Angestellte:r Kundenberater im Vertrieb
Angestellte Kundenberater im Vertrieb betreuen bestehende Kunden am Telefon, im Chat oder im Beratungscenter, klären Anliegen und verkaufen dabei passende Zusatzleistungen. Sie arbeiten festangestellt mit Grundgehalt und meist einem variablen Anteil, überwiegend vom Innendienst aus.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Angestellte:r Kundenberater im Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.300 € | 2.700 € | 3.200 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 3.900 € | 39.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € |
Der feste Anteil liegt in diesem Beruf hoch, meist bei 80 bis 90 Prozent; die angegebenen Werte enthalten einen variablen Anteil bei üblicher Zielerreichung. Entscheidend sind Branche und Tarifbindung - in Banken (Tarifvertrag für das private Bankgewerbe), bei Versicherern und im öffentlichen Dienst (TVöD, bei Krankenkassen der BAT/AV) liegt das Niveau deutlich über dem von Dienstleistungscentern für Kundendialog, die häufig nahe am Mindestlohn beginnen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein angestellter Kundenberater im Vertrieb?
Die Rolle sitzt an der Schnittstelle zwischen Service und Verkauf. Kunden melden sich mit einem Anliegen - eine Rechnung ist unklar, ein Vertrag läuft aus, ein Tarif passt nicht mehr, ein Gerät funktioniert nicht. Der Kundenberater klärt das Anliegen und prüft im gleichen Gespräch, ob ein anderes Produkt, eine höhere Stufe oder eine Zusatzleistung sinnvoll ist. Verkauf entsteht hier aus dem Servicekontakt, nicht aus Kaltakquise.
Der Arbeitstag besteht aus Gesprächen, die von außen kommen, und aus Nachfassaktionen, die selbst angestoßen werden: Kunden mit auslaufenden Verträgen, offene Angebote, Rückrufwünsche. Dazwischen liegt Dokumentation. Jedes Gespräch wird im CRM erfasst, Verträge werden angelegt, geändert oder storniert, Reklamationen weitergegeben. Wer im Beratungscenter einer Bank, einer Krankenkasse oder eines Energieversorgers arbeitet, führt zusätzlich Termine vor Ort. Die Betreuung richtet sich fast immer auf einen zugewiesenen Bestand oder eine Warteschlange, nicht auf ein eigenes Gebiet.
Wie wird man angestellter Kundenberater im Vertrieb?
Es gibt keinen geschützten Zugang. Der klassische Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung - Kaufmann für Dialogmarketing, Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, Bankkaufmann, Kaufmann im Einzelhandel oder Groß- und Außenhandel. Viele Arbeitgeber stellen ebenso Quereinsteiger ein und schulen intern: Menschen aus Gastronomie, Handwerk, Pflege oder Einzelhandel bringen die Gesprächserfahrung mit, die Produktkenntnis kommt in mehrwöchigen Trainings dazu.
In regulierten Branchen sind Nachweise Pflicht. Wer Versicherungen oder Finanzprodukte verkauft, braucht die Sachkundeprüfung nach Gewerbeordnung beziehungsweise eine entsprechende Qualifikation nach Wertpapierhandelsrecht. Wer nur Service leistet, kommt ohne aus - sobald beraten und abgeschlossen wird, nicht mehr.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist getaktet. Gesprächszeiten, Erreichbarkeitsquoten, Abschlussquoten und Kundenzufriedenheitswerte werden gemessen, oft täglich sichtbar. Wer schlecht mit Kennzahlen im Rücken arbeitet, tut sich schwer. Dazu kommt die emotionale Belastung: Ein erheblicher Teil der Kontakte sind Beschwerden, Kündigungswünsche und verärgerte Kunden. Freundlich zu bleiben, wenn das zwanzigste Gespräch am Tag laut wird, ist die eigentliche Anforderung.
Die Arbeitszeiten liegen in Schichten, häufig bis 20 Uhr, im Handel und bei Versorgern auch samstags. Homeoffice ist in vielen Servicecentern möglich, aber an feste Schichtpläne gebunden. Die Fluktuation ist in diesem Feld hoch, besonders in Dienstleistungscentern mit engen Vorgaben; in Inhouse-Teams von Banken, Versicherern und Kassen ist sie deutlich niedriger. Körperlich ist die Tätigkeit anspruchslos, sitzend, mit Headset.
Aussichten
Der Bedarf bleibt hoch, verschiebt sich aber. Einfache Standardanfragen wandern in Selbstbedienungsportale und automatisierte Systeme ab. Was übrig bleibt, sind erklärungsbedürftige Fälle und Verkaufsgespräche - also genau die anspruchsvolleren Kontakte. Wer nur abarbeitet, gerät unter Druck; wer beraten und abschließen kann, wird gesucht.
Entwicklungswege führen zum Fachberater für ein Produktsegment, zum Teamleiter mit Führungsverantwortung für zehn bis zwanzig Mitarbeiter, in die Qualitätssicherung, ins Training oder in den Außendienst mit eigenem Gebiet. Fachwirt-Weiterbildungen, etwa Versicherungsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb, sind dafür ein üblicher Zwischenschritt.
Aufgaben
- eingehende Kundenanfragen telefonisch, per Mail und im Chat bearbeiten
- Verträge ändern, verlängern und Kündigungen zurückgewinnen
- im Servicegespräch passende Zusatzprodukte anbieten und abschließen
- Angebote erstellen und nach wenigen Tagen nachfassen
- Kundendaten und Gesprächsergebnisse im CRM dokumentieren
- Reklamationen aufnehmen und an Fachabteilungen weitergeben
- Kunden mit auslaufenden Verträgen aktiv ansprechen
- Beratungstermine im Kundencenter oder per Video führen
Voraussetzungen
- kaufmännische Ausbildung oder einschlägige Berufserfahrung mit Kundenkontakt
- sicheres Deutsch in Wort und Schrift, klare Aussprache am Telefon
- Belastbarkeit bei Beschwerden und im Gespräch mit verärgerten Kunden
- Bereitschaft zu Schichtdienst, teils Abendstunden und Samstagsarbeit
- Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung bei Versicherungs- und Finanzprodukten
- Routine im Umgang mit CRM-Systemen und mehreren Bildschirmmasken gleichzeitig
Wo man arbeitet
- Servicecenter von Banken, Versicherern und Krankenkassen
- Kundencenter von Energie- und Telekommunikationsanbietern
- Dienstleistungsunternehmen für Kundendialog
- Innendienst von Handels- und Industrieunternehmen
- Kundenberatungsstellen mit persönlichem Publikumsverkehr
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung, etwa als Kaufmann für Dialogmarketing, Versicherungskaufmann oder Bankkaufmann. Quereinsteiger mit Erfahrung im Kundenkontakt werden häufig direkt eingestellt und über vier bis zwölf Wochen intern auf Produkte, Systeme und Gesprächsführung geschult. In beratungspflichtigen Branchen kommt die Sachkundeprüfung vor der IHK hinzu.
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