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Einzelhandel & Filiale

Verkäufer mit Stellvertretung für die Wiedereröffnung

Verkauf auf der Fläche mit zusätzlicher Verantwortung als Stellvertretung der Filialleitung – hier für eine Filiale, die nach Umbau oder Übernahme neu eröffnet wird. Die Rolle betreut Bestandskunden vor Ort, verkauft aktiv und übernimmt bei Abwesenheit der Leitung die Führung des Teams.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkäufer mit Stellvertretung für die Wiedereröffnung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.550 € 2.800 € 30.600 €
Mit Berufserfahrung 2.700 € 2.950 € 3.300 € 35.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.000 € 3.300 € 3.900 € 39.600 €

Die Bezahlung folgt in tarifgebundenen Häusern dem Gehaltstarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes; die Stellvertretung liegt dort meist eine Gehaltsgruppe über der reinen Verkaufstätigkeit. Das Gehalt ist nahezu vollständig fest, variable Anteile aus Umsatz- oder Filialprämien machen selten mehr als fünf bis zehn Prozent aus. Nicht tarifgebundene Ketten zahlen im unteren Bereich, Fachhandel mit beratungsintensivem Sortiment und Standorte in teuren Ballungsräumen im oberen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkäufer mit Stellvertretung für die Wiedereröffnung?

Die Rolle hat zwei Seiten. Auf der Fläche wird verkauft: Kunden ansprechen, Bedarf klären, Ware zeigen, Zusatzverkauf anbieten, kassieren, reklamieren, umtauschen. Dazu kommt alles, was eine Filiale am Laufen hält – Warenannahme, Verräumung, Preisauszeichnung, Inventurvorbereitung, Bestellungen im Warenwirtschaftssystem, Sauberkeit und Platzierung nach Vorgaben der Zentrale.

Die zweite Seite ist die Stellvertretung. Bei Urlaub, Krankheit oder Schichtwechsel der Filialleitung übernimmt die Position die Verantwortung: Tagesabschluss, Kassendifferenzen, Schlüsselgewalt, Einsatzplanung der Aushilfen, Ansprechpartner für Handwerker und Lieferanten. Führung ist hier keine Titelfrage, sondern ein Wechsel zwischen Kollegin und Vorgesetzter innerhalb derselben Woche.

Der Zusatz Wiedereröffnung bedeutet, dass die Filiale nach Umbau, Konzeptwechsel oder Übernahme neu startet. In den Wochen davor stehen Aufbau der Warenträger, Erstbestückung, Einarbeitung neuer Kollegen und Abstimmung mit Bauleitung und Bezirksleitung an. In den Wochen danach ist die Frequenz hoch, Abläufe sind noch nicht eingespielt, und die Zentrale schaut genau auf Umsatz, Bon-Durchschnitt und Abverkaufsquote der Eröffnungsware.

Wie wird man Verkäufer mit Stellvertretung?

Üblich ist die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel. Wer die zweijährige abschließt, kann das dritte Jahr anhängen. Die Stellvertretung wird in der Regel nicht direkt vergeben, sondern nach ein bis drei Jahren auf der Fläche, wenn Kassenverantwortung und Warenkenntnis sitzen.

Quereinstieg ist in diesem Feld realistisch und häufig. Aus Gastronomie, Handwerk oder Pflege wechseln regelmäßig Menschen in den Handel; entscheidend sind Kundenumgang, Belastbarkeit und die Bereitschaft, sich in Sortiment und Kassensystem einzuarbeiten. Viele Ketten setzen bei Neu- und Wiedereröffnungen bewusst auf Quereinsteiger, weil ganze Teams auf einmal gebraucht werden. Formale Voraussetzung ist dann meist nur ein Schulabschluss und ein einwandfreies Führungszeugnis für die Kassenverantwortung.

Was der Beruf verlangt

Stehen, gehen, heben. Ein Arbeitstag auf der Fläche wird zum größten Teil im Stehen verbracht, Warenlieferungen wollen bewegt werden. Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten, also mit Spätschichten und regelmäßiger Samstagsarbeit; verkaufsoffene Sonntage kommen dazu. Vor einer Wiedereröffnung sind Überstunden und Wochenendeinsätze die Regel, nicht die Ausnahme.

Der Zieldruck ist real, wenn auch anders als im Außendienst: Umsatz je Tag, Bon-Durchschnitt, Personalkostenquote und Inventurdifferenz werden von der Bezirksleitung besprochen. Unangenehm ist für viele die Zwitterstellung der Stellvertretung – Verantwortung ohne volle Entscheidungsbefugnis, Kritik von oben und von der Seite. Die Fluktuation im Einzelhandel ist hoch, in neu eröffneten Filialen im ersten Jahr besonders.

Aussichten

Verkaufspersonal wird durchgehend gesucht, in Ballungsräumen stärker als auf dem Land. Wer die Stellvertretung ein bis zwei Jahre trägt, hat den üblichen Weg zur Filialleitung offen; danach folgen Bezirks- oder Gebietsleitung mit mehreren Standorten. Alternativen sind ein Wechsel in den Einkauf, in die Personalentwicklung der Kette oder in den Außendienst eines Lieferanten, wo Flächenkenntnis geschätzt wird. Fachwirt im Handel oder Handelsfachwirt sind die gängigen Weiterbildungen und werden von größeren Unternehmen oft mitfinanziert.

Aufgaben

  • Kunden auf der Fläche beraten und aktiv verkaufen
  • Kasse bedienen, Tagesabschluss und Kassendifferenzen verantworten
  • Warenannahme, Verräumung, Preisauszeichnung und Bestandspflege
  • Filialleitung bei Abwesenheit vertreten, inklusive Schlüsselgewalt
  • Einsatzplanung und Einarbeitung von Aushilfen und neuen Kollegen
  • Warenaufbau und Erstbestückung vor der Wiedereröffnung koordinieren
  • Umsatz-, Bon- und Inventurkennzahlen mit der Bezirksleitung besprechen
  • Reklamationen und Umtausch abwickeln

Voraussetzungen

  • Ausbildung zum Verkäufer oder Kaufmann im Einzelhandel, alternativ Verkaufserfahrung aus einer anderen Branche
  • Sicherer Umgang mit Kasse und Warenwirtschaftssystem
  • Bereitschaft zu Spätschichten und Samstagsarbeit
  • Körperliche Belastbarkeit: langes Stehen, Heben von Warenlieferungen
  • Erste Erfahrung in der Anleitung von Kollegen oder klare Bereitschaft dazu
  • Einwandfreies Führungszeugnis für Kassen- und Schlüsselverantwortung

Wo man arbeitet

  • Filialen von Handelsketten
  • Fachmärkte und Fachgeschäfte
  • Lebensmitteleinzelhandel und Discounter
  • Shop-in-Shop-Flächen in Kaufhäusern
  • Outlet- und Einkaufszentren

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über die zweijährige Ausbildung zum Verkäufer oder die dreijährige zum Kaufmann im Einzelhandel mit IHK-Abschluss. Die Stellvertretung wird meist nach ein bis drei Jahren Flächenerfahrung übertragen, oft verbunden mit einem internen Führungsnachwuchsprogramm. Quereinsteiger mit Kundenerfahrung werden bei Neu- und Wiedereröffnungen regelmäßig eingestellt und intern eingearbeitet.

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