Sales Consultant
Sales Consultants beraten Interessenten und Kunden zu erklärungsbedürftigen Produkten oder Dienstleistungen und führen sie bis zum Abschluss. Die Rolle arbeitet je nach Unternehmen im Außendienst, im Innendienst oder remote per Video und Telefon.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sales Consultant verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.700 € | 6.000 € | 56.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.000 € | 6.300 € | 8.500 € | 75.600 € |
Die Werte gehen von üblicher, nicht voller Zielerreichung aus; der feste Anteil liegt bei Sales Consultants meist zwischen 70 und 80 Prozent, im Automobil- und Finanzvertrieb teils deutlich darunter. Entscheidend für die Höhe sind Branche, Auftragsvolumen der verkauften Produkte und ob ein Bestand übernommen wird oder rein neu akquiriert werden muss.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Sales Consultant?
Ein Sales Consultant verkauft beratend. Am Anfang steht meist eine Anfrage oder ein Lead aus dem Marketing, aus einer Messe oder aus der eigenen Ansprache. Im Erstgespräch klärt der Sales Consultant, welches Problem der Interessent hat, wer im Unternehmen mitentscheidet und welches Budget realistisch ist. Danach folgen Produktdemonstration oder Vor-Ort-Termin, ein individuell kalkuliertes Angebot, Rückfragen zu Preis, Leistungsumfang und Vertragsbedingungen, meist mehrere Nachfassgespräche und schließlich der Abschluss oder die Absage.
Der Alltag besteht zu großen Teilen aus Gesprächen und aus Dokumentation. Jeder Kontakt wird im CRM festgehalten, jede Opportunity bekommt eine Abschlusswahrscheinlichkeit und ein Datum. Aus diesen Daten entsteht die Pipeline, über die im wöchentlichen Forecast-Termin mit der Vertriebsleitung gesprochen wird. Ob die Rolle überwiegend Neukunden gewinnt oder Bestandskunden ausbaut, unterscheidet sich stark: In Softwarefirmen ist der Sales Consultant häufig reiner Neugeschäftsverkäufer, im Automobilhandel oder in der Finanzdienstleistung liegt der Schwerpunkt auf wiederkehrenden Kunden und Empfehlungen. Führungsverantwortung gehört in der Regel nicht dazu.
Wie wird man Sales Consultant?
Einen geschützten Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich sind eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement, als Industriekaufmann oder im Einzelhandel, oder ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder einem fachlich passenden Bereich. Bei technischen Produkten zählt Produktverständnis oft mehr als der Abschluss, deshalb kommen viele aus dem Handwerk, aus dem Service oder aus der Anwendungstechnik.
Der Quereinstieg ist in diesem Beruf üblich und funktioniert. Wer im Einzelhandel, in der Gastronomie oder am Telefon bereits verkauft hat, bringt das mit, was sich am schwersten trainieren lässt: Gesprächsführung und die Bereitschaft, um einen Abschluss zu bitten. Produktwissen und Methodik vermitteln die Unternehmen selbst, meist in einem Onboarding von vier bis zwölf Wochen mit Begleitung durch einen erfahrenen Kollegen.
Was der Beruf verlangt
Die Zielerreichung wird monatlich oder quartalsweise gemessen und ist öffentlich sichtbar. Wer zwei Quartale hinter Plan liegt, gerät in Gespräche, die unangenehm werden können. Ein erheblicher Teil der Arbeit endet ohne Ergebnis, Absagen sind Normalfall und kein Ausnahmefall. Wer das persönlich nimmt, hält den Beruf auf Dauer nicht durch.
Im Außendienst kommen Reisezeiten hinzu, oft mit Übernachtungen. Im Innendienst und im Remote-Vertrieb sind es viele Telefonate und Videotermine hintereinander, was ebenfalls ermüdet. In Handel und Automobilvertrieb gehört Samstagsarbeit dazu. Die Fluktuation ist im Vertrieb höher als in den meisten kaufmännischen Berufen, gerade in den ersten zwei Jahren.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und branchenübergreifend, weil erklärungsbedürftige Produkte weiterhin Menschen brauchen, die sie verkaufen. Standardisierte Transaktionen wandern in Online-Kanäle ab, die beratungsintensiven Geschäfte bleiben. Wer Zahlen liefert, kann sich in Richtung Key Account Management, in größere Deals oder in die Teamleitung entwickeln. Eine zweite Richtung führt in den Sales-Support: Enablement, Vertriebsschulung oder Presales. Ein Wechsel der Branche ist möglich, kostet aber meist ein halbes Jahr Einarbeitung ins Produkt.
Aufgaben
- Leads qualifizieren und Erstgespräche führen
- Bedarf und Entscheidungswege beim Kunden analysieren
- Produktdemonstrationen und Beratungstermine durchführen
- Angebote kalkulieren und Vertragskonditionen verhandeln
- Aktivitäten und Opportunities im CRM pflegen
- Pipeline und Forecast gegenüber der Vertriebsleitung darstellen
- Bestandskunden nachbetreuen und Zusatzbedarf erkennen
- An Messen, Kundenveranstaltungen und Produktschulungen teilnehmen
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung, Studium oder einschlägige Verkaufserfahrung
- Sichere Gesprächsführung und Belastbarkeit bei Absagen
- Verständnis für erklärungsbedürftige Produkte und Bereitschaft zur Einarbeitung
- Strukturierte Arbeitsweise und Disziplin bei der CRM-Pflege
- Führerschein Klasse B und Reisebereitschaft bei Außendienstrollen
- Englischkenntnisse in international tätigen Unternehmen
Wo man arbeitet
- Softwareunternehmen und IT-Dienstleister
- Industrie- und Handelsunternehmen
- Autohäuser und Handelsfilialen
- Finanz- und Versicherungsdienstleister
- Agenturen und Beratungshäuser
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg führt über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung oder ein betriebswirtschaftliches beziehungsweise technisches Studium. Anschließend erfolgt die Einarbeitung im Unternehmen, meist über vier bis zwölf Wochen mit Produktschulung und Begleitung durch erfahrene Kollegen. Quereinsteiger mit Verkaufserfahrung werden regelmäßig eingestellt und über interne Programme qualifiziert.
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