Was macht ein Verkäufer für die Wiedereröffnung?
Die Rolle sitzt im Einzelhandel auf der Fläche und arbeitet nach außen zum Endkunden, aber nicht dauerhaft am selben Ort. Eingesetzt wird sie dort, wo eine Filiale nach Umbau, Sortimentswechsel, Inhaberwechsel oder Insolvenzübernahme wieder aufmacht. In den Tagen vor dem Start geht es um Warenaufbau, Preisauszeichnung, Platzierung von Aktionsware, Aufbau von Zweitplatzierungen und die Kontrolle, ob die Fläche dem Planogramm entspricht. Ab der Eröffnung steht der Verkauf im Vordergrund: Beratung bei ungewöhnlich hoher Frequenz, Bedienung an Kasse und Serviceschalter, Ansprache von Kunden, die den Laden zum ersten Mal betreten, und Erklärung des neuen Konzepts, der neuen Warenaufteilung oder der Kundenkarte.
Ein zweiter Teil der Arbeit ist die Neukundengewinnung im engeren Sinn: Anmeldungen für Kundenkarten und Newsletter, Terminvereinbarungen für Beratungsleistungen, Verkauf von Serviceverträgen und Finanzierungen. In vielen Häusern wird genau daran gemessen, ob die Eröffnung erfolgreich war. Nach zwei bis sechs Wochen sinkt die Frequenz, das Team wird verkleinert, und der Einsatz endet oder verlagert sich in die nächste Filiale.
Wie wird man Verkäufer für die Wiedereröffnung?
Der klassische Weg ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel. Für Eröffnungsteams zählt jedoch Erfahrung mehr als der Abschluss, weshalb der Quereinstieg üblich ist. Wer aus Gastronomie, Service oder Handwerk kommt und Tempo, Publikumsverkehr und körperliche Arbeit gewohnt ist, wird häufig eingestellt und in wenigen Tagen an Kasse und Kassensystem eingearbeitet. Manche Handelsketten unterhalten feste Eröffnungs- oder Springerteams, andere arbeiten mit Personaldienstleistern und Verkaufsförderungsagenturen, die solche Einsätze projektweise besetzen.
Was der Beruf verlangt
Der Einsatz ist häufig befristet oder auf Abruf organisiert, das ist der wesentliche Nachteil. Wer nicht in einem festen Springerpool angestellt ist, hängt an Projektlaufzeiten. Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten, also regelmäßig am Samstag und in Randstunden, dazu kommen Aufbautage vor der Eröffnung, die früh beginnen oder in die Nacht reichen. Körperlich ist die Arbeit fordernd: langes Stehen, Heben, Warenverräumung, dazu Lärm und Staub aus noch laufenden Umbauarbeiten. Wer bundesweit eingesetzt wird, verbringt Wochen im Hotel und fährt am Freitag heim. Verlangt wird außerdem, sich schnell in fremde Teams, fremde Sortimente und fremde Kassensysteme einzufinden, ohne lange Einarbeitung. Der Zieldruck betrifft meist Zusatzverkäufe und Kundenkartenquoten und wird während der Eröffnungswochen täglich ausgewerten. Die Fluktuation in diesem Segment ist hoch.
Aussichten
Der Bedarf bleibt bestehen, weil Filialnetze laufend umgebaut, verkleinert oder auf neue Konzepte umgestellt werden und weil Standortübernahmen zunehmen. Wer sich bewährt, wird häufig in eine feste Filiale übernommen, oft auf einer Position mit Verantwortung für eine Abteilung, weil Eröffnungserfahrung als Nachweis für Belastbarkeit gilt. Von dort führen die üblichen Wege weiter zur Substitutin, zur Filialleitung oder in die Verkaufsförderung und das Flächenmanagement, wo Eröffnungen geplant statt abgearbeitet werden. Wer die Reisetätigkeit mag, kann in die Leitung eines Eröffnungsteams wechseln.