Individualkundenberater
Individualkundenberater betreuen in Banken und Sparkassen einen festen Bestand vermögender Privatkunden und beraten zu Anlage, Vorsorge, Finanzierung und Konten. Die Arbeit findet überwiegend am Standort statt, mit Terminen nach Vereinbarung und klaren Vertriebszielen.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Individualkundenberater verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.800 € | 4.300 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.300 € | 54.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.600 € | 5.400 € | 6.800 € | 64.800 € |
In Sparkassen richtet sich die Vergütung nach dem TVöD-S, in Genossenschaftsbanken nach dem Tarifvertrag für die Volksbanken und Raiffeisenbanken, in Privatbanken nach dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe - dort liegen die Spannen eng, üblich sind Eingruppierungen um EG 9 bis 10. Der feste Anteil beträgt in tarifgebundenen Häusern meist 90 Prozent und mehr, die variable Komponente ist ein Bonus von einem halben bis zwei Monatsgehältern; deutlich höhere Provisionsanteile gibt es erst im Private Banking und bei freien Finanzvertrieben.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Individualkundenberater?
Individualkundenberatung ist die Stufe zwischen Servicekundenbetreuung und Private Banking. Betreut wird ein namentlich zugeordneter Bestand von meist 300 bis 600 Privatkunden mit überdurchschnittlichem Einkommen, Vermögen oder komplexerem Bedarf. Der Alltag besteht aus vereinbarten Beratungsterminen: Geldanlage in Fonds, Anleihen und Zertifikaten, Altersvorsorge, Baufinanzierungen und Anschlussfinanzierungen, Absicherung über Versicherungsprodukte des Verbundpartners, dazu Konten, Karten und Kredite. Vor jedem Gespräch steht die Vorbereitung mit den Bestandsdaten, danach die Dokumentation im Beratungsprotokoll und die Umsetzung im Kernbanksystem.
Die Rolle arbeitet nach innen, nicht im Außendienst. Kunden kommen in die Filiale oder werden per Video und Telefon beraten. Neukunden werden kaum kalt gewonnen; der Zuwachs entsteht über Empfehlungen, Erbfälle, Zuweisungen aus dem Service und Nachbearbeitung von Kampagnenlisten. Ein fester Anteil der Woche geht für aktive Terminvereinbarung am Telefon drauf - der Teil der Aufgabe, der am wenigsten beliebt und am genauesten gemessen wird. Führungsverantwortung gehört nicht dazu.
Wie wird man Individualkundenberater?
Der klassische Weg ist die Ausbildung zum Bankkaufmann, anschließend einige Jahre Service- oder Privatkundenbetreuung und danach der Wechsel in die Individualkundenberatung, meist begleitet von der Weiterbildung zum Bankfachwirt oder Sparkassenfachwirt. Auch ein Studium in Betriebswirtschaft oder Finance mit anschließendem Traineeprogramm führt hinein. Quereinsteiger aus dem Versicherungsvertrieb oder der Finanzberatung haben Chancen, brauchen aber die Sachkundenachweise und die Bereitschaft, sich in Wertpapierberatung und Kreditprozesse einzuarbeiten. Ohne Bankhintergrund ist der direkte Einstieg selten, weil die Wertpapier-Sachkunde nach den aufsichtsrechtlichen Anforderungen dokumentiert vorliegen muss.
Was der Beruf verlangt
Die Ziele sind konkret und werden monatlich nachgehalten: Anzahl geführter Gespräche, Nettomittelzufluss, Abschlüsse in Vorsorge und Finanzierung, Depotvolumen. Wer Termine nicht selbst erzeugt, kommt nicht auf die Zahlen. Dazu kommt Dokumentationsaufwand, der in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat - Geeignetheitsprüfung, Protokollpflicht, Nachhaltigkeitspräferenzen. Viele Berater empfinden diesen Teil als das eigentliche Hindernis.
