Was macht ein Technischer Berater im Außendienst?
Der Technische Berater im Außendienst arbeitet nach außen und überwiegend bestandsorientiert: Er betreut Kunden in einem festgelegten Gebiet, die Maschinen, Bauteile, Werkstoffe, Chemie, Antriebstechnik, Medizintechnik oder Baustoffe einsetzen. Anders als der klassische Verkaufsaußendienst steht am Anfang nicht der Preis, sondern die Anwendung: Welche Belastung liegt an, welche Toleranzen sind gefordert, welches Material passt zu welchem Medium, wie lässt sich eine bestehende Anlage nachrüsten. Aus dieser Klärung entsteht die Auslegung, daraus das Angebot.
Ein Arbeitstag besteht meist aus zwei bis vier Kundenterminen, dazwischen Fahrzeit, abends oder früh morgens die Dokumentation im CRM, Angebotsvorbereitung und Rückfragen an die technische Abteilung im Innendienst. Häufig kommen Termine direkt in der Produktion, auf Baustellen oder im Labor dazu, teils mit Musterteilen, Messgeräten oder Testaufbauten. Neukundengewinnung gehört dazu, hat aber meist geringeres Gewicht als bei reinen Verkäuferrollen; entscheidend ist, Anteile bei bestehenden Kunden auszubauen und bei Neuentwicklungen früh in der Spezifikation zu stehen. Führungsverantwortung ist in der Regel nicht Teil der Rolle.
Wie wird man Technischer Berater im Außendienst?
Es gibt keinen eigenen Ausbildungsberuf. Der häufigste Weg führt über eine technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Elektroniker, Mechatroniker, Anlagenmechaniker oder Chemielaborant, gefolgt von Berufsjahren in Montage, Service, Konstruktion oder Anwendungstechnik. Darauf folgt oft eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister. Der zweite Weg ist ein Studium in Maschinenbau, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Bauingenieurwesen oder Wirtschaftsingenieurwesen. Quereinstieg gelingt vor allem aus dem technischen Kundendienst und aus der Werkstatt heraus, weil dort das Anwendungswissen und der Umgang mit Kunden bereits vorhanden sind. Vertriebstechniken werden meist im Unternehmen vermittelt, ergänzt durch Produktschulungen beim Hersteller, die sich über die ganze Laufzeit der Tätigkeit fortsetzen.
Was der Beruf verlangt
Die Reisezeit ist der härteste Teil. Gebiete umfassen häufig ein bis drei Bundesländer, jährliche Fahrleistungen von 40.000 bis 60.000 Kilometern sind normal, Übernachtungen fallen je nach Zuschnitt eine bis drei Nächte pro Woche an. Wer Familie mit festen Abläufen hat, muss das ehrlich rechnen. Die Arbeitszeit ist selbst zu strukturieren, Büroarbeit landet dadurch oft in den Abend.
Fachlich verlangt der Beruf, Fehler zuzugeben und Reklamationen auszuhalten, denn Anwendungsberatung bedeutet Mitverantwortung, wenn ein Bauteil ausfällt oder eine Auslegung nicht trägt. Zieldruck existiert, ist aber meist moderater als im Neukundenvertrieb, weil Projektzyklen lang sind und Umsätze erst nach Monaten sichtbar werden. Schwer fällt vielen die Doppelrolle: technisch überzeugen und trotzdem Preise durchsetzen. Vor Ort sind Sicherheitsschuhe, Helm und Gehörschutz Alltag, Termine finden in Lärm, Staub und Hitze statt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in vielen Branchen höher als das Angebot, weil Bewerber mit technischer Tiefe und Reisebereitschaft selten sind. Die Fluktuation liegt niedriger als im allgemeinen Außendienst. Entwicklungswege führen in die Gebiets- oder Vertriebsleitung, in das Key-Account-Management für Konzernkunden, in die Anwendungstechnik oder das Produktmanagement in der Zentrale. Wer im Gebiet bleiben will, kann sich über Spezialisierung auf komplexe Systeme oder eine Produktsparte weiterentwickeln.