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Versicherung & Finanzvertrieb

Vermögensberater

Vermögensberater beraten Privatkunden zu Altersvorsorge, Versicherungen, Geldanlage und Finanzierungen und vermitteln dafür Produkte von Banken, Versicherern und Fondsgesellschaften. Der Beruf ist Außenvertrieb mit hohem Provisionsanteil und eigenem Kundenaufbau.

11 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vermögensberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 1.800 € 2.600 € 3.500 € 31.200 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 4.300 € 6.500 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 6.500 € 12.000 € 78.000 €

Die Werte entsprechen üblicher, nicht voller Zielerreichung. Bei Angestellten in Banken oder im Innen- und Außendienst der Versicherer liegt der feste Anteil meist bei 70 bis 90 Prozent, teils tarifgebunden nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe oder dem Bankentarif. Bei selbstständigen Handelsvertretern der Finanzvertriebe besteht das Einkommen nach der Anlaufphase praktisch vollständig aus Provision und Bestandspflegevergütung - entscheidend sind dann Bestandsgröße, übernommene Kundenbestände und Spezialisierung.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vermögensberater?

Vermögensberater sprechen mit Privatkunden über Geld: über die Lücke in der Altersvorsorge, über Berufsunfähigkeit, über den Bausparvertrag, über Fondssparpläne und Baufinanzierungen. In der Praxis beginnt die Arbeit mit einer Analyse der finanziellen Situation - Einkommen, bestehende Verträge, Familienstand, Ziele - und endet mit einem Vorschlag, der zu Abschlüssen führen soll. Die Vergütung entsteht überwiegend über Provisionen der Produktgeber, nicht über ein Honorar des Kunden.

Die Termine finden beim Kunden zu Hause, im Büro der Geschäftsstelle oder per Video statt, häufig abends. Ein großer Teil der Arbeitszeit geht nicht in Beratung, sondern in Terminvereinbarung: Empfehlungen einsammeln, Bestandskunden erneut ansprechen, Netzwerke aufbauen. Dazu kommt Dokumentation, denn jedes Beratungsgespräch ist protokollpflichtig, und die Anforderungen aus Aufsichtsrecht und Datenschutz sind über die Jahre gewachsen. Wer länger dabei ist, betreut überwiegend einen gewachsenen Bestand und lebt von Wiederanlagen, Anpassungen und Empfehlungen.

Wie wird man Vermögensberater?

Es gibt keinen geschützten Titel und keinen einzigen Weg. Verbreitet ist der Einstieg über die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann, ebenso das Studium in Betriebswirtschaft oder Finanzwirtschaft. Sehr viele kommen als Quereinsteiger aus anderen Vertriebsberufen, aus Handwerk, Gastronomie oder Pflege und werden von großen Finanzvertrieben intern qualifiziert.

Rechtlich entscheidend sind die Erlaubnisse: Für Versicherungsvermittlung ist die Sachkundeprüfung Versicherungsfachmann IHK und die Registrierung im Vermittlerregister nötig, für Finanzanlagen die Sachkundeprüfung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung, für Immobiliardarlehen die nach Paragraf 34i. Wer angestellt bei einer Bank oder einem Versicherer arbeitet, ist über die Erlaubnis des Hauses abgedeckt. Viele Berufsanfänger starten dagegen als selbstständige Handelsvertreter mit einer Anlaufunterstützung, die nach einigen Monaten ausläuft.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf verlangt vor allem, Termine zu bekommen. Wer das nicht mag, hält ihn nicht durch. Die Fluktuation in den Finanzvertrieben ist hoch, besonders in den ersten zwei Jahren, weil Einkommen und Kundenbestand erst aufgebaut werden müssen und der feste Anteil klein ist. Abend- und gelegentliche Wochenendtermine sind normal, weil Kunden dann Zeit haben. Dazu kommt die Fahrzeit im Gebiet.

Inhaltlich ist ständige Weiterbildung Pflicht, gesetzlich mit einer festen Stundenzahl pro Jahr. Belastend ist für viele der Interessenkonflikt zwischen Provision und Kundenbedarf, ebenso der Umgang mit Kunden, deren Anlagen an Wert verlieren, oder mit Reklamationen zu Verträgen, die Jahre zurückliegen. Wer den Bestand pflegt und Vertrauen hält, bekommt Empfehlungen; wer schnell verkauft, verliert Kunden wieder.

Aussichten

Die Nachfrage bleibt hoch, weil die Altersstruktur in der Branche ungünstig ist und viele Berater in den nächsten Jahren ihre Bestände übergeben. Der Bedarf an Vorsorge- und Anlageberatung sinkt nicht, wohl aber die Bereitschaft, für einfache Produkte einen Vermittler zu bezahlen - Standardversicherungen und Depots laufen zunehmend online. Wer bleibt, spezialisiert sich: Baufinanzierung, betriebliche Altersvorsorge, Ruhestandsplanung, Beratung von Selbstständigen und Ärzten. Entwicklungswege führen in die Leitung einer Geschäftsstelle mit eigenem Team, in eine unabhängige Maklertätigkeit oder in die Honorarberatung.

Aufgaben

  • Finanz- und Vorsorgesituation von Privatkunden analysieren
  • Beratungsgespräche zu Altersvorsorge, Absicherung und Geldanlage führen
  • Angebote vergleichen, Anträge aufnehmen und Abschlüsse vermitteln
  • Termine über Empfehlungen, Bestandskunden und eigene Netzwerke gewinnen
  • Bestandskunden regelmäßig überprüfen und Verträge anpassen
  • Beratungsprotokolle und Dokumentationspflichten erfüllen
  • Schäden, Leistungsfälle und Kundenanfragen begleiten
  • Fachliche Weiterbildung nach gesetzlicher Vorgabe nachweisen

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung, wirtschaftliches Studium oder Quereinstieg mit interner Qualifizierung
  • Sachkundeprüfung Versicherungsfachmann IHK oder Erlaubnis nach Paragraf 34f bzw. 34i Gewerbeordnung
  • Registrierung im Vermittlerregister, saubere Schufa und Führungszeugnis
  • Bereitschaft zu Abendterminen und Fahrten im Gebiet
  • Führerschein und meist eigener Pkw
  • Ausgeprägte Bereitschaft zur Kundenakquise und Umgang mit Absagen
  • Zahlenverständnis und Genauigkeit bei Dokumentation

Wo man arbeitet

  • Geschäftsstellen großer Finanzvertriebe
  • Versicherungsagenturen und Maklerbüros
  • Banken und Sparkassen im Privatkundengeschäft
  • Eigene selbstständige Beratungspraxis
  • Beim Kunden zu Hause und im Homeoffice

Der Weg in den Beruf

Der klassische Weg führt über eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Bankkaufmann. Quereinsteiger absolvieren meist eine mehrmonatige interne Qualifizierung beim Vertrieb und legen parallel die IHK-Sachkundeprüfung ab. Der Berufszugang steht und fällt mit diesen Erlaubnissen, nicht mit einem bestimmten Abschluss.

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