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Vertrieb & Verkauf allgemein

Bankkaufmann / Baufinanzierungsberater B2C

Baufinanzierungsberater im Privatkundengeschäft begleiten Menschen beim Immobilienkauf: Sie prüfen Haushaltsrechnungen und Objektunterlagen, kalkulieren Darlehen und schließen Finanzierungen ab. Die Rolle arbeitet beratend nach außen, meist mit Terminen im Haus oder per Video, und lebt von Abschlussquote und Empfehlungen.

11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Bankkaufmann / Baufinanzierungsberater B2C verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.700 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.800 € 6.000 € 8.500 € 72.000 €

In Sparkassen gilt der TVöD-S, bei Genossenschaftsbanken und im privaten Bankgewerbe die jeweiligen Bankentarifverträge; dort liegt der feste Anteil bei etwa 85 bis 95 Prozent, die variable Komponente ist begrenzt. Bei Plattformvermittlern, Bausparkassen-Außendienst und Finanzvertrieben besteht das Einkommen zu 40 bis 100 Prozent aus Provision und schwankt stark mit Zinsniveau, Gebiet und übernommenem Bestand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Baufinanzierungsberater im B2C-Geschäft?

Der Arbeitsalltag dreht sich um einzelne Finanzierungsvorhaben von Privatpersonen. Ein Interessent meldet sich über die Bank, einen Onlinevergleich oder einen Maklerkontakt, und ab diesem Punkt liegt der Fall beim Berater. Zuerst wird die Ausgangslage geklärt: Einkommen, Eigenkapital, bestehende Verbindlichkeiten, Familiensituation, geplantes Objekt. Daraus entsteht eine Haushaltsrechnung und ein Rahmen, in dem eine Finanzierung tragfähig ist. Anschließend werden Darlehensvarianten kalkuliert, Zinsbindungen, Tilgungssätze, Förderprogramme der KfW oder der Landesbanken sowie Bausparlösungen verglichen und dem Kunden erklärt.

Der zweite große Teil ist Aktenarbeit. Objektunterlagen, Grundbuchauszüge, Wohnflächenberechnungen, Lohnabrechnungen und Steuerbescheide müssen vollständig und plausibel sein, bevor ein Antrag in die Marktfolge oder zum Produktgeber geht. Rückfragen der Kreditprüfung, Nachforderungen, Terminverschiebungen beim Notar und Kunden, die parallel noch bieten, prägen den Tag mindestens so stark wie das Beratungsgespräch selbst. Wer bei einer Bank arbeitet, verkauft daneben Ratenkredite, Absicherungen und Anlageprodukte mit.

Wie wird man Baufinanzierungsberater?

Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann bei einer Sparkasse, Genossenschafts- oder Privatbank, danach einige Jahre in der Privatkundenberatung und der Wechsel in die Baufinanzierung. Fachlich aufgesattelt wird über den Bankfachwirt, den Bankbetriebswirt oder ein Studium in Banking and Finance. Für die Beratung zu Immobiliardarlehen ist eine Sachkunde nach der Immobiliardarlehensvermittlungs-Verordnung nachzuweisen; freie Vermittler brauchen zusätzlich die Erlaubnis nach Paragraf 34i der Gewerbeordnung.

Quereinstieg ist möglich, aber nicht voraussetzungslos. Versicherungskaufleute, Immobilienmakler und Vertriebler mit nachweisbarer Abschlussstärke kommen häufig über Plattformvermittler und Finanzvertriebe hinein, die eigene Ausbildungsprogramme fahren. Ohne kaufmännische Grundkenntnisse und Zahlenverständnis wird es schwer, weil Fehler in der Kalkulation direkt Kundengeld kosten.

Was der Beruf verlangt

Der Zieldruck ist real und wird monatlich gemessen, meist in vermitteltem Volumen und Abschlusszahl. Die Zinsentwicklung entscheidet mit, wie viele Anfragen überhaupt hereinkommen, und schlechte Marktphasen schlagen unmittelbar auf das Einkommen durch, besonders bei stark provisionsabhängigen Modellen. Termine liegen häufig am frühen Abend oder samstags, weil Kunden berufstätig sind. Bei Bausparkassen und Finanzvertrieben gehört Kaltakquise und Empfehlungsnahme dazu, in der Bank läuft der Zulauf über den Bestand.

Dazu kommt die Haftung. Beratungsdokumentation, Widerrufsinformationen und Kreditwürdigkeitsprüfung sind streng reguliert, Nachlässigkeit fällt auf. Emotional ist die Arbeit anspruchsvoller, als die Zahlenlastigkeit vermuten lässt: Es geht um Lebensentscheidungen, und Absagen wegen zu geringer Kapitaldienstfähigkeit müssen erklärt werden. Die Fluktuation in provisionsstarken Vertrieben ist hoch, in Banken deutlich niedriger.

Aussichten

Baufinanzierung bleibt ein Kerngeschäft, auch wenn das Volumen mit den Zinsen schwankt. Erfahrene Berater mit stabilem Netzwerk aus Maklern, Bauträgern und Bestandskunden sind gesucht, weil Empfehlungen die günstigste Vertriebsquelle sind. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf Kapitalanleger und größere Volumina, in die Leitung eines Beraterteams oder einer Filiale, in die Kreditanalyse und Marktfolge oder in die Selbstständigkeit als gebundener beziehungsweise freier Vermittler.

Aufgaben

  • Bedarf, Eigenkapital und Kapitaldienstfähigkeit von Privatkunden ermitteln
  • Darlehensvarianten, Zinsbindungen und Tilgungsmodelle kalkulieren und vergleichen
  • Förderprogramme von KfW und Landesförderbanken einbinden
  • Objekt- und Einkommensunterlagen prüfen und Kreditanträge vollständig aufbereiten
  • Rückfragen der Marktfolge und der Produktgeber abarbeiten
  • Beratungsgespräche im Haus, in der Filiale oder per Video führen und dokumentieren
  • Netzwerk zu Immobilienmaklern, Bauträgern und Bestandskunden pflegen
  • Cross-Selling von Absicherungs- und Bausparprodukten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Bankkaufmann oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation
  • Sachkundenachweis für Immobiliardarlehensvermittlung, bei freier Tätigkeit Erlaubnis nach Paragraf 34i GewO
  • Sicherer Umgang mit Zahlen, Haushaltsrechnungen und Vertragsunterlagen
  • Abschlussorientierung und Belastbarkeit bei monatlichen Zielvorgaben
  • Verlässliche und rechtssichere Dokumentation
  • Bereitschaft zu Abend- und gelegentlichen Samstagsterminen
  • Führerschein und Pkw bei Außenterminen

Wo man arbeitet

  • Sparkassen und Genossenschaftsbanken
  • Privat- und Direktbanken
  • Baufinanzierungsvermittler und Onlineplattformen
  • Bausparkassen und deren Außendienst
  • Finanzvertriebe und selbstständige Vermittlerbüros

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann mit IHK-Abschluss, danach einige Jahre Privatkundenberatung und der Wechsel in die Baufinanzierung. Ergänzend qualifizieren Bankfachwirt, Bankbetriebswirt oder ein Studium in Banking and Finance. Quereinsteiger mit kaufmännischem Hintergrund werden vor allem von Plattformvermittlern und Finanzvertrieben über eigene Programme ausgebildet, benötigen aber den gesetzlichen Sachkundenachweis.

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