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Kundenservice & Kundenbetreuung

Individualkundenberater Beratungscenter Private Banking Voll- oder

Individualkundenberater im Beratungscenter betreuen vermögendere Privatkunden einer Bank oder Sparkasse überwiegend per Telefon, Video und E-Mail. Sie halten einen festen Kundenbestand, beraten zu Anlage, Vorsorge und Finanzierung und arbeiten auf Vertriebsziele hin.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Individualkundenberater Beratungscenter Private Banking Voll- oder verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.200 € 3.600 € 4.000 € 43.200 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.400 € 5.200 € 52.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.600 € 5.400 € 6.800 € 64.800 €

Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken gelten der TVöD-S beziehungsweise der Tarifvertrag für die Volks- und Raiffeisenbanken, entsprechend eng ist die Spanne; Privatbanken zahlen freier und teils höher. Der feste Anteil liegt in diesem Beruf üblicherweise bei 85 bis 95 Prozent, die variable Vergütung ist an Team- und Institutsziele gekoppelt und selten mehr als ein bis zwei Monatsgehälter im Jahr.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Individualkundenberater im Beratungscenter?

Die Rolle betreut einen zugeteilten Bestand an Privatkunden, die oberhalb des Standardsegments liegen, aber noch nicht die Vermögensgrenze für das klassische Private Banking mit persönlicher Filialbetreuung erreichen. Betreut wird nicht am Schalter, sondern aus einem Beratungscenter heraus: per Telefon, Videoberatung, E-Mail und Kundenpostfach. Der Arbeitsplatz ist ein Schreibtisch mit Headset und zwei Bildschirmen, nicht das Auto.

Der Tag besteht aus vereinbarten Beratungsterminen und aus Eigeninitiative. Kunden melden sich mit Fragen zu Depots, Baufinanzierungen, Altersvorsorge oder Kontomodellen. Daneben arbeiten Berater Anlässe ab, die das System ausspielt: auslaufende Festgelder, hohe Kontobestände ohne Anlage, fällige Wertpapierverträge, Geburtstage im Bestand. Aus diesen Anlässen entstehen Gespräche, aus Gesprächen Abschlüsse. Dazu kommen Dokumentation, Geeignetheitsprüfungen nach WpHG, Beratungsprotokolle und die Nachbearbeitung im Kernbankensystem. Der Anteil an Formalien ist hoch und wird oft unterschätzt.

Die Rolle ist Bestandsbetreuung mit Ausbaupflicht: Neukunden werden selten kalt gewonnen, aber der zugeordnete Bestand soll ertragreicher werden. Geführt wird nicht.

Wie wird man Individualkundenberater im Beratungscenter?

Der übliche Weg führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, drei Jahre dual, danach einige Jahre in der Service- oder Standardkundenberatung. Wer in das Individualkundensegment wechseln will, absolviert meist den Bankfachwirt oder eine hausinterne Beraterqualifikation. Hochschulabsolventen mit BWL- oder Finanzschwerpunkt steigen teilweise direkt ein, brauchen aber praktische Beratungsroutine.

Quereinstieg ist möglich, aber nicht ohne Hürde. Wer aus dem Versicherungsvertrieb, aus einer Bausparkasse oder aus dem Finanzvertrieb kommt, bringt Beratungserfahrung mit und wird eingearbeitet. Ohne einschlägigen Hintergrund ist der Weg lang, weil die Sachkundeanforderungen für die Wertpapierberatung nachgewiesen werden müssen und Institute die Registrierung bei der BaFin führen. Fortbildungspflicht besteht dauerhaft.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist getaktet. Beratungscenter arbeiten mit Erreichbarkeitszeiten, oft von acht bis achtzehn oder zwanzig Uhr, teilweise samstagvormittags im Wechsel. Gesprächszahlen, Terminquoten und Abschlussziele werden gemessen und wöchentlich besprochen. Der Druck ist weniger laut als im Außendienst, aber konstant und gut dokumentiert.

Schwer fällt vielen die Kombination aus Verkaufsziel und Regulatorik: Ein Wertpapiergespräch dauert lange, muss sauber protokolliert werden und endet häufig ohne Abschluss. Wer Kunden nur nach Ertrag sortiert, verliert Vertrauen; wer nur zuhört, erreicht die Ziele nicht. Dazu kommt, dass Kunden am Telefon ungeduldiger sind als am Beratungstisch und Beratung ohne Blickkontakt mehr Konzentration kostet. Marktphasen mit fallenden Kursen bringen unangenehme Gespräche über Depots, die der Berater selbst empfohlen hat.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis steigend. Institute verlagern Beratung aus der Fläche in zentrale Center, weil Filialen schließen, und suchen dafür qualifizierte Berater. Gleichzeitig wächst das Segment, weil Erbengenerationen und gut verdienende Angestellte nachrücken.

Entwicklungswege führen in die persönliche Private-Banking-Betreuung mit höheren Vermögensgrenzen, in die Spezialisierung auf Wertpapiere, Vorsorge oder Baufinanzierung, in die Teamleitung eines Beratungscenters oder in Vertriebssteuerung und Coaching. Wer den Wertpapierschwerpunkt vertieft, hat die besseren Karten, weil dort der Ertrag der Institute liegt.

Aufgaben

  • Zugeordneten Kundenbestand telefonisch und per Video beraten
  • Anlage-, Vorsorge- und Finanzierungslösungen erarbeiten und anbieten
  • Systemseitige Beratungsanlässe abarbeiten und Termine vereinbaren
  • Wertpapiergespräche führen und Geeignetheitsprüfungen dokumentieren
  • Bestehende Verträge prüfen und Anschlusslösungen anbieten
  • Kundenanliegen aus Postfach und E-Mail abschließend bearbeiten
  • Vertriebsziele im Blick behalten und Ergebnisse mit der Führungskraft besprechen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung zum Bankkaufmann oder vergleichbare Qualifikation
  • Sachkundenachweis für die Anlageberatung, Registrierung bei der BaFin
  • Weiterbildung wie Bankfachwirt oder hausinterne Beraterqualifikation von Vorteil
  • Sicheres Auftreten am Telefon und in der Videoberatung
  • Belastbarkeit bei getakteten Gesprächszeiten und messbaren Zielen
  • Sorgfalt bei Dokumentation und regulatorischen Vorgaben

Wo man arbeitet

  • Sparkassen mit zentralem Beratungscenter
  • Genossenschaftsbanken und deren Kundendialogcenter
  • Privat- und Regionalbanken
  • Direktbanken mit Beratungssegment

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, gefolgt von einigen Jahren in der Standardkundenberatung. Für das Individualkundensegment kommt meist der Bankfachwirt oder eine institutseigene Beraterqualifikation hinzu, dazu der Sachkundenachweis für die Wertpapierberatung. Ein wirtschaftswissenschaftliches Studium ist ein alternativer Einstieg, ersetzt die Beratungspraxis aber nicht.

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