Versicherungskaufmann
Versicherungskaufleute beraten Privat- und Firmenkunden zu Versicherungs- und Finanzprodukten, schließen Verträge ab und betreuen den Bestand. Sie arbeiten in Agenturen, bei Maklern oder im Innendienst eines Versicherers.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Versicherungskaufmann verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 5.300 € | 7.500 € | 63.600 € |
Im Innendienst gilt bei den meisten Versicherern der Gehaltstarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe zwischen AGV und ver.di/DHV, dort ist die Spanne eng und das Gehalt nahezu vollständig fest. Im angestellten Außendienst liegt der feste Anteil meist bei sechzig bis achtzig Prozent, in Makler- und Strukturvertrieben oft bei null: Die genannten Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus. Entscheidend für das Einkommen sind der übernommene Bestand, die Provisionssätze und die Kundenstruktur im Gebiet.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Versicherungskaufmann?
Der Beruf trägt offiziell die Bezeichnung Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Im Kern geht es um zwei Dinge: Verträge verkaufen und Verträge betreuen. In einer Agentur oder bei einem Makler heißt das, Bedarfsanalysen bei Privatkunden durchzuführen, Angebote zu rechnen, Haftpflicht-, Hausrat-, Kfz-, Kranken- und Altersvorsorgeverträge abzuschließen und den bestehenden Kundenstamm regelmäßig anzusprechen, wenn sich Lebenssituationen ändern. Dazu kommt Schadenbearbeitung: Meldungen aufnehmen, Unterlagen anfordern, zwischen Kunde und Versicherer vermitteln.
Ein Teil der Ausgebildeten arbeitet im Innendienst eines Versicherungsunternehmens, in der Antrags- und Vertragsbearbeitung, im Underwriting oder in der Schadenregulierung. Dort steht Sachbearbeitung im Vordergrund, der Kundenkontakt läuft über Telefon und Schriftverkehr. Der Außendienst dagegen ist klassischer Vertrieb: eigenes Gebiet oder eigener Bestand, Terminakquise, Hausbesuche, Empfehlungsgeschäft, Abschlussziele. Beide Wege gehen aus derselben Ausbildung hervor und unterscheiden sich stark im Alltag.
Wie wird man Versicherungskaufmann?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung bei einem Versicherer, einer Ausschließlichkeitsagentur oder einem Maklerbüro mit IHK-Abschluss, wahlweise in der Fachrichtung Versicherung oder Finanzberatung. Vorausgesetzt wird meist die Fachoberschulreife, in der Praxis stellen größere Versicherer überwiegend Bewerber mit Abitur oder Fachhochschulreife ein. Verkürzung auf zweieinhalb Jahre ist bei guten Leistungen möglich.
Der Quereinstieg ist in diesem Feld verbreitet und ausdrücklich vorgesehen. Wer aus Handel, Handwerk, Gastronomie oder Pflege kommt, kann über die Sachkundeprüfung Versicherungsfachmann bei der IHK in den Vertrieb einsteigen; Versicherer und Vertriebsorganisationen bieten dafür eigene Lehrgänge an, meist mit begleitender Praxisphase. Für die Vermittlung nach Paragraf 34d Gewerbeordnung ist diese Sachkunde Pflicht, für Finanzanlagen kommt Paragraf 34f hinzu.
Was der Beruf verlangt
Im Außendienst zählt am Ende die Abschlussquote. Wer eine Agentur mit eigenem Bestand betreut, hat eine ruhigere Basis, muss aber Neugeschäft nachlegen, weil Verträge kündigen und Kunden wegziehen. Angestellte im Vertrieb arbeiten mit Zielvorgaben, die quartalsweise überprüft werden. Termine liegen häufig abends, weil Kunden erst nach der Arbeit Zeit haben, gelegentlich auch am Samstag. Die Fluktuation in den ersten zwei Jahren ist hoch, besonders bei stark provisionsabhängigen Verträgen und in Strukturvertrieben.
