Angestellte:r Fachberater im Vertrieb
Fachberater im Vertrieb beraten Kunden zu erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen und führen das Gespräch bis zum Abschluss. Sie arbeiten fest angestellt, meist mit einem Fixgehalt und einem variablen Anteil, und betreuen einen Bestand ebenso wie neue Interessenten.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Angestellte:r Fachberater im Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.900 € | 6.500 € | 58.800 € |
Angegeben ist das Gesamtgehalt bei üblicher, nicht bei voller Zielerreichung; der feste Anteil liegt in dieser Rolle meist bei 75 bis 90 Prozent. Entscheidend sind Branche und Produktwert - Haustechnik, Medizintechnik oder Energie zahlen deutlich über dem tarifgebundenen Fachhandel, wo der Gehaltstarifvertrag Einzelhandel oder Groß- und Außenhandel des jeweiligen Bundeslandes die Spanne eng hält.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fachberater im Vertrieb?
Der Fachberater verbindet Produktwissen mit Verkauf. Er erklärt Kunden, welche Ausführung, Konfiguration oder Vertragsform zu ihrem Bedarf passt, rechnet Varianten durch und macht daraus ein Angebot. Je nach Arbeitgeber geschieht das im Ladenlokal oder Ausstellungsraum, telefonisch aus dem Innendienst heraus oder beim Kunden vor Ort. Typisch ist eine Mischung: Bestandskunden melden sich mit Nachbestellungen und Fragen, dazu kommen Anfragen aus Werbung, Messen oder der Website, die nachgefasst werden müssen.
Ein Arbeitstag besteht selten nur aus Beratung. Angebote werden geschrieben und nachtelefoniert, Aufträge im Warenwirtschafts- oder CRM-System erfasst, Liefertermine geklärt, Reklamationen bearbeitet. Wer im Außendienst unterwegs ist, plant Termine selbst und legt Fahrtrouten so, dass der Tag mehr als zwei Gespräche hergibt. Wer stationär arbeitet, hat Publikumsverkehr und feste Öffnungszeiten. In beiden Fällen ist der Fachberater die Schnittstelle zwischen Kunde, Technik und Innendienst.
Wie wird man Fachberater im Vertrieb?
Der übliche Weg führt über eine kaufmännische oder technische Ausbildung, etwa Kaufmann im Einzelhandel, Groß- und Außenhandelsmanagement oder ein handwerklicher Beruf mit anschließendem Wechsel in den Verkauf. Ein Studium wird selten verlangt. Entscheidend ist, dass jemand das Produkt versteht und es erklären kann, ohne den Kunden zu überfordern.
Quereinstieg ist in diesem Beruf verbreitet und wird von vielen Arbeitgebern aktiv gesucht. Handwerker, Servicetechniker, Menschen aus Gastronomie oder Pflege bringen Kundenkontakt und Belastbarkeit mit; das Fachwissen vermitteln Herstellerschulungen und Einarbeitungsprogramme, die je nach Sortiment einige Wochen bis mehrere Monate dauern. Nachweisbar sinnvoll sind Weiterbildungen wie Fachberater IHK, Fachwirt oder produktbezogene Zertifikate.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit steht unter Zielvorgaben. Umsatz, Auftragseingang, Abschlussquote oder Terminzahl werden gemessen, meist monatlich besprochen und wirken sich auf den variablen Gehaltsanteil aus. Wer schlecht damit umgeht, dass Erfolg sichtbar und vergleichbar ist, wird in dieser Rolle unglücklich.
Im stationären Bereich gehören Samstagsdienste und Abendöffnungszeiten zum Alltag, im Außendienst Fahrzeiten von zwei bis vier Stunden täglich und gelegentliche Übernachtungen. Kunden sagen kurzfristig ab, Lieferungen verzögern sich, Reklamationen landen bei dem, der verkauft hat. Der Beruf verlangt Geduld bei langen Entscheidungswegen und die Bereitschaft, dieselben Grundfragen zum hundertsten Mal ruhig zu beantworten. Die Fluktuation ist in provisionsstarken Bereichen hoch, besonders im ersten Jahr.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und in erklärungsbedürftigen Sortimenten hoch: Bauelemente, Haustechnik, Energie, Medizinprodukte, IT-Lösungen, Fahrzeuge. Reine Preisberatung wandert in Onlinekanäle ab, fachliche Beratung mit Verantwortung für die Lösung bleibt. Wer Produktwissen aufbaut und einen Bestand pflegt, wird schwer ersetzbar.
Entwicklungswege führen in den Außendienst mit eigenem Gebiet, in die Betreuung von Schlüsselkunden, in den technischen Vertrieb oder in die Führung eines kleinen Teams. Auch der Wechsel zum Hersteller ist üblich, weil dort Produktkenntnis und Marktnähe gefragt sind. Wer bei einem Arbeitgeber bleibt, verbessert sich meist über größere Gebiete oder anspruchsvollere Kundengruppen.
Aufgaben
- Kunden zu Produkten, Varianten und Konditionen beraten
- Angebote kalkulieren, schreiben und nachfassen
- Aufträge im CRM- oder Warenwirtschaftssystem erfassen
- Bestandskunden betreuen und Nachbestellungen auslösen
- Anfragen aus Werbung, Messen und Website qualifizieren
- Reklamationen aufnehmen und mit Innendienst oder Technik klären
- Preis- und Abschlussgespräche führen
- Produktschulungen besuchen und Sortimentswissen aktuell halten
Voraussetzungen
- abgeschlossene kaufmännische oder technische Ausbildung, alternativ einschlägige Vertriebserfahrung
- sicheres Auftreten und verständliche Erklärweise im Kundengespräch
- Bereitschaft, an Umsatz- und Aktivitätszielen gemessen zu werden
- gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift, Grundkenntnisse in CRM-Systemen
- Führerschein Klasse B bei Außendiensteinsatz
- Belastbarkeit bei Publikumsverkehr, Samstagsdiensten oder Reisetagen
Wo man arbeitet
- Fachhandel und Fachmärkte
- Groß- und Außenhandelsbetriebe
- Hersteller mit eigenem Vertrieb
- Handwerks- und Baustoffbetriebe mit Ausstellung
- Dienstleistungsunternehmen wie Energie- oder Telekommunikationsanbieter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige duale Ausbildung im Einzelhandel, Groß- und Außenhandel oder in einem technischen Beruf, gefolgt von einer Einarbeitung im Verkauf. Quereinsteiger mit Kundenerfahrung werden häufig über mehrwöchige Produkt- und Verkaufsschulungen eingearbeitet. Aufbauend qualifizieren Weiterbildungen wie Fachberater IHK, Handelsfachwirt oder Fachwirt für Vertrieb.
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