Was macht ein Verkäufer im Vertrieb?
Verkäufer im Einzelhandel arbeiten am Kunden, aber nach innen gerichtet: Sie gewinnen keine Kunden im Gebiet, sondern verkaufen an die Menschen, die in die Filiale kommen. Der Tag besteht aus Beratungsgesprächen, Kassieren, Warenannahme, Verräumen, Preisauszeichnung und Bestandskontrolle. Je nach Sortiment ist der Beratungsanteil sehr unterschiedlich: Im Lebensmitteldiscount steht Warenverfügbarkeit im Vordergrund, im Fachhandel für Möbel, Sport, Elektronik oder Bekleidung zählt das Verkaufsgespräch mit Bedarfsanalyse, Zusatzverkauf und Abschluss.
In vielen Häusern gibt es Flächen- oder Umsatzverantwortung: Ein Verkäufer betreut eine Abteilung, beobachtet Abverkaufszahlen, meldet Nachbestellbedarf und setzt Aktionsplatzierungen um. Wer länger dabei ist, übernimmt Kassenabschluss, Inventurvorbereitung, Warenschwund-Kontrolle oder die Einarbeitung neuer Kollegen. Führungsaufgaben gehören nicht zum Grundprofil, kommen aber als Erste Kraft, Substitut oder Teamleitung dazu.
Wie wird man Verkäufer im Vertrieb?
Der klassische Weg ist die zweijährige duale Ausbildung zum Verkäufer, die mit einem weiteren Jahr zum Kaufmann im Einzelhandel ausgebaut werden kann. Formal vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss, in der Praxis stellen Betriebe überwiegend mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Der Einzelhandel ist außerdem eines der offensten Felder für Quereinsteiger: Wer aus Gastronomie, Pflege, Handwerk oder Logistik kommt, wird häufig ohne Fachabschluss als Verkaufsmitarbeiter eingestellt und über wenige Wochen angelernt. Produktkenntnisse werden über Herstellerschulungen aufgebaut, im Fachhandel oft mehrmals im Jahr.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dort, wo Kunden Zeit haben: Spätdienste bis Ladenschluss, Samstagsarbeit als Regel, in Bahnhöfen, Flughäfen und Tourismuslagen auch Sonntage. Schichtpläne werden häufig kurzfristig geändert, Urlaub in der Vorweihnachtszeit ist in vielen Häusern nicht möglich. Der Beruf ist körperlich: acht Stunden Stehen und Gehen, Kisten und Rollcontainer heben, Ware bis in obere Regalfächer verräumen.
Dazu kommt Kundendruck. Beschwerden, Reklamationen, Warteschlangen an der Kasse und gelegentlich aggressives Verhalten gehören dazu und müssen freundlich abgearbeitet werden. In beratungsintensiven Sortimenten wird über Umsatz, Zusatzverkaufsquote, Durchschnittsbon oder Zahl abgeschlossener Serviceverträge gesteuert, und diese Zahlen werden wöchentlich besprochen. Der Personalbestand ist in vielen Filialen knapp kalkuliert, Krankheitsvertretungen bleiben im Team. Die Fluktuation ist entsprechend hoch, besonders in den ersten zwei Jahren und bei Teilzeitkräften.
Aussichten
Der Bedarf an Verkaufspersonal bleibt hoch, weil viele Betriebe ihre Ausbildungsplätze nicht füllen können und die Abwanderung groß ist. Eine Stelle zu finden ist deshalb in fast jeder Region möglich, auch ohne Fachabschluss. Zugleich verschieben Onlinehandel und Selbstbedienungskassen Stellen weg von reiner Kassentätigkeit hin zu Beratung, Fläche und Service.
Entwicklungswege führen über die Erste Kraft und den Substituten zur Filialleitung, über den Handelsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel in Bezirks- oder Gebietsleitungen. Ein häufiger Wechsel ist der Sprung in den Außendienst: Wer Sortiment und Kundenverhalten von der Fläche kennt, wird von Herstellern gern als Vertriebsmitarbeiter für den Handel eingesetzt.