Erster Verkäufer / Erste Kraft
Erste Verkäufer sind die rechte Hand der Filialleitung: Sie verkaufen selbst auf der Fläche, führen das Team im Tagesgeschäft und übernehmen die Filiale, wenn die Leitung nicht da ist. Der Beruf arbeitet nach innen am Bestandskunden und nach außen am Kunden im Laden.
71 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Erster Verkäufer / Erste Kraft verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.700 € | 3.000 € | 32.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.700 € | 3.000 € | 3.400 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.300 € | 3.800 € | 39.600 € |
Die Position ist in den meisten Ketten tarifgebunden, maßgeblich sind die regionalen Tarifverträge für den Einzelhandel zwischen ver.di und dem HDE, dort meist Gehaltsgruppe II bis III mit Zuschlag für Vertretungsaufgaben. Das Gehalt besteht fast vollständig aus Festgehalt; variable Anteile sind selten und liegen als Filial- oder Inventurprämie bei wenigen Prozent. Unterschiede entstehen vor allem durch Bundesland, Tarifbindung des Unternehmens und Größe der Filiale.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht eine Erste Kraft?
Die Erste Kraft, je nach Haus auch Substitut oder stellvertretende Filialleitung genannt, steht auf der Verkaufsfläche und trägt gleichzeitig Verantwortung für den Ablauf. Ein Arbeitstag beginnt meist mit der Warenannahme, der Kontrolle der Lieferung gegen den Lieferschein und der Verteilung der Aufgaben an das Team. Danach folgt Verkauf: Kunden beraten, kassieren, Reklamationen bearbeiten, Umtausch entscheiden. Dazwischen liegen die Führungsanteile: Personaleinsatz für den Tag anpassen, wenn jemand krank ausfällt, Auszubildende anleiten, Warenpräsentation nach Richtlinie umsetzen, Inventurdifferenzen nachverfolgen, Kassenabschluss und Tagesabrechnung. Bei Abwesenheit der Filialleitung übernimmt die Erste Kraft die Filiale vollständig, einschließlich Öffnen, Schließen und Verantwortung für Bargeld und Schlüssel. Die Rolle betreut bestehende Kundschaft und arbeitet an der Umsatzentwicklung der Fläche, nicht an der Gewinnung neuer Kunden.
Wie wird man Erste Kraft?
Der übliche Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder die zweijährige zum Verkäufer mit anschließender Berufserfahrung. Nach zwei bis vier Jahren auf der Fläche und nachweisbarer Zuverlässigkeit besetzen Filialisten die Position oft intern. Ein formaler Weiterbildungsabschluss ist nicht vorgeschrieben, hilft aber: Handelsfachwirt oder ein internes Nachwuchsprogramm der Kette. Quereinsteiger aus Gastronomie, Handwerk oder Pflege kommen regelmäßig unter, weil Kassen- und Warensysteme in wenigen Wochen erlernbar sind und Schichtroutine, Belastbarkeit sowie Umgang mit Menschen aus diesen Feldern mitgebracht werden. Wer ohne Handelsausbildung einsteigt, beginnt in der Regel als Verkäufer und wächst in die Rolle hinein.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf wird überwiegend stehend und gehend ausgeübt, mit Heben und Tragen beim Verräumen. Die Arbeitszeit liegt in den Öffnungszeiten, also am Abend und regelmäßig am Samstag; im Wechsel von Früh- und Spätschicht, mit Sonderöffnungszeiten vor Feiertagen. Verlässliche Freizeitplanung ist begrenzt. Die Position sitzt zwischen Team und Leitung: Sie muss Vorgaben durchsetzen, die sie nicht gemacht hat, und Personallücken auffangen, ohne über das Budget zu entscheiden. Umsatz-, Bon- und Inventurziele werden auf Filialebene ausgewertet und im Gespräch mit dem Bezirksleiter besprochen. Personalmangel und dünne Besetzung führen dazu, dass Führungsaufgaben und Verkauf in derselben Stunde erledigt werden müssen. Die Fluktuation im Filialgeschäft ist hoch, entsprechend häufig muss neu eingearbeitet werden.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in vielen Regionen höher als das Angebot, weil Filialisten Schwierigkeiten haben, Führungsnachwuchs auf der Fläche zu halten. Wer die Rolle zwei bis drei Jahre ausfüllt, hat gute Chancen auf die Filialleitung, in größeren Häusern auf eine Abteilungsleitung. Von dort führen Wege in die Bezirks- oder Regionalleitung, in den Einkauf oder in Fach- und Stabsfunktionen der Zentrale. Ein Wechsel in den Außendienst der Industrie ist möglich, weil Warenkenntnis und Verhandlungserfahrung mit Lieferanten übertragbar sind. Discount, Lebensmittel und Drogerie besetzen laufend, im Textil- und Elektrofachhandel hängt die Zahl der Stellen stärker an der Filialentwicklung des jeweiligen Unternehmens.
Aufgaben
- Kunden beraten und verkaufen auf der Fläche
- Warenannahme, Bestellung und Inventurvorbereitung
- Team im Tagesgeschäft einteilen und anleiten
- Filiale bei Abwesenheit der Leitung vollständig führen
- Kassenabschluss, Tagesabrechnung und Geldtransport
- Warenpräsentation und Aktionsaufbau nach Vorgabe umsetzen
- Reklamationen und Umtausch entscheiden
- Auszubildende und neue Mitarbeiter einarbeiten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung im Einzelhandel oder mehrjährige Verkaufserfahrung
- Sicherer Umgang mit Kasse, Warenwirtschaft und Zahlen
- Bereitschaft zu Schicht-, Abend- und Samstagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit, Arbeit im Stehen und Heben von Ware
- Führungswille und Durchsetzungsfähigkeit gegenüber dem Team
- Einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis bei Kassen- und Schlüsselverantwortung
Wo man arbeitet
- Filialen von Lebensmittelhandel und Discount
- Drogerie- und Fachmarktketten
- Textil- und Modefilialen
- Elektro- und Baumärkte
- Inhabergeführte Fachgeschäfte
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel oder die zweijährige zum Verkäufer mit anschließender Zusatzqualifikation. Nach zwei bis vier Jahren Berufserfahrung erfolgt die Beförderung meist intern, oft begleitet von einem Nachwuchsprogramm der Kette. Wer weiterkommen will, schließt den Handelsfachwirt an.
Offene Stellen als Erster Verkäufer / Erste Kraft
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