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Vertrieb & Verkauf allgemein

Quereinsteiger im Vertrieb

Quereinsteiger im Vertrieb wechseln ohne kaufmännische Ausbildung in eine Verkaufsrolle und lernen Produkt, Gesprächsführung und Abschluss im Betrieb. Der Einstieg erfolgt meist über Telefonvertrieb, Außendienst mit festem Gebiet oder den Direktvertrieb an Privatkunden.

52 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Quereinsteiger im Vertrieb verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.700 € 3.400 € 32.400 €
Mit Berufserfahrung 2.900 € 3.600 € 4.800 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.600 € 4.600 € 6.500 € 55.200 €

Die Werte gelten für übliche, nicht für volle Zielerreichung; der feste Anteil liegt bei Einsteigern meist zwischen 60 und 80 Prozent, im Direkt- und Versicherungsvertrieb häufig deutlich darunter oder bei reiner Provision ohne Fixum. Entscheidend sind Provisionsmodell, Produkt und ob ein Bestand übernommen wird oder ausschließlich kalt akquiriert werden muss.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Quereinsteiger im Vertrieb?

Der Alltag hängt vom Einstiegsfeld ab, folgt aber einem ähnlichen Muster: Kontakte aus einer Liste oder einem CRM ansprechen, Bedarf klären, Termine vereinbaren, Angebote erstellen, nachfassen und abschließen. Im Innendienst und Telefonvertrieb bedeutet das dreißig bis siebzig Gespräche am Tag, dokumentiert im System. Im Außendienst sind es drei bis sechs Termine, dazwischen Fahrzeit und abends die Nachbereitung. Im Direktvertrieb an Privathaushalte, etwa bei Energie, Versicherungen oder Photovoltaik, kommen Termine am Abend und am Samstag dazu.

Am Anfang steht in der Regel Neukundengewinnung, nicht Bestandsbetreuung. Bestandskunden werden erfahrenen Kollegen zugeordnet, Quereinsteiger bekommen kalte Listen. Wer sich hält, übernimmt nach ein bis zwei Jahren Bestand oder ein eigenes Gebiet. Führungsaufgaben gibt es in dieser Phase nicht.

Wie wird man Quereinsteiger im Vertrieb?

Einen Ausbildungsweg gibt es nicht, und genau das macht das Feld für Wechsler offen. Unternehmen stellen Menschen aus Gastronomie, Handwerk, Einzelhandel, Pflege und Logistik ein, weil dort Kundenkontakt, Belastbarkeit und Schichtdisziplin bereits vorhanden sind. Verlangt wird meist ein Schulabschluss, gutes Deutsch, für den Außendienst der Führerschein.

Die Einarbeitung dauert je nach Produkt zwei Wochen bis drei Monate und besteht aus Produktschulung, Gesprächsleitfaden, Mithören oder Mitfahren und ersten eigenen Kontakten unter Beobachtung. In regulierten Feldern kommt eine Sachkundeprüfung hinzu, etwa nach Paragraf 34d der Gewerbeordnung für Versicherungsvermittlung. Wer bleiben will, holt später oft den Geprüften Fachwirt für Vertrieb oder eine Handelsfachwirt-Qualifikation nach.

Was der Beruf verlangt

Die ehrlichste Zahl in diesem Beruf ist die Fluktuation. In Telefonvertrieb und Direktvertrieb verlässt ein erheblicher Teil der Einsteiger die Stelle im ersten Jahr, weil die Ablehnungsquote hoch ist und das Einkommen bei schwacher Zielerreichung dünn bleibt. Wer täglich zwanzig Absagen einsteckt und beim einundzwanzigsten Gespräch dieselbe Energie aufbringt, ist im richtigen Feld. Wer Absagen persönlich nimmt, nicht.

Dazu kommen Kennzahlen, die wöchentlich besprochen werden: Kontakte, Termine, Abschlussquote, Umsatz. Der Druck ist sichtbar und öffentlich. Im Außendienst kommen Reisezeiten und unregelmäßige Tage dazu, im Direktvertrieb Abend- und Wochenendtermine. Auf Verträge mit hohem Provisionsanteil, freiem Handelsvertreterstatus nach Paragraf 84 HGB oder Vorschussregelungen sollte man genau schauen, bevor man unterschreibt.

Aussichten

Die Nachfrage ist konstant hoch, weil viele Arbeitgeber Vertriebsstellen dauerhaft nachbesetzen. Bewerbungen von Quereinsteigern werden ernsthaft geprüft, oft schneller als in anderen Feldern. Wer die ersten achtzehn Monate übersteht und Zahlen vorweisen kann, hat einen Lebenslauf, der im Vertrieb überall zählt.

Entwicklungswege führen vom Telefonvertrieb in den Außendienst, von einfachen Produkten zu erklärungsbedürftigen Lösungen mit längeren Verkaufszyklen, vom Privatkunden- ins Geschäftskundengeschäft und von dort in Key-Account-Betreuung oder Teamleitung. Der Sprung ins Geschäftskundenfeld bringt in der Regel den größten Einkommenssprung, verlangt aber Sicherheit in Kalkulation und Verhandlung.

Aufgaben

  • Kaltkontakte aus Listen oder CRM telefonisch ansprechen
  • Bedarf im Gespräch klären und Termine vereinbaren
  • Produkte und Preise erklären, Einwände behandeln
  • Angebote erstellen und systematisch nachfassen
  • Abschlüsse herbeiführen und Verträge sauber dokumentieren
  • Kundentermine im Gebiet planen und Fahrzeiten organisieren
  • Eigene Kennzahlen führen und im Wochengespräch berichten

Voraussetzungen

  • Schulabschluss, kaufmännische Ausbildung nicht erforderlich
  • Sicheres, verständliches Deutsch am Telefon und im Gespräch
  • Belastbarkeit gegenüber Ablehnung und Zieldruck
  • Selbstorganisation ohne enge tägliche Anleitung
  • Führerschein Klasse B für Außendienstrollen
  • Bereitschaft zu Abend- und Samstagsterminen im Direktvertrieb
  • Je nach Feld Sachkundenachweis, etwa nach Paragraf 34d GewO

Wo man arbeitet

  • Callcenter und Vertriebsinnendienst
  • Außendienstorganisationen von Herstellern und Großhändlern
  • Energieversorger und Telekommunikationsanbieter
  • Versicherungs- und Finanzvertriebe
  • Direktvertriebsunternehmen
  • Softwarehäuser mit eigenem Vertriebsteam

Der Weg in den Beruf

Ein formaler Ausbildungsweg existiert nicht; der Einstieg erfolgt über eine betriebliche Einarbeitung von zwei Wochen bis drei Monaten mit Produktschulung, Leitfadentraining und begleiteten Kundengesprächen. In regulierten Bereichen ist vorab eine Sachkundeprüfung abzulegen. Wer sich im Beruf hält, ergänzt später häufig eine Aufstiegsfortbildung wie den Geprüften Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel oder eine IHK-Weiterbildung im Vertriebsmanagement.

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