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Einzelhandel & Filiale

Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft

Verkäufer, die im Bedarfsfall die Erste Verkaufskraft vertreten: Sie verkaufen an der Fläche und übernehmen bei Abwesenheit der Ersten Kraft deren Aufgaben – Kassenabschluss, Personaleinsatz, Warensteuerung. Eine Rolle mit Kundenkontakt nach außen und Verantwortung nach innen.

190 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.450 € 2.700 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.600 € 2.900 € 3.200 € 34.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €

Maßgeblich sind die Gehaltstarifverträge für den Einzelhandel der jeweiligen Bundesländer; die Vertretung der Ersten Kraft wird dort meist einer eigenen Gehaltsgruppe oder Zwischenstufe zugeordnet, weshalb die Spanne eng bleibt. Das Einkommen ist praktisch vollständig fest, Provision ist unüblich; Zuschläge für Spätdienst und Samstag sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld kommen hinzu, sind hier aber nicht eingerechnet. Nicht tarifgebundene Filialisten zahlen häufig unter dem Tarifniveau.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft?

Der größere Teil der Arbeitszeit ist normales Verkaufsgeschäft: Kunden beraten, Ware im Regal auffüllen, Preise und Aktionsflächen aufbauen, kassieren, Reklamationen aufnehmen, Frische kontrollieren und abschreiben. Dazu kommt die zweite Rolle, die den Beruf ausmacht. Ist die Erste Verkaufskraft im Urlaub, krank oder in der Nachmittagsschicht nicht im Haus, übernimmt die Vertretung deren Aufgaben: Schlüssel und Alarmanlage, Kassenabschluss und Geldtransport, Einteilung der Kolleginnen und Kollegen auf Kasse und Fläche, Bestellungen und Nachbestellungen bei Lücken, Annahme und Kontrolle der Lieferungen, Umgang mit Inventurdifferenzen und Diebstahlfällen.

Die Rolle betreut bestehende Kunden – Stammkundschaft im Einzugsgebiet – und gewinnt sie nicht neu. Nach innen führt sie auf Zeit und ohne volle Weisungsbefugnis: Wer vertritt, muss Anweisungen geben, die er am nächsten Tag als Kollege wieder relativieren muss. Das ist der eigentliche Kern der Aufgabe und ihre schwierigste Seite.

Wie wird man Verkäufer als Vertretung der Ersten Kraft?

Der übliche Weg führt über die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel. Die Vertretungsfunktion ist keine eigene Ausbildung, sondern eine Zuweisung im Betrieb, meist nach zwei bis vier Jahren auf der Fläche und häufig verbunden mit einer höheren Gehaltsgruppe des Tarifvertrags. Voraussetzung ist in der Praxis, dass die Filialleitung Zuverlässigkeit bei Kasse und Abschluss sieht.

Quereinstieg ist verbreitet und wird von Lebensmittel-, Drogerie- und Textilfilialisten aktiv betrieben, besonders aus Gastronomie, Bäckerei und Fleischerei. Wer dort Kassen- und Schichtverantwortung getragen hat, wird oft nach wenigen Monaten als Vertretung eingesetzt. Ohne Abschluss dauert der Weg in die höhere Gehaltsgruppe länger; einzelne Ketten bieten interne Lehrgänge oder die externe Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer an.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeit liegt im Rahmen der Öffnungszeiten, also früh, spät und samstags. Wer vertritt, wird zusätzlich für die unbeliebten Schichten eingeteilt, weil er den Abschluss darf. Die Arbeit findet fast vollständig im Stehen und Gehen statt, mit Heben von Kartons, Getränkekisten und Rollcontainern. Kalte Kühlbereiche gehören in Lebensmittelmärkten dazu.

Belastend sind vor allem die Doppelrolle und der Personalmangel. Wenn die Erste Kraft ausfällt, bleibt die Arbeit dieselbe, aber die eigene Verkaufsleistung wird weiter erwartet. Kennzahlen sind Umsatz, Inventurdifferenz und Personalstunden; Zieldruck entsteht selten über Provision, sondern über Vorgaben von Bezirks- und Regionalleitung. Kundenkonflikte, Ladendiebstahl und kurzfristige Krankmeldungen im Team landen bei der Vertretung. Die Fluktuation im Filialeinzelhandel ist hoch.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und regional flächendeckend, weil Filialisten laufend Vertretungsstrukturen besetzen müssen und viele Erste Kräfte in Ruhestand gehen. Wer die Vertretung zwei Jahre ohne größere Inventurprobleme führt, wird in der Regel als Erste Verkaufskraft, Substitut oder stellvertretender Marktleiter angesprochen. Danach folgen Marktleitung, Bezirks- oder Regionalleitung, in größeren Häusern der Wechsel in den Einkauf oder in die Ausbildungsbetreuung. Ein weiterer Weg ist der Wechsel in den Außendienst eines Herstellers, etwa in die Regalbetreuung oder den Fachhandelsvertrieb, wo Kenntnis der Flächenlogik und der Entscheider im Markt direkt verwertbar ist.

Aufgaben

  • Kunden beraten und an der Kasse bedienen
  • Ware annehmen, prüfen, einräumen und Aktionsflächen aufbauen
  • Kassenabschluss, Tagesabrechnung und Geldtransport bei Vertretung
  • Schichten und Pausen der Kollegen einteilen, wenn die Erste Kraft fehlt
  • Bestände kontrollieren, Lücken nachbestellen, Abschriften erfassen
  • Frische, Mindesthaltbarkeit und Preisauszeichnung überwachen
  • Reklamationen und Kundenbeschwerden bearbeiten
  • Auszubildende und neue Kollegen auf der Fläche anleiten

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung als Verkäufer oder Kaufmann im Einzelhandel, alternativ mehrjährige Verkaufspraxis
  • Sicherer Umgang mit Kasse, Abrechnung und Warenwirtschaftssystem
  • Bereitschaft zu Früh-, Spät- und Samstagsschichten
  • Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Heben von Kisten und Rollcontainern
  • Einwandfreie Zuverlässigkeit im Umgang mit Bargeld und Schlüsseln
  • Fähigkeit, Kollegen Anweisungen zu geben, ohne dauerhaft vorgesetzt zu sein
  • Gute Deutschkenntnisse für Beratung und Beschwerdefälle

Wo man arbeitet

  • Lebensmittel-Supermärkte und Discounter
  • Drogerie- und Fachmarktfilialen
  • Textil- und Schuhfilialisten
  • Bäckerei- und Metzgereifilialen
  • Tankstellen- und Convenience-Shops
  • Warenhäuser und Fachabteilungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Die Vertretungsfunktion wird danach im Betrieb übertragen, meist nach zwei bis vier Jahren auf der Fläche und oft verbunden mit einer höheren tariflichen Gehaltsgruppe. Quereinsteiger mit Kassen- und Schichterfahrung werden eingearbeitet und können die Prüfung extern nachholen.

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