Versicherungskaufmann/ Versicherungsfachmann als Finanzberater für Ärzte
Finanzberater für Ärzte betreuen Medizinerinnen und Mediziner von der Studienzeit bis zur Praxisabgabe in Fragen der Absicherung, Altersversorgung und Praxisfinanzierung. Die Rolle arbeitet im Außendienst, gewinnt neue Mandanten über Empfehlungen und baut daraus einen eigenen Bestand auf.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Versicherungskaufmann/ Versicherungsfachmann als Finanzberater für Ärzte verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.300 € | 4.300 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.000 € | 5.500 € | 7.500 € | 66.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 8.500 € | 14.000 € | 102.000 € |
Angegeben ist das Gesamteinkommen bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung. Im Angestelltenmodell liegt der feste Anteil meist bei 50 bis 70 Prozent; bei selbstständigen Handelsvertretern besteht das Einkommen nach der befristeten Aufbauunterstützung nahezu vollständig aus Abschluss- und Bestandsprovision. Entscheidend sind die Größe des übernommenen oder aufgebauten Bestands und der Anteil niedergelassener Mandanten mit Finanzierungs- und Vermögensbedarf.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Finanzberater für Ärzte?
Die Zielgruppe ist eng definiert: Studierende der Medizin, Assistenzärzte, Fach- und Oberärzte, niedergelassene Praxisinhaber, Zahnärzte und Apotheker. Entsprechend geht es weniger um Standardprodukte als um Fragen, die sich an den Stationen einer Arztkarriere entscheiden. Berufsunfähigkeitsschutz, der die eigene Facharztfähigkeit absichert, Haftpflicht für die ärztliche Tätigkeit, das Zusammenspiel von Versorgungswerk, Rürup-Verträgen und Depots, später die Finanzierung einer Praxisübernahme, Betriebsunterbrechung, Nachfolge und Vermögensübertragung.
Der Arbeitsalltag besteht aus Terminen in Praxen, Kliniken und bei Mandanten zu Hause, häufig abends nach der Sprechstunde. Dazwischen liegen Analyse und Vorbereitung: bestehende Verträge auswerten, Angebote und Vergleiche erstellen, Risikovoranfragen bei Versicherern klären, Finanzierungsunterlagen mit Banken abstimmen. Neue Mandanten kommen selten aus Kaltakquise, sondern über Empfehlungen, über Kontakte an medizinischen Fakultäten, Fachschaften, Repetitorien und über Veranstaltungen bei Ärztekammern und Berufsverbänden. Der Aufbau eines Netzwerks in einer geschlossenen Berufsgruppe ist der eigentliche Kern der Arbeit.
Wie wird man Finanzberater für Ärzte?
Der klassische Weg führt über die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder über die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann IHK. Viele Gesellschaften, die auf akademische Zielgruppen spezialisiert sind, rekrutieren zusätzlich Hochschulabsolventen und Quereinsteiger, häufig auch Menschen mit medizinischem oder pharmazeutischem Hintergrund, weil die Nähe zur Zielgruppe im Gespräch trägt. Für die Beratung zu Investmentprodukten und Finanzierungen sind weitere Nachweise nach Gewerbeordnung erforderlich, ergänzt durch Fachwirt- oder Fachberaterqualifikationen. Der Einstieg erfolgt meist über ein strukturiertes Programm mit Begleitung durch erfahrene Berater; ein Teil der Rollen ist angestellt, ein erheblicher Teil selbstständig als gebundener Vertreter mit Handelsvertretervertrag.
Was der Beruf verlangt
Die Anlaufzeit ist lang. Ein tragfähiger Bestand entsteht über Jahre, und in den ersten Monaten hängt das Einkommen stark von Abschlüssen ab, auch wenn viele Gesellschaften eine befristete Grundvergütung stellen. Die Fluktuation im ersten und zweiten Jahr ist hoch. Termine liegen dort, wo Ärzte Zeit haben: früh, spät, gelegentlich am Wochenende. Fahrleistung im Gebiet ist erheblich. Fachlich ist die Rolle anspruchsvoll, weil Steuerrecht, Versorgungswerksregelungen und Praxisfinanzierung ständig in Bewegung sind und die Mandanten kritisch und gut informiert sind. Wer Beratung mit Verkaufsdruck verwechselt, hält in dieser Zielgruppe nicht lange. Umgekehrt sind Empfehlungsquoten und Bestandstreue überdurchschnittlich, wenn die Qualität stimmt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil jeder Jahrgang neue Medizinstudierende und Berufsanfänger bringt und die Beratungsbedarfe mit Niederlassung und Vermögensaufbau wachsen. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung auf Praxisfinanzierung, betriebliche Versorgung oder Vermögensmanagement, in die Leitung einer Geschäftsstelle mit eigenem Team oder in die vollständige Selbstständigkeit als Makler mit eigenem Bestand. Wer einen Bestand aufgebaut hat, arbeitet später überwiegend in der Betreuung und weniger in der Gewinnung, was Arbeitszeiten und Einkommen planbarer macht.
Aufgaben
- Beratungstermine in Praxen, Kliniken und bei Mandanten zu Hause führen
- Bestehende Verträge analysieren und Absicherungslücken aufzeigen
- Berufsunfähigkeits-, Haftpflicht- und Sachkonzepte für Ärzte kalkulieren
- Altersversorgung mit Versorgungswerk, Rürup und Depotlösungen abstimmen
- Praxisgründungen und Übernahmen mit Finanzierungspartnern begleiten
- Risikovoranfragen und Antragsprozesse mit Versicherern abwickeln
- Neue Mandanten über Empfehlungen, Hochschulkontakte und Verbandsveranstaltungen gewinnen
- Bestand betreuen, Verträge bei Lebensereignissen anpassen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, Sachkundeprüfung Versicherungsfachmann IHK oder Hochschulabschluss
- Erlaubnis bzw. Registrierung nach Gewerbeordnung für Versicherungs- und Finanzanlagenvermittlung
- Sicherer Umgang mit Steuer-, Sozialversicherungs- und Versorgungswerksfragen
- Bereitschaft zu Abendterminen und hoher Fahrleistung im Gebiet
- Führerschein Klasse B
- Belastbarkeit in einer Anlaufphase mit stark schwankendem Einkommen
- Auftreten, das in einer akademischen Zielgruppe auf Augenhöhe funktioniert
Wo man arbeitet
- Spezialisierte Finanzvertriebe für akademische Zielgruppen
- Ausschließlichkeitsorganisationen großer Versicherer
- Versicherungsmakler mit Schwerpunkt Heilberufe
- Banken und Institute mit Heilberufe-Segment
- Eigene Handelsvertretung oder Maklerbüro
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder die IHK-Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann, die auch Quereinsteigern in wenigen Monaten offensteht. Darauf folgt ein ein- bis zweijähriges Einstiegsprogramm der Gesellschaft mit Begleitung, Zielgruppenschulung und den Zulassungen für Finanzanlagen und Immobiliardarlehen. Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder Fachberaterqualifikationen für Heilberufe sind gängige Aufbaustufen.
Offene Stellen als Versicherungskaufmann/ Versicherungsfachmann als Finanzberater für Ärzte
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