Inhaltlich ist der Beruf regulierungsintensiv: Beratungsdokumentation, IDD-Weiterbildungspflicht von fünfzehn Stunden im Jahr, Provisionsoffenlegung, laufende Produkt- und Rechtsänderungen. Wer Aktenarbeit nicht mag, unterschätzt diesen Anteil. Der Innendienst bietet feste Arbeitszeiten und Tarifbindung, dafür weniger Verdienstspielraum.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, vor allem weil viele Agenturinhaber in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen und Nachfolger für bestehende Bestände suchen. Wer einen Bestand übernimmt, verbessert seine Einkommensbasis deutlich. Entwicklungswege führen über den Versicherungsfachwirt, den Fachwirt für Finanzberatung oder ein duales Studium der Versicherungswirtschaft in die Spezialisierung, etwa auf Gewerbe- und Industriekunden, betriebliche Altersversorgung oder Kranken-Vollversicherung. Aus dem Vertrieb heraus sind Vertriebsleitung, Bezirks- oder Regionaldirektion und der Wechsel zum Makler oder zur Selbstständigkeit möglich. Standardgeschäft im Privatkundenbereich verlagert sich zunehmend ins Netz, komplexe Beratung bleibt personengebunden.
Aufgaben
- Bedarf von Privat- und Firmenkunden analysieren und dokumentieren
- Angebote rechnen, vergleichen und Verträge abschließen
- bestehenden Kundenbestand betreuen und bei Lebensveränderungen ansprechen
- Neukunden über Empfehlungen, Telefonakquise und Termine im Gebiet gewinnen
- Schadenmeldungen aufnehmen und die Regulierung mit dem Versicherer begleiten
- Anträge, Vertragsänderungen und Kündigungen bearbeiten
- Beratungsprotokolle und Nachweise nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben führen
- an Produktschulungen und der jährlichen Weiterbildungspflicht teilnehmen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder Sachkundeprüfung als Versicherungsfachmann
- Registrierung im Vermittlerregister nach Paragraf 34d Gewerbeordnung für die Vermittlung
- Sicherheit im Rechnen und Verständnis für Vertragsbedingungen und Rechtstexte
- Bereitschaft, Termine auch abends und gelegentlich am Samstag zu legen
- Führerschein Klasse B für den Außendienst
- Belastbarkeit im Umgang mit Absagen und Zielvorgaben
- einwandfreies Führungszeugnis und geordnete finanzielle Verhältnisse
Wo man arbeitet
- Ausschließlichkeitsagenturen der Versicherer
- Makler- und Mehrfachagenturbüros
- Innendienst von Versicherungsunternehmen
- Banken und Sparkassen mit Versicherungsvertrieb
- Finanzvertriebe und Strukturorganisationen
- Versicherungsabteilungen größerer Unternehmen
Der Weg in den Beruf
Der Standardweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss, bei guten Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzbar. Quereinsteiger qualifizieren sich über die IHK-Sachkundeprüfung Versicherungsfachmann, die in mehrmonatigen Lehrgängen mit Praxisbegleitung vorbereitet wird. Aufbauend folgen Versicherungsfachwirt, Fachwirt für Finanzberatung oder ein Studium der Versicherungswirtschaft.
Offene Stellen als Versicherungskaufmann
In der Suche fortsetzenVersicherungskaufmann - Gewerbekunden / Schadenfälle / Neukundenakquise (m/w/d)
Versicherungskaufmann - Sachbearbeitung / Kompositbereich / Innendienst (m/w/d)
Versicherungskaufmann - Beratung / Vertrieb / Außendienst (m/w/d)
Versicherungskaufmann - Kundenberatung / Vertragsmanagement / Risikobewertung (m/w/d)
Verwandte Berufe
Finanzberater
Finanzberater beraten Privatpersonen und Selbstständige zu Vorsorge, Geldanlage, Baufinanzierung und Absicherung und vermitteln passende Produkte. Der Beruf ist eine Vertriebsrolle mit hohem Anteil an Neukundengewinnung und meist provisionsabhängiger Vergütung.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.000 – 11.000 €
Versicherungsmakler
Versicherungsmakler beraten Privat- und Firmenkunden unabhängig von einzelnen Versicherern, vergleichen Angebote am Markt und betreuen die Verträge über Jahre hinweg. Sie arbeiten im Auftrag des Kunden und werden über Courtage der Gesellschaften vergütet.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.500 – 11.000 €
Bewerbung und Einstieg
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