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Kundenservice & Kundenbetreuung

Privatkundenberater

Privatkundenberater betreuen private Kunden einer Bank, Sparkasse oder Versicherung in Geldfragen: Konten, Kredite, Vorsorge und Anlagen. Die Arbeit findet überwiegend am festen Standort statt, mit Terminen, Telefonie und Videoberatung.

26 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Privatkundenberater verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.900 € 3.300 € 3.800 € 39.600 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.100 € 4.900 € 49.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.200 € 5.000 € 6.500 € 60.000 €

Bei Banken und Sparkassen gilt meist ein Tarifvertrag: der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der TVöD-S beziehungsweise der Tarifvertrag für die öffentlichen Banken; dort liegt der Festanteil bei rund 90 Prozent, die variable Komponente ist klein und an Institutsergebnis und Zielerreichung gekoppelt. Deutlich stärker schwankt das Einkommen bei Versicherern und freien Finanzvertrieben, wo der feste Anteil oft nur bei 50 bis 70 Prozent liegt oder ganz entfällt; ausschlaggebend sind außerdem Institutsgröße, Region und ob ein gewachsener Bestand übernommen wird.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Privatkundenberater?

Privatkundenberater sind für einen festen Kundenbestand zuständig, meist mehrere hundert bis über tausend Haushalte. Sie führen Beratungsgespräche zu Girokonten, Ratenkrediten, Baufinanzierungen, Bausparen, Altersvorsorge, Versicherungen und Wertpapieranlagen. Der Alltag besteht aus vorbereiteten Terminen im Beratungszimmer oder per Video, Telefonaktionen zu Anlässen wie auslaufenden Festgeldern oder Kreditjubiläen, Nachbearbeitung im Kernbanksystem und der Bearbeitung von Serviceanliegen, die aus der Beratung heraus entstehen.

Die Rolle arbeitet nach innen und nach außen zugleich: Sie betreut überwiegend Bestandskunden, soll diesen Bestand aber ausbauen und über Empfehlungen neue Kunden gewinnen. Führungsaufgaben gehören nicht dazu, wohl aber die Zusammenarbeit mit Spezialisten für Baufinanzierung, Vermögensanlage oder Firmenkunden, an die anspruchsvollere Fälle übergeben werden. Ein wachsender Teil der Arbeit ist Dokumentation: Beratungsprotokolle, Geeignetheitsprüfungen, Legitimation und Geldwäscheprüfung sind gesetzlich vorgeschrieben und binden Zeit.

Wie wird man Privatkundenberater?

Der klassische Weg ist die duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, danach einige Jahre im Service oder in der Standardberatung und der Aufstieg in die Privatkundenberatung. Viele Institute erwarten zusätzlich einen Abschluss als Bankfachwirt oder Sparkassenfachwirt. Auch der Weg über ein Studium in Betriebswirtschaft oder Finanzwirtschaft mit Traineeprogramm ist verbreitet. Versicherer und Finanzvertriebe setzen häufiger auf Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen.

Quereinstieg ist möglich, aber an Nachweise gebunden. Wer Wertpapiere berät, muss die Sachkunde nach den Vorgaben der Wertpapierhandelsgesetz-Mitarbeiteranzeigeverordnung belegen, für Immobiliardarlehen und Versicherungsvermittlung gelten eigene Sachkundeanforderungen. Institute stellen Quereinsteiger mit Vertriebs- oder Serviceerfahrung ein und schulen sie über mehrere Monate nach, häufig zunächst in Servicerollen.

Was der Beruf verlangt

Der Zieldruck ist real und wird engmaschig gemessen: Stückzahlen bei Vorsorge, Volumina bei Kredit und Anlage, Termine pro Woche, oft in wöchentlichen Vertriebsrunden besprochen. Wer Beratung als reine Servicearbeit versteht, hält das schlecht durch. Gleichzeitig regulieren Aufsicht und Compliance jedes Gespräch, was viele als Widerspruch zum Verkaufsziel erleben.

Die Arbeitszeiten sind planbarer als im Außendienst, aber nicht bürofreundlich: Beratungstermine liegen häufig am späten Nachmittag oder Abend, dazu kommen einzelne Samstagsaktionen. Filialschließungen und Zusammenlegungen führen dazu, dass Betreuungsbestände wachsen und Wege zum Arbeitsort länger werden. Belastend ist außerdem die emotionale Seite: Gespräche über Überschuldung, Erbfälle oder Verluste im Depot gehören dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis gut, weil viele Institute gleichzeitig Stellen im Service abbauen und in der qualifizierten Beratung suchen. Der Altersabgang in der Branche ist hoch. Entwicklungswege führen in die Vermögensberatung für gehobene Privatkunden, in die Baufinanzierungs- oder Anlagespezialistenrolle, in die Firmenkundenbetreuung oder in die Filialleitung. Wer sich zum Financial Consultant oder über ein berufsbegleitendes Studium weiterqualifiziert, verbessert die Aussichten deutlich. Ein Wechsel in Versicherungsvertrieb, Bausparkassenaußendienst oder freie Finanzvermittlung ist üblich, dort steigt der Provisionsanteil und die Sicherheit sinkt.

Aufgaben

  • Beratungsgespräche zu Konten, Krediten, Vorsorge und Anlage führen
  • einen festen Kundenbestand betreuen und Anlässe systematisch nachverfolgen
  • Termine telefonisch vereinbaren und Kampagnenlisten abarbeiten
  • Baufinanzierungen und Ratenkredite vorbereiten und Unterlagen prüfen
  • Beratungsprotokolle, Geeignetheitsprüfungen und Legitimationen dokumentieren
  • Kunden bei komplexen Themen an Spezialisten überleiten
  • Empfehlungen und Neukundenkontakte aus dem Bestand entwickeln
  • Vertriebsziele nachhalten und in Vertriebsrunden berichten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung im Bank- oder Versicherungsbereich oder ein wirtschaftliches Studium
  • Sachkundenachweise für Wertpapier-, Immobiliardarlehens- und Versicherungsberatung
  • sicherer Umgang mit Zahlen, Zinsrechnung und Produktbedingungen
  • Gesprächsführung und Belastbarkeit bei Zielvorgaben
  • saubere Schufa-Auskunft und einwandfreies Führungszeugnis, in der Regel Voraussetzung
  • Bereitschaft zu Terminen am späten Nachmittag und einzelnen Samstagen

Wo man arbeitet

  • Filialen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken
  • Privatkundenbereiche von Geschäftsbanken
  • Beratungscenter und Videoberatungsstandorte
  • Agenturen und Vertriebsdirektionen von Versicherern
  • Finanzvertriebe und Vermittlerbüros

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweieinhalb- bis dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, gefolgt von einigen Jahren im Service oder in der Standardberatung. Der Sprung in die Privatkundenberatung erfolgt meist nach einer Weiterbildung zum Bank- oder Sparkassenfachwirt, die berufsbegleitend etwa zwei Jahre dauert. Quereinsteiger mit Vertriebserfahrung werden über mehrmonatige Schulungsprogramme und die vorgeschriebenen Sachkundenachweise nachqualifiziert.

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