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Enterprise Account Executive

Enterprise Account Executives verkaufen komplexe Lösungen an Großkonzerne und öffentliche Auftraggeber, meist mit Vertragswerten im sechs- bis siebenstelligen Bereich. Sie arbeiten nach außen, führen lange Vertriebszyklen mit vielen Entscheidern und tragen ein hohes individuelles Umsatzziel.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Enterprise Account Executive verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 5.000 € 6.300 € 8.000 € 75.600 €
Mit Berufserfahrung 7.500 € 9.500 € 12.000 € 114.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 10.000 € 13.000 € 18.000 € 156.000 €

Die Werte entsprechen dem Gesamteinkommen bei üblicher Zielerreichung von etwa 70 bis 80 Prozent, nicht dem beworbenen Zielgehalt. Der feste Anteil liegt im Enterprise-Vertrieb meist bei 50 bis 60 Prozent, bei internationalen Softwareanbietern häufig genau bei 50 Prozent. Tarifbindung besteht nicht; entscheidend sind Branche, Größe des zugewiesenen Gebiets und ob ein Bestand übernommen wird oder rein neu aufgebaut werden muss.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Enterprise Account Executive?

Ein Enterprise Account Executive verantwortet den Verkauf an eine kleine Zahl sehr großer Kunden, typischerweise Konzerne mit mehreren tausend Mitarbeitern, Konzerntöchter oder große öffentliche Auftraggeber. Verkauft werden meist Software, Cloud-Dienste, Industrieanlagen oder erklärungsbedürftige Dienstleistungen. Der Zyklus von der ersten Ansprache bis zur Unterschrift dauert häufig sechs bis achtzehn Monate. In dieser Zeit spricht die Rolle mit Fachabteilungen, IT, Einkauf, Betriebsrat, Datenschutz und Geschäftsführung – oft mit zehn bis zwanzig beteiligten Personen, deren Interessen auseinandergehen.

Der Alltag besteht weniger aus Produktvorführungen als aus Koordination: Bedarf in Workshops aufnehmen, Business Cases mit Zahlen des Kunden rechnen, Pilotprojekte aufsetzen, Preismodelle mit dem eigenen Management abstimmen, Ausschreibungen beantworten und den Vertrag mit dem Zentraleinkauf und der Rechtsabteilung verhandeln. Dazu kommt die Arbeit im eigenen Haus: Presales-Engineers, Produktmanagement, Legal und Delivery müssen zum richtigen Zeitpunkt eingebunden werden. Die Rolle führt fachlich, aber in der Regel ohne disziplinarische Verantwortung. Ein erheblicher Teil der Zeit fließt in Forecast und Dokumentation im CRM – Vertriebsleitung und Konzernzentrale erwarten belastbare Prognosen pro Quartal.

Je nach Zuschnitt gewinnt die Rolle neue Konzerne (New Logo) oder baut übernommene Bestandskunden aus (Expansion). Beides existiert nebeneinander, die Anforderungen unterscheiden sich deutlich.

Wie wird man Enterprise Account Executive?

Es gibt keinen Ausbildungsweg, der direkt hierher führt. Der übliche Weg beginnt mit einem Studium in Wirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Ingenieurwesen oder einem Fach mit Branchennähe, gefolgt von einigen Jahren im Vertriebsinnendienst, in der Neukundenqualifizierung oder als Account Executive im Mittelstandssegment. Erst danach folgt der Wechsel ins Enterprise-Geschäft, weil Arbeitgeber nachweisbar abgeschlossene große Deals sehen wollen.

Quereinstieg gelingt am häufigsten aus zwei Richtungen: aus dem technischen Presales oder der Beratung, wo Branchenverständnis und Auftreten vor Vorständen bereits vorhanden sind, und aus dem klassischen Key-Account-Vertrieb anderer Branchen. Ein Einstieg direkt aus dem Einzelhandel oder dem Handwerk ist unrealistisch, über die Zwischenstufe Innendienst oder Sales Development aber möglich. Englisch auf Verhandlungsniveau ist bei internationalen Anbietern Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Der Zieldruck ist hoch und wird quartalsweise gemessen. Ein verlorener Großabschluss kann ein Jahr kosten, ohne dass Fehler erkennbar wären. Wer zwei Jahre hintereinander unter Ziel liegt, verliert die Stelle in der Regel – die Fluktuation in diesem Segment ist beträchtlich. Reisezeiten von zwei bis drei Tagen pro Woche sind normal, Abendtermine und Messebesuche kommen dazu. Zum Quartals- und Jahresende verschieben sich Arbeitszeiten deutlich nach hinten.

Schwer fällt vielen die Geduld: monatelange Phasen ohne sichtbares Ergebnis, dazu interne Politik auf beiden Seiten. Wer schnelle Abschlüsse und tägliche Erfolgserlebnisse braucht, ist im Mittelstandsvertrieb besser aufgestellt.

Aussichten

Die Nachfrage bleibt stabil, weil erfahrene Verkäufer für Großkundengeschäft knapp sind, besonders mit Branchenkenntnis in Industrie, Finanzdienstleistung oder öffentlichem Sektor. Entwicklungswege führen zum Strategic oder Global Account Manager mit einem einzigen Konzern als Verantwortung, in die Vertriebsleitung eines Segments oder in die Regionalleitung. Ein Teil wechselt in Sales Enablement, Partnervertrieb oder Beratung.

Aufgaben

  • Großkunden entwickeln und Entscheidergremien systematisch erschließen
  • Bedarfsanalysen und Workshops mit Fach- und IT-Abteilungen durchführen
  • Business Cases und Angebote mit den Kennzahlen des Kunden rechnen
  • Ausschreibungen und Rahmenverträge bearbeiten
  • Preis- und Vertragsverhandlungen mit Zentraleinkauf und Rechtsabteilung führen
  • Presales, Produktmanagement und Delivery im Deal-Team steuern
  • Forecast und Opportunity-Daten im CRM aktuell halten
  • Jahres- und Strategiegespräche mit Bestandskunden führen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium oder vergleichbare kaufmännische bzw. technische Qualifikation
  • Mehrere Jahre Vertriebserfahrung mit nachweisbar abgeschlossenen Großaufträgen
  • Sicheres Auftreten auf Geschäftsführungs- und Vorstandsebene
  • Verständnis für komplexe Beschaffungsprozesse und Buying Center
  • Englisch verhandlungssicher, bei internationalen Anbietern zwingend
  • Hohe Reisebereitschaft und Führerschein Klasse B
  • Belastbarkeit gegenüber quartalsweiser Zielmessung

Wo man arbeitet

  • Software- und Cloud-Anbieter
  • Industrieunternehmen mit Anlagen- oder Systemgeschäft
  • IT-Systemhäuser und Managed-Service-Anbieter
  • Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen
  • Telekommunikations- und Netzbetreiber
  • Homeoffice mit regelmäßiger Reisetätigkeit

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium in Wirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Ingenieurwesen, anschließend mehrere Jahre im Innendienst, in der Neukundenqualifizierung oder im Mittelstandsvertrieb. Der Wechsel ins Enterprise-Segment erfolgt meist nach fünf bis acht Berufsjahren und ohne formalen Abschluss, sondern über nachgewiesene Abschlusszahlen. Zertifizierungen zu Vertriebsmethodiken wie MEDDIC oder Challenger sind verbreitet, aber keine Voraussetzung.

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