Bankkaufmann / Versicherungskaufmann im Außendienst
Bankkaufleute und Versicherungskaufleute im Außendienst beraten Privat- und Gewerbekunden zu Vorsorge, Absicherung, Finanzierung und Vermögensaufbau – meist beim Kunden zu Hause, im Betrieb oder in der eigenen Agentur. Die Rolle arbeitet nach außen, gewinnt neue Kunden und betreut einen festen Bestand.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bankkaufmann / Versicherungskaufmann im Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 3.000 € | 3.800 € | 36.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 4.300 € | 5.800 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 6.000 € | 9.500 € | 72.000 € |
Angestellte im Ausschließlichkeitsvertrieb arbeiten meist mit einem Festanteil von etwa 60 bis 80 Prozent, tarifgebunden nach dem Manteltarifvertrag für die private Versicherungswirtschaft oder – bei Banken – nach dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe beziehungsweise dem TVöD-S der Sparkassen. Selbstständige Agenturinhaber und Makler leben nahezu vollständig von Abschluss- und Bestandsprovision; entscheidend sind dort Größe und Pflegezustand des übernommenen Bestands sowie die Stornoquote.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bankkaufmann oder Versicherungskaufmann im Außendienst?
Der Arbeitstag besteht aus Terminen: Beratungsgespräche zu Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Sach- und Haftpflichtversicherungen, Baufinanzierungen oder Anlageprodukten. Dazu kommt die Analyse der Kundensituation, das Rechnen von Angeboten in den Tarifrechnern der Gesellschaft, die Antragsaufnahme und die Dokumentation nach den Vorgaben des Versicherungsvertriebsrechts. Ein großer Teil der Arbeit ist Bestandsarbeit: Verträge anpassen, wenn Kunden heiraten, bauen, ein Kind bekommen oder den Job wechseln, Schadenmeldungen begleiten, Beitragsanpassungen erklären. Der andere Teil ist Neugeschäft – Empfehlungen einsammeln, Kontakte aus Leadlisten nachtelefonieren, Netzwerke in Vereinen und Betrieben aufbauen. Wer bei einem Ausschließlichkeitsvertrieb arbeitet, vermittelt die Produkte einer Gesellschaft; im Maklervertrieb wird zwischen Anbietern verglichen. Führungsaufgaben gehören zunächst nicht dazu, sind aber ein üblicher nächster Schritt.
Wie wird man Bankkaufmann oder Versicherungskaufmann im Außendienst?
Der klassische Weg ist eine dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann, oft verkürzt auf zweieinhalb Jahre. Viele wechseln nach einigen Jahren aus der Filiale oder dem Innendienst in den Außendienst. Der Quereinstieg ist verbreitet und ausdrücklich vorgesehen: Wer aus Handwerk, Handel, Gastronomie oder Pflege kommt, braucht die Sachkundeprüfung nach § 34d Gewerbeordnung, für Finanzanlagen zusätzlich § 34f. Die Gesellschaften bilden dafür in mehrwöchigen Lehrgängen aus, teils berufsbegleitend. Wer selbstständig als Agenturinhaber startet, braucht zusätzlich einen Registereintrag und eine Vermögensschadenhaftpflicht. Weiterbildungen zum Versicherungsfachwirt oder Fachberater für Finanzdienstleistungen bauen darauf auf.
Was der Beruf verlangt
Die Termine liegen dort, wo Kunden Zeit haben: abends und am Samstag. Wer Familienabsicherung verkauft, sitzt am Küchentisch, nicht im Büro. Die Vertriebsziele sind klar messbar und werden monatlich nachgehalten, das Einkommen hängt in vielen Modellen überwiegend an der Provision. Storno – also Verträge, die Kunden früh kündigen – wird gegengerechnet, was die Einkommensschwankung verstärkt. Der Beruf hat eine hohe Fluktuation, besonders in den ersten zwei Jahren und besonders bei selbstständigen Einstiegen ohne übernommenen Bestand. Dazu kommt die Regulatorik: Beratungsprotokolle, Weiterbildungsnachweise, Geldwäscheprüfungen. Wer Struktur und Selbstdisziplin nicht mitbringt, kommt in der Selbstorganisation schnell ins Rutschen. Belastend ist außerdem, dass Vertrauen langsam wächst: Die ersten Monate bringen viel Arbeit und wenig Abschluss.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil viele Vermittler in den nächsten Jahren in Rente gehen und Bestände neu besetzt werden müssen. Genau das ist die wichtigste Karrierefrage: Wer einen gepflegten Bestand übernimmt, verdient früher planbar. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung – Gewerbekunden, betriebliche Altersversorgung, Baufinanzierung, Vermögensberatung –, in die Führung einer Agentur oder Geschäftsstelle oder in den Wechsel zum Makler. Die Beratung selbst wird digitaler, ersetzt wird der persönliche Kontakt bei komplexen Vorsorge- und Finanzierungsthemen aber bislang nicht.
Aufgaben
- Bedarfsanalysen und Beratungsgespräche bei Privat- und Gewerbekunden führen
- Angebote zu Vorsorge, Sach-, Kranken- und Lebensversicherung kalkulieren
- Baufinanzierungen und Anlageprodukte vermitteln und begleiten
- Bestandskunden bei Lebensereignissen ansprechen und Verträge anpassen
- Neukunden über Empfehlungen, Leads und Netzwerkarbeit gewinnen
- Beratungsdokumentation und Antragsstrecken rechtssicher abwickeln
- Schadenmeldungen aufnehmen und zwischen Kunde und Gesellschaft vermitteln
- Vertriebsziele und Bestandsentwicklung im eigenen Gebiet nachhalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, idealerweise Versicherungs- oder Bankkaufmann
- Sachkundeprüfung nach § 34d GewO, für Finanzanlagen zusätzlich § 34f
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Terminen im Gebiet
- Bereitschaft zu Abend- und gelegentlichen Samstagsterminen
- Selbstorganisation, Abschlussstärke und Ausdauer bei Absagen
- Zuverlässigkeit und einwandfreie Bonität für den Registereintrag
- Sicherer Umgang mit Beratungssoftware und Tarifrechnern
Wo man arbeitet
- Versicherungsagenturen und Geschäftsstellen im Ausschließlichkeitsvertrieb
- Maklerbüros und unabhängige Finanzvertriebe
- Regionalbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit mobiler Beratung
- Strukturvertriebe und Finanzdienstleistungsgesellschaften
- Beim Kunden zu Hause oder im Betrieb, teils im Homeoffice
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre bei entsprechender Vorbildung. Quereinsteiger absolvieren stattdessen die Sachkundeprüfung nach § 34d GewO in einem mehrwöchigen Lehrgang der Gesellschaft, häufig berufsbegleitend. Aufbauend qualifizieren Versicherungsfachwirt, Fachwirt für Finanzberatung oder ein Studium in Versicherungs- und Finanzwirtschaft.
Offene Stellen als Bankkaufmann / Versicherungskaufmann im Außendienst
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- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.000 – 11.000 €
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- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 2.500 – 11.000 €
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