Was macht ein Werkstudent im Verkauf?
Werkstudenten im Verkauf stehen auf der Fläche und arbeiten mit bestehenden Laufkunden, nicht in der Neukundengewinnung. Sie sprechen Kunden an, klären den Bedarf, zeigen Artikel, erklären Unterschiede zwischen Modellen und schließen den Verkauf an der Kasse ab. Dazu kommt alles, was eine Filiale am Laufen hält: Ware annehmen und einräumen, Preise und Etiketten kontrollieren, Umkleiden und Regale nachziehen, Retouren und Umtausch bearbeiten, Bestände zählen.
Der Einsatz liegt meist an den Tagen mit dem höchsten Kundenaufkommen, also am späten Nachmittag, am Freitag und am Samstag. In Elektronik-, Sport- oder Modeketten übernehmen Werkstudenten nach einiger Zeit auch feste Bereiche, etwa eine Warengruppe oder die Betreuung von Kundenkarten und Serviceverträgen. Führungsaufgaben gehören nicht dazu, wohl aber die Einarbeitung neuer Aushilfen, wenn jemand länger dabei ist.
Wie wird man Werkstudent im Verkauf?
Voraussetzung ist eine gültige Immatrikulation an einer Hochschule; die Fachrichtung spielt in der Regel keine Rolle. Eine kaufmännische Ausbildung wird nicht verlangt, die Einarbeitung findet im Betrieb statt und dauert je nach Sortiment einige Tage bis wenige Wochen. Wer aus Gastronomie oder Service kommt, bringt den Umgang mit Publikum bereits mit und ist schneller einsetzbar. Bewerbungen laufen häufig direkt in der Filiale oder über die Karriereportale der Handelsketten, oft kurzfristig zum Semesterbeginn oder vor dem Weihnachtsgeschäft.
Rechtlich wichtig ist die Grenze von 20 Wochenstunden während der Vorlesungszeit, weil nur dann das Werkstudentenprivileg in der Sozialversicherung gilt. In den Semesterferien ist mehr möglich. Wer die Grenze dauerhaft überschreitet, verliert den Status.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet im Stehen und in Bewegung statt, über mehrere Stunden ohne festen Platz. Ware muss gehoben und getragen werden. Die Schichten liegen dort, wo Freizeit üblich ist: abends, am Samstag, in verkaufsoffenen Zeiten und im Dezember. Klausurphasen und Dienstplan kollidieren regelmäßig, das lässt sich nur durch frühzeitige Absprache entschärfen, und nicht jede Filiale ist dabei flexibel.
Auf der Fläche gibt es Kundendruck: Beschwerden, Reklamationen, Wartezeiten an der Kasse, gelegentlich unfreundliches Verhalten. In vielen Ketten werden Kennzahlen mitgeführt, etwa Zusatzverkäufe, abgeschlossene Garantieverlängerungen oder Kundenkarten pro Schicht. Verbindlich sind diese Ziele für Werkstudenten meist nicht, spürbar aber schon. Die Fluktuation in diesen Stellen ist hoch, weil das Studium irgendwann endet oder die Stundenlage nicht mehr passt.
Aussichten
Der Einzelhandel sucht durchgehend Personal für die Fläche, besonders in Innenstadtlagen und Einkaufszentren. Wer zuverlässig ist und Schichten übernimmt, findet ohne lange Suche eine Stelle. Für die spätere Laufbahn zählt die Zeit auf der Fläche mehr, als viele erwarten: Sie ist der übliche Nachweis, dass jemand Verkaufsgespräche führen kann. Aus Werkstudentenstellen entstehen häufig Angebote als Trainee im Filialmanagement, im Außendienst der Hersteller oder im Vertriebsinnendienst. Wer nach dem Abschluss im Handel bleibt, steigt meist über Substituten- und Filialleitungsprogramme ein.