Verkäufer im Vertrieb
Verkäufer im Einzelhandel beraten Kunden auf der Fläche, verkaufen aktiv und halten Warenbestand, Präsentation und Kasse in Ordnung. Die Arbeit ist Verkauf am Kunden vor Ort, mit festem Standort statt Reisetätigkeit.
40 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer im Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.450 € | 2.800 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.800 € | 3.200 € | 33.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.300 € | 4.000 € | 39.600 € |
In tarifgebundenen Betrieben richtet sich das Gehalt nach dem Gehaltstarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, die Spanne ist dort eng. Außerhalb der Tarifbindung, etwa in kleinen Fachgeschäften, liegt die Bezahlung oft am unteren Rand. Der feste Anteil beträgt in der Regel 90 bis 100 Prozent; Provision oder Prämien auf Umsatz und Zusatzverkäufe kommen fast nur im beratungsintensiven Fachhandel dazu und machen dort meist unter 15 Prozent aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer im Vertrieb?
Verkäufer im Einzelhandel arbeiten am Kunden, aber nach innen gerichtet: Sie gewinnen keine Kunden im Gebiet, sondern verkaufen an die Menschen, die in die Filiale kommen. Der Tag besteht aus Beratungsgesprächen, Kassieren, Warenannahme, Verräumen, Preisauszeichnung und Bestandskontrolle. Je nach Sortiment ist der Beratungsanteil sehr unterschiedlich: Im Lebensmitteldiscount steht Warenverfügbarkeit im Vordergrund, im Fachhandel für Möbel, Sport, Elektronik oder Bekleidung zählt das Verkaufsgespräch mit Bedarfsanalyse, Zusatzverkauf und Abschluss.
In vielen Häusern gibt es Flächen- oder Umsatzverantwortung: Ein Verkäufer betreut eine Abteilung, beobachtet Abverkaufszahlen, meldet Nachbestellbedarf und setzt Aktionsplatzierungen um. Wer länger dabei ist, übernimmt Kassenabschluss, Inventurvorbereitung, Warenschwund-Kontrolle oder die Einarbeitung neuer Kollegen. Führungsaufgaben gehören nicht zum Grundprofil, kommen aber als Erste Kraft, Substitut oder Teamleitung dazu.
Wie wird man Verkäufer im Vertrieb?
Der klassische Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer, die mit einem weiteren Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel ausgebaut werden kann. Formal vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, in der Praxis stellen Betriebe überwiegend mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Der Einzelhandel ist außerdem eines der offensten Felder für Quereinsteiger: Wer aus Gastronomie, Pflege, Handwerk oder Logistik kommt, wird häufig ohne Fachabschluss als Verkaufsmitarbeiter eingestellt und über wenige Wochen angelernt. Produktkenntnisse werden über Herstellerschulungen aufgebaut, im Fachhandel oft mehrmals im Jahr.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dort, wo Kunden Zeit haben: Spätdienste bis Ladenschluss, Samstagsarbeit als Regel, in Bahnhöfen, Flughäfen und Tourismuslagen auch Sonntage. Schichtpläne werden häufig kurzfristig geändert, Urlaub in der Vorweihnachtszeit ist in vielen Häusern nicht möglich. Der Beruf ist körperlich: acht Stunden Stehen und Gehen, Kisten und Rollcontainer heben, Ware bis in obere Regalfächer verräumen.
Dazu kommt Kundendruck. Beschwerden, Reklamationen, Warteschlangen an der Kasse und gelegentlich aggressives Verhalten gehören dazu und müssen freundlich abgearbeitet werden. In beratungsintensiven Sortimenten wird über Umsatz, Zusatzverkaufsquote, Durchschnittsbon oder Zahl abgeschlossener Serviceverträge gesteuert, und diese Zahlen werden wöchentlich besprochen. Der Personalbestand ist in vielen Filialen knapp kalkuliert, Krankheitsvertretungen bleiben im Team. Die Fluktuation ist entsprechend hoch, besonders in den ersten zwei Jahren und bei Teilzeitkräften.
Aussichten
Der Bedarf an Verkaufspersonal bleibt hoch, weil viele Betriebe ihre Ausbildungsplätze nicht füllen können und die Abwanderung groß ist. Eine Stelle zu finden ist deshalb in fast jeder Region möglich, auch ohne Fachabschluss. Zugleich verschieben Onlinehandel und Selbstbedienungskassen Stellen weg von reiner Kassentätigkeit hin zu Beratung, Fläche und Service.
Entwicklungswege führen über die Erste Kraft und den Substituten zur Filialleitung, über den Handelsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel in Bezirks- oder Gebietsleitungen. Ein häufiger Wechsel ist der Sprung in den Außendienst: Wer Sortiment und Kundenverhalten von der Fläche kennt, wird von Herstellern gern als Vertriebsmitarbeiter für den Handel eingesetzt.
Aufgaben
- Kunden auf der Fläche beraten und Verkaufsgespräche zum Abschluss führen
- Kasse bedienen, Zahlungen abwickeln und Kassenabschluss erstellen
- Ware annehmen, prüfen, auszeichnen und verräumen
- Warenpräsentation und Aktionsflächen nach Vorgabe aufbauen
- Bestände kontrollieren und Nachbestellbedarf melden
- Reklamationen, Umtausch und Serviceanfragen bearbeiten
- Zusatz- und Serviceverkäufe anbieten, etwa Garantieverlängerungen
- Bei Inventuren mitarbeiten und Warenschwund dokumentieren
Voraussetzungen
- Ausbildung zum Verkäufer oder Kaufmann im Einzelhandel, alternativ Quereinstieg mit Anlernphase
- Freundliches Auftreten und Belastbarkeit im direkten Kundenkontakt
- Bereitschaft zu Spätdiensten, Samstagsarbeit und Schichtplänen
- Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Heben und Tragen
- Gute Deutschkenntnisse, Grundrechenfertigkeiten für Kasse und Preisauszeichnung
- Sorgfalt bei Kassenführung und Warenbeständen
- Bei Lebensmittelverkauf Gesundheitszeugnis nach Infektionsschutzgesetz
Wo man arbeitet
- Filialen von Lebensmitteleinzelhandel und Discountern
- Fachmärkte für Bau, Elektronik, Möbel oder Sport
- Bekleidungs- und Schuhfilialen in Innenstadt und Einkaufszentrum
- Warenhäuser und Kaufhäuser
- Fachgeschäfte im Familienbetrieb
- Verkaufsstellen in Bahnhöfen, Flughäfen und Tankstellen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Wer ein drittes Jahr anschließt, erreicht den Abschluss als Kaufmann im Einzelhandel und damit bessere Aufstiegschancen. Quereinsteiger werden vielfach direkt als Verkaufsmitarbeiter eingestellt und intern in wenigen Wochen an Kasse, Sortiment und Beratung angelernt.
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