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Versicherung & Finanzvertrieb

Kundenberater Versicherung

Kundenberater in der Versicherung betreuen einen festen Bestand an Privat- oder Gewerbekunden, prüfen deren Absicherung und verkaufen passende Verträge. Die Arbeit findet in der Agentur, beim Kunden zu Hause oder telefonisch statt.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Kundenberater Versicherung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 2.900 € 3.500 € 34.800 €
Mit Berufserfahrung 3.100 € 3.800 € 4.800 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 5.200 € 7.500 € 62.400 €

Die Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus. Im Angestelltenverhältnis nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe liegt der feste Anteil bei etwa 70 bis 85 Prozent; im selbstständigen Ausschließlichkeitsvertrieb und im Maklerbetrieb besteht das Einkommen nahezu vollständig aus Abschluss- und Bestandsprovision, dann entscheidet vor allem die Größe des übernommenen Bestands.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Kundenberater Versicherung?

Kundenberater in der Versicherung arbeiten mit einem zugeteilten Bestand: Haushalte oder kleine Gewerbebetriebe, die bereits Verträge bei der Gesellschaft haben. Der Kern der Arbeit ist das Beratungsgespräch. Dabei wird erfasst, welche Risiken bestehen, welche Verträge vorhanden sind und wo Lücken oder überflüssige Doppelungen liegen. Daraus entsteht ein Vorschlag, meist über Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Rechtsschutz, Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge.

Ein großer Teil des Tages besteht aus Terminen: in der Agentur, beim Kunden am Küchentisch oder per Video. Dazwischen liegt Bürozeit für Angebotserstellung, Vertragsänderungen, Nachbearbeitung und die Begleitung von Schadenfällen. Schadenmeldungen aufnehmen, an die Regulierung weiterreichen, dem Kunden erklären, was gezahlt wird und was nicht - das gehört dazu und ist oft der unangenehme Teil. Hinzu kommt die eigene Terminakquise: Bestandskunden anrufen, Anlässe wie Umzug, Hausbau, Geburt oder Vertragsablauf nutzen, Empfehlungen erfragen. Wer im Ausschließlichkeitsvertrieb einer Gesellschaft arbeitet, verkauft nur deren Produkte; im Maklerbetrieb wird aus dem Markt ausgewählt.

Wie wird man Kundenberater Versicherung?

Der klassische Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Viele Gesellschaften stellen aber Quereinsteiger ein, etwa aus Einzelhandel, Bankwesen, Handwerk oder Gastronomie, und qualifizieren sie über die Sachkundeprüfung "Geprüfter Versicherungsfachmann IHK" nach. Diese Sachkunde ist gesetzlich vorgeschrieben, die Vorbereitung dauert je nach Modell einige Wochen im Vollzeitlehrgang oder mehrere Monate berufsbegleitend. Wer zusätzlich Finanzanlagen vermittelt, braucht eine weitere Sachkunde nach Gewerbeordnung. Fortlaufende Weiterbildung ist Pflicht: 15 Stunden pro Jahr, dokumentiert.

Was der Beruf verlangt

Der Beruf steht unter Zielvorgaben. Gemessen wird an Bewertungssumme, Vertragsstückzahl oder Neugeschäft pro Sparte, und die Zahlen werden monatlich besprochen. Wer nur verwaltet und nicht verkauft, hält sich in dieser Rolle nicht lange. Die Fluktuation in den ersten zwei Jahren ist hoch, vor allem bei Quereinsteigern, die den Akquiseanteil unterschätzen.

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Kunden. Termine am frühen Abend sind normal, Samstagvormittage kommen vor, besonders im Privatkundengeschäft mit Berufstätigen. Dazu gehört Absagefestigkeit: Nicht jeder Anruf führt zum Termin, nicht jeder Termin zum Abschluss. Belastend empfinden viele die Doppelrolle zwischen Beratung und Verkauf, gerade bei Vorsorgeprodukten mit langer Laufzeit, und die Gespräche nach abgelehnten Schadenfällen. Die Dokumentationspflichten sind umfangreich; Beratungsprotokolle müssen sauber sein, weil sie im Streitfall zählen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil. Der Altersschnitt in der Ausschließlichkeitsorganisation ist hoch, viele Agenturen suchen Nachfolger, und die Gesellschaften bilden aktiv Quereinsteiger aus. Wer bleibt, kann sich auf Gewerbekunden, Kranken- oder Vorsorgegeschäft spezialisieren, was höhere Abschlusswerte bringt. Weitere Wege führen in die Agenturleitung mit eigener Verantwortung für Personal und Kosten, in den Maklervertrieb, in die Vertriebsführung als Bezirksdirektor oder in Innendienstfunktionen wie Underwriting und Schadenregulierung. Digitale Abschlussstrecken nehmen einfache Sachverträge ab; komplexe Beratung bleibt persönlich.

Aufgaben

  • Bestandskunden telefonisch und persönlich zu Beratungsterminen einladen
  • Bedarf analysieren und bestehende Verträge auf Lücken prüfen
  • Angebote in Sach-, Kranken- und Vorsorgesparten erstellen und präsentieren
  • Verträge abschließen, ändern und Kündigungen abwehren
  • Schadenmeldungen aufnehmen und den Regulierungsverlauf begleiten
  • Beratungsprotokolle und Dokumentation rechtssicher führen
  • Empfehlungen einholen und neue Kunden gewinnen
  • Monatliche Zielgespräche zu Bewertungssumme und Stückzahlen führen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Berufsausbildung, kaufmännisch oder fachfremd
  • Sachkunde als Geprüfter Versicherungsfachmann IHK oder Bereitschaft, sie nachzuholen
  • Führerschein Klasse B und eigener Pkw für Außentermine
  • Sichere Gesprächsführung und Belastbarkeit gegenüber Absagen
  • Bereitschaft zu Abendterminen und gelegentlich Samstagsarbeit
  • Einwandfreie Schufa und polizeiliches Führungszeugnis für die Zulassung
  • 15 Stunden dokumentierte Weiterbildung pro Jahr

Wo man arbeitet

  • Versicherungsagenturen im Ausschließlichkeitsvertrieb
  • Makler- und Mehrfachagenturbetriebe
  • Geschäftsstellen und Regionaldirektionen der Versicherer
  • Banken und Sparkassen mit Versicherungsvertrieb
  • Beim Kunden zu Hause oder im Betrieb
  • Homeoffice für Telefonie und Nachbearbeitung

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss. Quereinsteiger steigen über ein Traineeprogramm der Gesellschaft ein und legen innerhalb weniger Monate die Sachkundeprüfung zum Geprüften Versicherungsfachmann IHK ab. Danach folgen berufsbegleitende Aufbauqualifikationen bis hin zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen.

Offene Stellen als Kundenberater Versicherung

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