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Vertriebsleitung

Verkaufsleiter im Direktvertrieb

Verkaufsleiter im Direktvertrieb führen ein Team von Beratern oder selbstständigen Vertriebspartnern, die Kunden zu Hause, am Telefon oder auf Messen ansprechen. Sie rekrutieren, schulen, begleiten Verkaufsgespräche und tragen die Umsatzverantwortung für ihr Gebiet oder ihre Struktur.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Verkaufsleiter im Direktvertrieb verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.800 € 5.000 € 45.600 €
Mit Berufserfahrung 4.000 € 5.500 € 8.000 € 66.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.500 € 8.000 € 14.000 € 96.000 €

Die Werte gehen von üblicher, nicht von voller Zielerreichung aus. Es gibt keinen Tarifvertrag: Angestellte Verkaufsleiter haben meist einen Festanteil von 50 bis 70 Prozent, bei selbstständigen Handelsvertretern nach §84 HGB besteht das Einkommen fast vollständig aus eigener Provision und Differenzprovision aus dem Team, ohne Untergrenze. Entscheidend sind Teamgröße, Produktmarge, Gebietspotenzial und die Stornoquote, die Provisionen nachträglich mindert.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Verkaufsleiter im Direktvertrieb?

Der Direktvertrieb verkauft ohne Handelsstufe: Bauelemente, Küchen, Energieverträge, Versicherungen, Nahrungsergänzung oder Haushaltsgeräte gehen direkt vom Anbieter zum Endkunden, häufig im persönlichen Gespräch beim Kunden zu Hause, auf Messen oder bei Verkaufsveranstaltungen. Der Verkaufsleiter arbeitet in dieser Kette eine Ebene über dem Verkauf. Er verantwortet ein Gebiet, einen Standort oder eine Vertriebsstruktur mit typischerweise acht bis dreißig Beratern, oft selbstständigen Handelsvertretern.

Der Alltag besteht aus drei Blöcken. Der erste ist Führung: Zielgespräche, Wochenauftakt, Kennzahlen zu Terminen, Abschlussquoten und Storno durchgehen, Beratern beim Kunden über die Schulter schauen und danach Rückmeldung geben. Der zweite ist Rekrutierung, und sie nimmt mehr Zeit ein, als Außenstehende erwarten. Die Fluktuation im Direktvertrieb ist hoch, ein Team hält sich nur, wenn ständig neue Berater eingearbeitet werden. Der dritte Block ist der eigene Verkauf: Viele Verkaufsleiter führen weiterhin eigene Termine, besonders bei großen Aufträgen oder wenn ein Abschluss beim Berater hängt. Dazu kommen Terminqualität und Leadsteuerung, Reklamationen, Stornobearbeitung und die Abstimmung mit der Regional- oder Vertriebsleitung.

Wie wird man Verkaufsleiter im Direktvertrieb?

Es gibt keinen Ausbildungsweg, der direkt hierhin führt. Nahezu alle Verkaufsleiter waren zuvor erfolgreiche Berater im gleichen Haus und sind aufgestiegen, weil ihre Zahlen und ihre Bereitschaft, andere anzuleiten, gestimmt haben. Zwei bis vier Jahre eigene Verkaufspraxis im Direktvertrieb sind der übliche Vorlauf. Der Schulabschluss spielt kaum eine Rolle, kaufmännische Ausbildungen, Handwerk, Gastronomie und Pflege sind häufige Vorberufe. Wer aus einem anderen Vertriebsfeld kommt, muss meist einige Monate selbst verkaufen, bevor ein Team übergeben wird. Bei Finanz- und Versicherungsprodukten sind Sachkundenachweise nach Gewerbeordnung Pflicht, dazu kommen produktbezogene Zertifizierungen des Anbieters.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Kunden, und die sind abends und am Wochenende erreichbar. Termine um 19 Uhr, Samstage auf Messen und Aktionsflächen gehören dazu, das Gebiet wird mit dem Auto abgefahren. Der Druck ist doppelt: Der Verkaufsleiter wird an der Leistung von Menschen gemessen, die er zum Teil nicht disziplinarisch führen kann, weil sie selbstständig sind. Wer nicht überzeugen kann, führt nicht. Storno schlägt auf die eigene Vergütung durch, oft mit Monaten Verzögerung. Der Umgang mit Absagen, Abgängen im Team und schwachen Monaten muss aushaltbar sein. Ein Teil der Branche arbeitet mit aggressiven Verkaufsmethoden und Strukturmodellen, in denen die Rekrutierung wichtiger ist als das Produkt. Ein Blick auf Stornoquote, Vergütungsmodell und Ruf des Anbieters lohnt vor jedem Wechsel.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil Positionen häufig neu besetzt werden. Wer ein Team über Jahre hält und ausbaut, geht in die Regional- oder Gebietsleitung, in die Vertriebsleitung oder in den Aufbau eigener Strukturen als selbstständiger Vertriebspartner. Der Wechsel in eine angestellte Vertriebsleitung außerhalb des Direktvertriebs ist möglich, gelingt aber leichter mit nachweisbaren Zahlen und Führungserfahrung als über formale Qualifikationen. Wer nur eigene Abschlüsse liefert, bleibt in der Verkaufsrolle.

Aufgaben

  • Umsatzziele für Gebiet, Standort oder Struktur verantworten
  • Berater und selbstständige Vertriebspartner rekrutieren und einarbeiten
  • Verkaufsgespräche beim Kunden begleiten und auswerten
  • Zielgespräche, Wochenauftakte und Produktschulungen durchführen
  • Termin- und Leadqualität steuern, Kennzahlen und Stornoquoten überwachen
  • eigene Kundentermine und Abschlüsse bei größeren Aufträgen führen
  • Reklamationen und Beschwerden aus dem Team klären
  • an Messen, Aktionstagen und Verkaufsveranstaltungen mitwirken

Voraussetzungen

  • mehrjährige eigene Verkaufserfahrung im Direktvertrieb oder Außendienst
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu täglicher Fahrtätigkeit
  • Bereitschaft zu Abend- und Samstagseinsätzen
  • Belastbarkeit bei Zieldruck, Storno und Personalabgängen
  • Fähigkeit, Menschen ohne Weisungsbefugnis zu motivieren
  • Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung bei Finanz- und Versicherungsprodukten
  • sicheres Auftreten und verständliches Deutsch in Wort und Schrift

Wo man arbeitet

  • Direktvertriebsunternehmen für Bauelemente, Küchen und Haushaltsprodukte
  • Energie- und Telekommunikationsvertriebe
  • Finanz- und Versicherungsvertriebe mit Strukturorganisation
  • Vertriebsgesellschaften für Nahrungsergänzung und Kosmetik
  • regionale Vertriebsbüros und Standorte
  • Homeoffice mit Gebietsfahrten

Der Weg in den Beruf

Der übliche Weg führt über zwei bis vier Jahre eigene Tätigkeit als Berater oder Verkäufer im Direktvertrieb und den internen Aufstieg zur Teamverantwortung. Eine kaufmännische Ausbildung ist von Vorteil, aber nicht Bedingung; Quereinsteiger sind die Regel. Bei Finanz- und Versicherungsprodukten kommt der Sachkundenachweis nach Gewerbeordnung hinzu, der in etwa drei bis sechs Monaten erworben wird.

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