Verkaufsberater
Verkaufsberater beraten Kundschaft in der Filiale oder im Fachgeschäft, ermitteln Bedarf und schließen den Verkauf ab. Die Arbeit findet auf der Fläche statt, mit direktem Kundenkontakt und meist mit Umsatzvorgaben pro Tag oder Woche.
20 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkaufsberater verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.450 € | 2.800 € | 29.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.400 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.800 € | 3.300 € | 4.200 € | 39.600 € |
In tarifgebundenen Häusern richtet sich die Vergütung nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslands, dort ist die Spanne eng. Fest sind meist 90 bis 100 Prozent, Prämien auf Umsatz oder Zusatzverkäufe machen typisch 5 bis 15 Prozent aus; in beratungsintensiven Branchen wie Küchen, Autohandel oder Hörakustik ist der Provisionsanteil deutlich höher und die Spanne nach oben offener.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkaufsberater?
Verkaufsberater arbeiten dort, wo die Kundschaft hinkommt: in der Filiale, im Fachmarkt, im Studio oder im Autohaus. Sie sprechen Besucher an, klären im Gespräch, was gebraucht wird, zeigen Produkte, erklären Unterschiede, rechnen Finanzierungen oder Verträge durch und führen zum Abschluss. Anders als reine Kassenkräfte tragen sie Verantwortung für den Umsatz ihres Bereichs und werden daran auch gemessen.
Zur Beratung kommt die Arbeit an der Fläche. Ware wird angenommen, ausgepackt, ausgepreist und platziert, Regale werden nachgefüllt, Aktionsflächen umgebaut. Wer in einem Bereich mit Zubehör, Serviceverträgen oder Versicherungen arbeitet, hat zusätzlich Zusatzverkäufe im Blick, weil diese Positionen die Marge der Filiale tragen. Reklamationen, Umtausch und Beschwerden landen ebenfalls beim Verkaufsberater, und zwar oft ohne Vorwarnung mitten im Beratungsgespräch.
Die Rolle arbeitet nach außen zum Kunden, aber nicht im Außendienst. Neue Kunden kommen von selbst in den Laden, gewonnen werden sie im Gespräch. Stammkundenbetreuung spielt in erklärungsintensiven Branchen eine große Rolle, etwa bei Küchen, Möbeln, Hörgeräten, Fahrrädern oder Optik. Geführt wird in dieser Position in der Regel nicht, wohl aber die Einarbeitung von Aushilfen und Auszubildenden übernommen.
Wie wird man Verkaufsberater?
Der klassische Weg ist die duale Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel über drei Jahre oder zum Verkäufer über zwei Jahre. In beratungsintensiven Bereichen sind auch handwerkliche oder technische Ausbildungen ein guter Zugang, weil das Produktwissen zählt: Ein gelernter Tischler verkauft Küchen glaubwürdiger als ein Branchenfremder.
Der Quereinstieg ist in diesem Beruf verbreitet und oft ausdrücklich gewünscht. Wer aus Gastronomie, Pflege oder Handwerk kommt, bringt Kundenumgang und Belastbarkeit mit. Eingelernt wird über mehrere Wochen im Betrieb, ergänzt durch Produktschulungen der Hersteller. Formale Hürden gibt es kaum, ein Schulabschluss und verständliches Deutsch genügen meist.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen in den Öffnungszeiten, also am Abend und regelmäßig am Samstag. In vielen Häusern ist der Samstag der umsatzstärkste Tag und damit Pflicht. Vor Weihnachten, in Inventurwochen und bei Aktionen wird es lang. Der Beruf ist körperlich: acht Stunden stehen und gehen, Ware heben, in der Vorweihnachtszeit kaum Ruhephasen.
Dazu kommt der Zieldruck. Umsatz, Zusatzverkaufsquote und Kundenbewertungen werden häufig wöchentlich ausgewertet und im Team offen besprochen. Wer schwache Wochen persönlich nimmt, hat es schwer. Unfreundliche Kundschaft, Reklamationen und Diebstahl gehören dazu. Die Fluktuation ist hoch, besonders im ersten Jahr und in Filialen mit dünner Personaldecke.
Aussichten
Der Bedarf an Verkaufspersonal bleibt hoch, weil viele Betriebe Stellen nicht besetzt bekommen. Gleichzeitig verschwinden einfache Verkaufstätigkeiten dort, wo online gekauft wird. Sicher sind Bereiche, in denen Beratung und Anpassung nötig sind, etwa Möbel, Optik, Hörakustik, Küchen, Zweirad und Baustoffe.
Entwicklungswege führen zum Substituten, zur Filialleitung oder in den Bereich Category Management. Ein Handelsfachwirt oder eine Weiterbildung zum Fachberater erweitert den Spielraum. Wer den Kundenkontakt behalten, aber raus aus den Öffnungszeiten will, wechselt häufig in den Außendienst einer Herstellerfirma.
Aufgaben
- Kundschaft auf der Fläche ansprechen und Bedarf ermitteln
- Produkte vorführen, Alternativen erklären und zum Abschluss führen
- Zusatzprodukte, Serviceverträge und Zubehör anbieten
- Angebote erstellen, Finanzierungen und Lieferungen abstimmen
- Reklamationen, Umtausch und Beschwerden bearbeiten
- Ware annehmen, auspreisen und Verkaufsflächen bestücken
- Kassieren und Tagesabschluss mit erledigen
- Umsatz- und Zusatzverkaufszahlen im Blick behalten
Voraussetzungen
- Ausbildung im Einzelhandel oder Berufserfahrung mit Kundenkontakt, Quereinstieg möglich
- Freude an Gesprächen mit fremden Menschen und Ausdauer im Verkauf
- Bereitschaft zu Spätdiensten und Samstagsarbeit
- Körperliche Belastbarkeit für langes Stehen und Warenhandling
- Verständliches Deutsch, Grundrechnen sicher
- Belastbarkeit bei Beschwerden und Umsatzvorgaben
Wo man arbeitet
- Filialen von Handelsketten
- Fachmärkte für Bau, Elektronik oder Möbel
- Fachgeschäfte für Optik, Hörakustik oder Zweirad
- Autohäuser und Küchenstudios
- Flagship-Stores und Shop-in-Shop-Flächen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die duale Ausbildung zum Verkäufer in zwei Jahren oder zum Kaufmann im Einzelhandel in drei Jahren, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Quereinsteiger werden mehrere Wochen im Betrieb eingelernt und über Herstellerschulungen fachlich aufgebaut. Aufbauend ist der Handelsfachwirt möglich.
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