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Vertriebsinnendienst

Vertriebsmitarbeiter Innendienst

Vertriebsmitarbeiter im Innendienst betreuen Kunden vom Schreibtisch aus: Sie erstellen Angebote, erfassen Aufträge, klären Liefertermine und unterstützen den Außendienst. Der Schwerpunkt liegt auf der Betreuung bestehender Kunden, nicht auf der Neukundengewinnung.

22 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vertriebsmitarbeiter Innendienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.500 € 2.900 € 3.300 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.500 € 4.100 € 42.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.200 € 5.200 € 50.400 €

Der Innendienst wird überwiegend fest bezahlt; wenn es eine variable Komponente gibt, liegt sie meist bei fünf bis fünfzehn Prozent und hängt am Team- oder Unternehmensziel, nicht am eigenen Abschluss. Am stärksten wirken Branche und Tarifbindung: In Betrieben der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegen die Werte nach den jeweiligen Flächentarifverträgen deutlich über denen im nicht tarifgebundenen Handel, technischer Innendienst mit Produktverantwortung zahlt besser als reine Auftragsbearbeitung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?

Der Vertriebsinnendienst ist die Schnittstelle zwischen Kunde, Außendienst, Lager und Buchhaltung. Anfragen kommen per Telefon, Mail oder über ein Kundenportal herein und werden geprüft, kalkuliert und in Angebote übersetzt. Nach der Bestellung folgt die Auftragserfassung im ERP-System, meist SAP, Microsoft Dynamics oder eine Branchenlösung. Danach begleitet der Innendienst den Auftrag weiter: Liefertermine bestätigen, Verzögerungen beim Kunden ankündigen, Teillieferungen abstimmen, Reklamationen aufnehmen und Gutschriften anstoßen.

Ein zweiter Teil der Arbeit ist die Unterstützung des Außendienstes. Der Innendienst pflegt die Kundendaten im CRM, bereitet Besuchsunterlagen und Umsatzauswertungen vor, hält Preislisten und Rahmenverträge aktuell und übernimmt in vielen Betrieben die telefonische Betreuung der kleineren Kunden vollständig selbst. In technisch geprägten Branchen kommt die Klärung von Spezifikationen dazu: welche Ausführung passt, welche Norm gilt, welches Zubehör wird gebraucht. In manchen Häusern gehört auch aktives Nachtelefonieren offener Angebote und Cross-Selling im Bestand zur Rolle. Reine Neukundenakquise ist selten Aufgabe, kommt aber in Betrieben ohne Außendienst vor.

Wie wird man Vertriebsmitarbeiter im Innendienst?

Der klassische Weg ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann für Büromanagement, Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann im Einzelhandel. In technischen Branchen sind auch Handwerker mit Berufserfahrung gefragt, die die Produkte kennen und ins Büro wechseln wollen. Der Quereinstieg ist in diesem Beruf realistisch: Wer aus Einzelhandel, Gastronomie, Speditionsdisposition oder einem Servicecenter kommt, bringt Kundenkontakt und Belastbarkeit mit. Entscheidend sind dann sichere Deutschkenntnisse in Wort und Schrift, Zahlenverständnis und die Bereitschaft, sich in ein ERP-System einzuarbeiten. Eine Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt ist möglich, aber keine Voraussetzung.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist geordnet, aber selten ruhig. Mehrere Vorgänge laufen parallel, das Telefon unterbricht, und Fehler in der Auftragserfassung werden teuer, weil falsche Ware ausgeliefert wird. Wer Sorgfalt unter Zeitdruck nicht mag, wird damit Probleme haben. Reklamationen und verärgerte Kunden gehören zum Alltag, ohne dass der Innendienst die Ursache verantwortet - Lieferverzögerungen kommen aus der Produktion oder der Beschaffung.

Die Arbeitszeiten sind meist regulär, oft im Gleitzeitrahmen, weil die Erreichbarkeit während der Kundengeschäftszeiten gewährleistet sein muss. Homeoffice ist inzwischen häufig teilweise möglich, aber nicht überall, weil Musterware, Telefonanlage und Kollegen im Büro sind. Reisen fällt kaum an. Die Rolle steht weniger unter individuellem Umsatzdruck als der Außendienst, dafür wird sie in Teams oft an Bearbeitungszeiten und Angebotsquoten gemessen. Führungsverantwortung gibt es erst als Teamleitung Innendienst.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und breit gestreut, weil praktisch jeder Hersteller und Händler einen Innendienst braucht. Routinetätigkeiten wie einfache Auftragserfassung verschieben sich zunehmend in Kundenportale und automatisierte Prozesse; gefragt bleibt, wer beraten, kalkulieren und Sonderfälle lösen kann. Typische Entwicklungswege führen in den Außendienst, in den Key-Account-Innendienst, in die Teamleitung, ins Angebotsmanagement oder in den technischen Vertrieb.

Aufgaben

  • Angebote kalkulieren, erstellen und nachfassen
  • Aufträge im ERP-System erfassen und Liefertermine bestätigen
  • Bestandskunden telefonisch und per Mail betreuen
  • Reklamationen aufnehmen, Gutschriften und Ersatzlieferungen veranlassen
  • Außendienst mit Auswertungen, Besuchsunterlagen und Terminen unterstützen
  • Kunden-, Preis- und Artikeldaten im CRM pflegen
  • Rückstände und offene Vorgänge mit Einkauf, Produktion und Logistik klären
  • Zusatzbedarf im Bestand erkennen und anbieten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung
  • Sicheres Deutsch in Wort und Schrift, in exportnahen Betrieben zusätzlich Englisch
  • Genaues Arbeiten auch bei parallelen Vorgängen und Zeitdruck
  • Routine mit ERP- und CRM-Systemen sowie Excel
  • Freundlichkeit am Telefon und Belastbarkeit bei Reklamationen
  • In technischen Branchen Produkt- und Materialverständnis

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Fertigungsunternehmen
  • Technischer Groß- und Fachhandel
  • Handelsunternehmen und Importeure
  • Dienstleister und Softwareanbieter
  • Handwerksbetriebe mit eigenem Vertriebsbüro

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Kaufmann für Büromanagement, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Der Quereinstieg aus Einzelhandel, Handwerk oder Servicecenter ist verbreitet und erfolgt über eine Einarbeitung im Betrieb von einigen Monaten. Weiterbildungen zum Fachwirt oder zur Teamleitung schließen sich meist nach einigen Berufsjahren an.

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