Die Arbeitszeiten sind planbarer als im Außendienst, aber Abendtermine bis 19 oder 20 Uhr sind üblich, in einzelnen Häusern auch Samstagstermine. Belastend sind Marktphasen mit fallenden Kursen: Dann sind Gespräche mit enttäuschten Kunden zu führen, deren Depot man selbst zusammengestellt hat. Fachlich muss man laufend nachlegen, weil sich Steuerregeln, Förderprodukte und Zinsumfeld ändern. Filialschließungen und Bestandsumverteilungen sorgen für Unruhe, auch wenn die Stellen selbst als sicher gelten.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil bis steigend. Kreditinstitute verlagern einfache Vorgänge in Selbstbedienung und Callcenter und konzentrieren ihre Berater auf die ertragsstarken Kundensegmente - genau dort, wo Individualkundenberatung angesiedelt ist. Gleichzeitig gehen viele erfahrene Berater in den Ruhestand, ohne dass genug Nachwuchs aus der Ausbildung nachkommt.
Entwicklungswege führen in die Vermögensberatung oder das Private Banking mit größeren Beständen, in die Spezialistenrollen für Baufinanzierung, Firmenkunden oder Wertpapiere, oder über den Bankbetriebswirt in die Filialleitung. Ein Wechsel in den Versicherungs- oder Finanzvertrieb ist möglich und wird gut bezahlt, kostet aber die Sicherheit des festen Bestands.
Aufgaben
- Beratungsgespräche mit zugeordneten Privatkunden zu Anlage, Vorsorge und Finanzierung führen
- Termine aktiv am Telefon vereinbaren und Kampagnenlisten nachbearbeiten
- Depots und Anlagestrategien analysieren und Umschichtungen vorschlagen
- Baufinanzierungen und Konsumentenkredite aufnehmen und zur Entscheidung vorbereiten
- Beratungsprotokolle und Geeignetheitsprüfungen aufsichtskonform dokumentieren
- Versicherungs- und Bausparbedarf mit den Verbundpartnern abdecken
- Bestandskunden bei Marktschwankungen, Erbfällen und Lebensereignissen begleiten
- Vertriebsziele und Bestandsentwicklung im Berichtssystem nachhalten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Bankkaufmann oder vergleichbare kaufmännische Qualifikation, häufig mit Fachwirt-Weiterbildung
- Nachgewiesene Sachkunde in der Wertpapier- und Immobiliardarlehensberatung
- Mehrjährige Erfahrung in der Privatkundenbetreuung
- Sicherheit im Umgang mit Zahlen, Steuerthemen und Produktbedingungen
- Bereitschaft zu aktiver Terminvereinbarung und Arbeit unter Zielvorgaben
- Verbindliches Auftreten und Diskretion im Umgang mit Vermögensverhältnissen
- Bereitschaft zu Abendterminen
Wo man arbeitet
- Sparkassen
- Genossenschaftsbanken und Volksbanken
- Filialen von Privat- und Großbanken
- Regionale Beratungscenter und Vermögensberatungsstandorte
- Direktbanken mit Videoberatung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann, gefolgt von zwei bis vier Jahren in der Service- oder Privatkundenbetreuung. Der Aufstieg in die Individualkundenberatung erfolgt danach meist parallel zur Weiterbildung zum Bank- oder Sparkassenfachwirt, die zwei bis drei Jahre in Teilzeit dauert. Alternativ führt ein BWL- oder Finance-Studium mit anschließendem Traineeprogramm in die Rolle.
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Privatkundenberater
Privatkundenberater betreuen private Kunden einer Bank, Sparkasse oder Versicherung in Geldfragen: Konten, Kredite, Vorsorge und Anlagen. Die Arbeit findet überwiegend am festen Standort statt, mit Terminen, Telefonie und Videoberatung.
- Offene Stellen
- 26
- Monatsbrutto
- 2.900 – 6.500 €
Vermögensberater
Vermögensberater beraten Privatkunden zu Altersvorsorge, Versicherungen, Geldanlage und Finanzierungen und vermitteln dafür Produkte von Banken, Versicherern und Fondsgesellschaften. Der Beruf ist Außenvertrieb mit hohem Provisionsanteil und eigenem Kundenaufbau.
- Offene Stellen
- 11
- Monatsbrutto
- 1.800 – 12.000 €
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