Was macht ein Vertriebsmitarbeiter im D2D-Vertrieb?
D2D steht für Door to Door, also Haustürvertrieb. Vertriebsmitarbeiter in diesem Feld klingeln an Wohnungs- und Haustüren, stellen ein Angebot vor und schließen im günstigen Fall direkt vor Ort ab. Verkauft werden vor allem erklärungsbedürftige Verträge für Privathaushalte: Glasfaser- und Internetanschlüsse, Mobilfunk, Strom und Gas, Kabelanschluss, gelegentlich auch Zeitungsabonnements, Fördermitgliedschaften für Hilfsorganisationen oder haustechnische Produkte.
Der Tag beginnt meist mit einer kurzen Teambesprechung, in der das Gebiet für den Tag verteilt und die Zahlen des Vortags besprochen werden. Danach arbeitet man eine Straße oder einen Wohnblock systematisch ab, dokumentiert jeden Kontakt in einer App und erfasst Absagen, Nichtantreffen und Wiederbesuche. Abschlüsse werden digital unterschrieben, bei Telekommunikationsverträgen kommen Prüfungen zur technischen Verfügbarkeit und zur Bonität hinzu. Die Rolle arbeitet ausschließlich nach außen, ausschließlich auf Neukunden und in der Regel ohne Führungsverantwortung.
Wie wird man Vertriebsmitarbeiter im D2D-Vertrieb?
Es gibt keine geregelte Ausbildung und für den Einstieg meist keine formalen Anforderungen außer Volljährigkeit, ausreichenden Deutschkenntnissen und einem einwandfreien Führungszeugnis. D2D ist deshalb eines der offensten Felder im Vertrieb und wird häufig von Quereinsteigern aus Gastronomie, Einzelhandel, Logistik oder Handwerk gewählt. Eingearbeitet wird intern: einige Tage Produktschulung, dann Begleitung durch einen erfahrenen Kollegen, dann eigenes Gebiet. Wer eine kaufmännische Ausbildung mitbringt, hat es beim Verständnis von Tarifen und Vertragsbedingungen leichter, verpflichtend ist sie nicht.
Ein großer Teil der Tätigkeit wird nicht in Festanstellung, sondern als selbstständiger Handelsvertreter nach Paragraf 84 HGB ausgeübt, oft über Vertriebsagenturen im Auftrag großer Netzbetreiber oder Energieversorger. Wer sich bewirbt, sollte vor Vertragsunterschrift klären, ob es sich um Anstellung oder Selbstständigkeit handelt und wie Fixum, Provision und Storno geregelt sind.
Was der Beruf verlangt
D2D ist körperlich und psychisch anstrengend. Man ist bei jedem Wetter unterwegs, legt täglich lange Strecken zu Fuß und über Treppenhäuser zurück und erlebt weit mehr Ablehnung als Zustimmung. Von hundert Klingeln führen wenige zu einem Gespräch und einzelne zu einem Abschluss. Wer Zurückweisung persönlich nimmt, hält die Belastung nicht lange durch. Die Arbeitszeiten richten sich danach, wann Menschen zu Hause sind, also überwiegend nachmittags und abends, häufig auch samstags. Kampagnen sind oft regional befristet, sodass Wochenaufenthalte in anderen Städten dazugehören.
Die Fluktuation ist hoch, in manchen Organisationen verlassen die Mehrheit der Neueinsteiger den Beruf im ersten halben Jahr. Hinzu kommt bei Provisionsmodellen das Stornorisiko: Widerruft ein Kunde innerhalb der Frist, entfällt die Provision oder wird zurückgefordert. Seriöse Beratung an der Tür ist deshalb nicht nur eine Frage der Haltung, sondern auch des eigenen Einkommens.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in Wellen sogar hoch, weil der Glasfaserausbau und Wechselkampagnen im Energiemarkt weiter Vorvermarktung an der Haustür brauchen. Wer über Monate konstante Zahlen liefert, wird meist rasch Teamleiter mit eigener Mannschaft, später Gebiets- oder Projektleiter einer Kampagne. Andere wechseln mit der erworbenen Abschlusssicherheit in den Außendienst mit Geschäftskunden, in den Direktvertrieb hochwertiger Produkte oder in die Personalgewinnung von Vertriebsteams.