Rente gehen und Bestände Nachfolger brauchen. Wer die Anfangsphase übersteht und einen tragfähigen Kundenbestand aufbaut, hat eine belastbare Einkommensbasis, da Bestandsprovisionen laufend anfallen. Entwicklungswege führen zum selbstständigen Vermittler mit eigener Agentur, zur Spezialisierung auf Baufinanzierung, betriebliche Altersvorsorge oder Vermögensberatung mit CFP-Qualifikation, oder in die Führung als Teamleiter und Vertriebsdirektor mit eigenen Nachwuchskräften.
Aufgaben
- Bedarfsanalysen bei Privatkunden durchführen und dokumentieren
- Beratungsgespräche zu Vorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau begleiten und später eigenständig führen
- Termine über Empfehlungen, Telefon und Netzwerkkontakte selbst gewinnen
- Angebote und Vergleichsrechnungen erstellen, Anträge aufnehmen
- Sachkundeprüfungen nach GewO vorbereiten und ablegen
- Bestandskunden zu Vertragsanpassungen und Jahresgesprächen kontaktieren
- Beratungsprotokolle und Kundendaten im CRM pflegen
- an Produkt- und Vertriebsschulungen teilnehmen, auch an Wochenenden
Voraussetzungen
- kaufmännische Ausbildung, wirtschaftsnahes Studium oder überzeugender Quereinstieg
- Sachkundenachweis nach § 34d GewO, je nach Sparte zusätzlich § 34f oder § 34i
- einwandfreie Bonität und polizeiliches Führungszeugnis
- Bereitschaft zu Abend- und Samstagsterminen
- Führerschein Klasse B und Pkw
- Belastbarkeit gegenüber Absagen und Zieldruck
- sichere Ausdrucksweise und Rechensicherheit
Wo man arbeitet
- Versicherungsagenturen und Ausschließlichkeitsorganisationen
- Finanzvertriebe und Maklerorganisationen
- Banken und Sparkassen mit eigenem Traineeprogramm
- Direktionen und Regionalvertriebe von Versicherern
- beim Kunden zu Hause und im Homeoffice
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein zwölf- bis vierundzwanzigmonatiges Traineeprogramm bei einem Versicherer, einer Bank oder einem Finanzvertrieb, das Produktschulung, Begleitung im Kundentermin und eigene Beratungen kombiniert. Parallel werden die gewerberechtlichen Sachkundeprüfungen nach § 34d, § 34f oder § 34i GewO abgelegt, teils auch die IHK-Prüfung zum Fachmann für Versicherungsvermittlung. Am Ende steht die Übernahme als Finanzberater, häufig verbunden mit der Zuteilung oder Übernahme eines Kundenbestands.
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Finanzberater
Finanzberater beraten Privatpersonen und Selbstständige zu Vorsorge, Geldanlage, Baufinanzierung und Absicherung und vermitteln passende Produkte. Der Beruf ist eine Vertriebsrolle mit hohem Anteil an Neukundengewinnung und meist provisionsabhängiger Vergütung.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.000 – 11.000 €
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