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Versicherung & Finanzvertrieb

Versicherungsmakler

Versicherungsmakler beraten Privat- und Firmenkunden unabhängig von einzelnen Versicherern, vergleichen Angebote am Markt und betreuen die Verträge über Jahre hinweg. Sie arbeiten im Auftrag des Kunden und werden über Courtage der Gesellschaften vergütet.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Versicherungsmakler verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 3.200 € 4.000 € 38.400 €
Mit Berufserfahrung 3.600 € 4.600 € 6.000 € 55.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.800 € 11.000 € 81.600 €

Die Werte gelten für angestellte Makler bei üblicher Zielerreichung; der feste Anteil liegt dort meist bei 70 bis 90 Prozent. Selbstständige Makler leben nahezu vollständig von Abschluss- und Bestandscourtage - in den ersten zwei bis drei Jahren liegt das Einkommen häufig unter den genannten Einstiegswerten, mit einem übernommenen oder aufgebauten Bestand deutlich darüber. Tarifbindung besteht nur in wenigen größeren Maklerhäusern, angelehnt an den Tarifvertrag für die private Versicherungswirtschaft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Versicherungsmakler?

Ein Versicherungsmakler ermittelt den Absicherungsbedarf eines Kunden, holt Angebote mehrerer Gesellschaften ein, vergleicht Bedingungswerke und empfiehlt eine Lösung. Rechtlich steht er auf der Seite des Kunden, nicht der Versicherung - das unterscheidet ihn vom gebundenen Vertreter, der nur die Produkte eines Hauses vermittelt. Der Alltag besteht aus Beratungsgesprächen, Risikoerfassung, Ausschreibungen bei Versicherern, Vertragsumdeckungen, Prüfung von Beitragsanpassungen und, sehr oft unterschätzt, Schadenbegleitung. Wenn ein Kunde einen Wasserschaden oder eine abgelehnte Berufsunfähigkeitsleistung hat, ist der Makler derjenige, der mit dem Versicherer streitet.

Das Feld teilt sich in Privatkundengeschäft, gewerbliches Geschäft und Industriegeschäft. Im Privatbereich stehen Sach-, Kranken-, Vorsorge- und Haftpflichtprodukte im Vordergrund, im Gewerbe kommen Betriebshaftpflicht, Inhalt, Ertragsausfall, Flotten und betriebliche Altersversorgung dazu. Neukundengewinnung läuft über Empfehlungen, Netzwerke, Kooperationen mit Steuerberatern und Banken, zunehmend über Online-Anfragen. Der größere Teil der Arbeitszeit fließt jedoch in die Bestandsbetreuung, denn Courtage wird laufend gezahlt, solange Verträge bestehen.

Wie wird man Versicherungsmakler?

Wer als Makler tätig werden will, braucht eine Erlaubnis nach § 34d Absatz 1 der Gewerbeordnung, eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung und einen Eintrag im Vermittlerregister. Die Sachkunde wird durch die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann oder durch eine kaufmännische Ausbildung im Versicherungsbereich nachgewiesen. Klassisch führt der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, häufig ergänzt durch die Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt. Angestellte Positionen in Maklerhäusern und bei Industriemaklern sind auch für Betriebswirte und Juristen offen.

Quereinstieg ist verbreitet und ausdrücklich möglich. Wer aus Handwerk, Handel oder Gastronomie kommt, kann die Sachkundeprüfung in Vollzeitkursen von wenigen Wochen oder berufsbegleitend vorbereiten. Viele beginnen als angestellter Berater in einem Maklerbüro und übernehmen später einen Bestand oder gründen eigenständig. Ein Bestand kostet Geld oder Zeit - beides muss man mitbringen.

Was der Beruf verlangt

Die Haftung ist real. Wer falsch berät oder eine Deckungslücke übersieht, steht persönlich in der Verantwortung, weshalb Dokumentation und Beratungsprotokolle einen erheblichen Teil des Tages ausmachen. Fortbildungspflicht von fünfzehn Stunden im Jahr, IDD-Vorgaben, Datenschutz und Bedingungsänderungen halten den Lernaufwand dauerhaft hoch.

Wer selbstständig startet, hat in den ersten zwei bis drei Jahren ein schmales und unregelmäßiges Einkommen, weil sich Courtage erst mit dem Bestand aufbaut. Termine liegen oft abends und samstags, da Privatkunden tagsüber arbeiten. Die Abbruchquote in den ersten Jahren ist hoch, vor allem bei Einsteigern ohne Netzwerk. Angestellte Makler haben planbarere Zeiten, dafür Zielvorgaben und Bestandsverantwortung.

Aussichten

Die Nachfrage nach unabhängiger Beratung ist stabil, der Berufsstand altert stark und viele Bestände suchen Nachfolger - das ist die größte Chance für Einsteiger. Gleichzeitig drücken Vergleichsportale und digitale Abschlussstrecken auf einfache Privatprodukte. Wer sich auf Gewerbe, betriebliche Altersversorgung, biometrische Risiken oder eine Branchennische spezialisiert, arbeitet deutlich krisenfester. Entwicklungswege führen zur eigenen Maklerfirma, in die Leitung einer Gewerbeabteilung, ins Industriemaklergeschäft oder in Underwriting und Produktmanagement bei Versicherern.

Aufgaben

  • Bedarf und bestehende Absicherung von Privat- und Firmenkunden analysieren
  • Angebote mehrerer Versicherer einholen und Bedingungen vergleichen
  • Beratungsgespräche führen und Empfehlungen dokumentieren
  • Verträge einreichen, Änderungen und Umdeckungen abwickeln
  • Kunden im Schadenfall gegenüber dem Versicherer begleiten
  • Bestand pflegen, Beitragsanpassungen und Jahresgespräche steuern
  • Neukunden über Empfehlungen, Netzwerke und Kooperationen gewinnen
  • Fortbildungspflicht erfüllen und Marktänderungen nachverfolgen

Voraussetzungen

  • Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO und Eintrag im Vermittlerregister
  • Sachkundenachweis, etwa IHK-Prüfung Versicherungsfachmann oder kaufmännische Ausbildung in der Versicherungswirtschaft
  • Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung und geordnete Vermögensverhältnisse
  • Sicherer Umgang mit Bedingungswerken, Zahlen und Vertragstexten
  • Verbindliches Auftreten und Ausdauer im Aufbau von Kundenbeziehungen
  • Bereitschaft zu Abend- und gelegentlichen Samstagsterminen
  • Führerschein und Bereitschaft zu Fahrten im Betreuungsgebiet

Wo man arbeitet

  • Eigenes Maklerbüro
  • Maklerhäuser und Maklerpools
  • Industrie- und Gewerbemakler
  • Finanzvertriebe mit Maklerstatus
  • Vertriebsgesellschaften von Banken und Verbänden

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, häufig gefolgt von der Weiterbildung zum Versicherungsfachwirt. Quereinsteiger erwerben die Sachkunde über die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann, die in Vollzeitkursen in wenigen Wochen oder berufsbegleitend vorbereitet wird. Für die eigenständige Tätigkeit folgen Gewerbeerlaubnis, Registereintrag und Haftpflichtversicherung.

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Offene Stellen
7
Monatsbrutto
2.000 – 11.000 €

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