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Vertrieb & Verkauf allgemein

Sales

Sales bezeichnet den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen an Kunden – von der ersten Ansprache über das Angebot bis zum Abschluss. Die Rolle arbeitet entweder im Außendienst beim Kunden oder vom Schreibtisch aus per Telefon und Videocall.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Sales verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.800 € 3.400 € 4.200 € 40.800 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.700 € 6.000 € 56.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.000 € 6.500 € 9.000 € 78.000 €

Die Werte sind Gesamtgehälter bei üblicher Zielerreichung; der feste Anteil liegt in den meisten Sales-Rollen bei 70 bis 85 Prozent, in reiner Neukundenakquise auch deutlich niedriger. Entscheidend sind Branche und Produktpreis: Software- und Industriegütervertrieb zahlt spürbar mehr als Handel oder Dienstleistung, tarifgebunden ist nur der Einzelhandel.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht Sales?

Sales ist der Sammelbegriff für alle Rollen, die Umsatz direkt verantworten. Der Kern ist immer derselbe: Bedarf bei einem Kunden erkennen, ein passendes Angebot formulieren, den Preis verhandeln und den Abschluss herbeiführen. Ob das im Ladengeschäft, im Konferenzraum eines Industriekunden oder in einem Videocall passiert, unterscheidet die Ausprägungen, nicht die Aufgabe.

In der Praxis teilt sich das Feld an zwei Linien. Die erste: Neukundengewinnung oder Bestandsbetreuung. Wer neu gewinnt, arbeitet mit Kaltakquise, Leadlisten, Messekontakten und einer Absagequote, die deutlich über der Zusagequote liegt. Wer Bestand betreut, führt Jahresgespräche, sichert Verlängerungen und verkauft zusätzliche Produkte in bestehende Beziehungen hinein. Die zweite Linie: innen oder außen. Der Innendienst kalkuliert Angebote, bearbeitet Anfragen, pflegt das CRM und stützt den Außendienst. Der Außendienst reist in ein festes Gebiet, sitzt beim Kunden und ist an Terminen und Abschlüssen gemessen.

Gemeinsam ist allen Sales-Rollen die Zahl. Monats-, Quartals- und Jahresziele sind schriftlich festgelegt, der Fortschritt ist im System für Vorgesetzte sichtbar, und in der Regel hängt ein Teil des Einkommens daran. Dazu kommt Dokumentation: Gesprächsnotizen, Pipeline-Pflege, Forecast. Wer das vernachlässigt, fällt in Reviews auf.

Wie wird man Sales?

Einen geschützten Ausbildungsweg gibt es nicht. Klassisch ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann im Einzelhandel, jeweils drei Jahre im dualen System. Viele Positionen im gehobenen B2B-Vertrieb setzen ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder einem technischen Fach voraus, weil Produktverständnis verlangt wird.

Der Quereinstieg ist im Vertrieb üblicher als in fast jedem anderen kaufmännischen Feld. Handwerker verkaufen technische Produkte, weil sie die Anwendung kennen. Menschen aus Gastronomie und Pflege bringen Gesprächsführung und Belastbarkeit mit und starten häufig im Innendienst oder in der telefonischen Akquise. Eingearbeitet wird über Produktschulungen, Mitfahrten und feste Probezeitziele.

Was der Beruf verlangt

Der Zieldruck ist real und dauerhaft. Ein schwaches Quartal steht in der Statistik, mehrere schwache Quartale führen zu Gesprächen. Die Fluktuation ist hoch, besonders in Rollen mit reiner Neukundenakquise und hohem Provisionsanteil. Ablehnung gehört zum Alltag; wer sie persönlich nimmt, hält das Tempo nicht.

Im Außendienst kommen Reisezeiten dazu, oft mit Übernachtungen, und Verwaltungsarbeit abends nach den Terminen. Im Einzelhandel und in messeintensiven Branchen fallen Samstage und Abendtermine an. Was vielen schwerfällt, ist die Kombination aus Freiheit und Kontrolle: Die Tagesplanung liegt weitgehend in eigener Hand, das Ergebnis ist trotzdem täglich messbar.

Aussichten

Die Nachfrage nach Vertriebspersonal ist über alle Branchen hinweg konstant hoch, weil Umsatzverantwortung selten intern nachbesetzt werden kann und viele Unternehmen Stellen monatelang offen halten. Entwicklungswege führen vom Innendienst in den Außendienst, von dort in Key Account Management, Gebiets- oder Teamleitung bis zur Vertriebsleitung. Alternativ verläuft die Karriere in die Spezialisierung: Sales Engineering, Bid Management oder Vertriebssteuerung. Wer Zahlen liefert, hat im Vertrieb kürzere Aufstiegswege als in den meisten anderen Funktionen.

Aufgaben

  • Neukunden identifizieren und telefonisch oder per E-Mail ansprechen
  • Bedarf im Kundengespräch aufnehmen und Lösungen vorschlagen
  • Angebote kalkulieren, nachfassen und Preise verhandeln
  • Bestandskunden betreuen und Vertragsverlängerungen sichern
  • Kundendaten, Aktivitäten und Pipeline im CRM pflegen
  • Forecast erstellen und Zielerreichung an die Leitung berichten
  • Messen, Kundentage und Produktschulungen begleiten

Voraussetzungen

  • Kaufmännische Ausbildung, Studium oder einschlägige Vertriebserfahrung
  • Sicheres Auftreten und Ausdauer in Gesprächen mit Ablehnung
  • Verhandlungsgeschick und Verständnis für Preise und Margen
  • Grundkenntnisse in CRM-Systemen und Office-Anwendungen
  • Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft bei Außendienstrollen
  • Englisch bei international tätigen Arbeitgebern

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Software- und IT-Anbieter
  • Groß- und Außenhandel
  • Dienstleister und Agenturen
  • Einzelhandel und Filialorganisationen
  • Homeoffice mit Kundenterminen im Gebiet

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder als Industriekaufmann, oder ein betriebswirtschaftliches Studium. Der Quereinstieg ohne Vertriebsabschluss ist verbreitet und läuft über Produktschulungen, Mitfahrten und eine mehrmonatige Einarbeitung mit festen Zielen. Weiterbildungen wie Fachwirt Vertrieb oder Fachkaufmann Vertrieb bei den Industrie- und Handelskammern ergänzen den Weg.

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