Was hier gearbeitet wird
Vermittlung und Verkauf von Immobilien: Wohnungen und Häuser im Bestand, Neubauprojekte für Bauträger, Gewerbeflächen, dazu die Vermietung. Die Arbeit besteht aus Objektakquise, Bewertung, Exposé, Besichtigungen, Verhandlung und Begleitung bis zum Notartermin.
Der Teil, den Anzeigen selten betonen: Der Verkauf ist die zweite Hälfte des Geschäfts. Die erste ist die Akquise der Objekte – ohne Zugang zu Eigentümern gibt es nichts zu verkaufen, und daran entscheidet sich, ob jemand in diesem Feld Fuß fasst.
Der Weg hinein
Die Tätigkeit ist erlaubnispflichtig: Wer gewerblich vermittelt, braucht nach § 34c GewO eine Erlaubnis. Bei Anstellung in einem Maklerhaus deckt dessen Erlaubnis die Tätigkeit ab; wer selbständig anfängt, beantragt sie selbst.
Einen vorgeschriebenen Ausbildungsweg gibt es nicht. Üblich sind die Ausbildung zum Immobilienkaufmann, eine kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung oder ein Quereinstieg aus dem Vertrieb. Für den Bauträgervertrieb wird technisches Verständnis erwartet, weil dort Grundrisse, Baubeschreibungen und Sonderwünsche verhandelt werden.
Wie die Arbeit aussieht
Abend- und Samstagstermine sind der Normalfall, weil Besichtigungen dann stattfinden, wenn Kunden Zeit haben. Die Tageseinteilung ist frei, die Erreichbarkeit dafür hoch.
Das Vergütungsmodell ist der wichtigste Unterschied zwischen zwei Anzeigen. Es gibt angestellte Berater mit Fixum und Beteiligung, es gibt reine Provisionsverhältnisse, und es gibt Mischformen mit einem Vorschuss, der später verrechnet wird. Seit der Reform der Maklerprovision im Wohnimmobilienverkauf wird die Courtage in aller Regel geteilt – das hat die Erträge je Abschluss verändert und wirkt bis in die Provisionsmodelle der Beschäftigten hinein.
Vor der Bewerbung
Fragen Sie nach der Herkunft der Objekte: Kommt die Akquise aus dem Haus, aus Portalen, aus Zukauf von Adressen oder soll sie der Neue selbst leisten? Und fragen Sie nach dem Vorschuss – ob er rückzahlbar ist, wenn Abschlüsse ausbleiben.
Ein Angebot, das ausschließlich über die erreichbare Provisionshöhe spricht, hat zu diesen beiden Fragen nichts gesagt.
Bestand, Neubau und Gewerbe
Die drei Teilmärkte verlangen Unterschiedliches. Im Bestand ist die Akquise die Hürde und die Bewertung das Handwerk; verkauft wird an Privatleute, oft in einer Lebenslage, die Rücksicht verlangt – Erbschaft, Trennung, Umzug ins Heim.
Im Neubauvertrieb für Bauträger ist die Akquise gelöst: Die Objekte stellt das Haus. Dafür wird nach Plan verkauft, also gegen die Vorstellungskraft des Kunden, und die Fertigstellung liegt Jahre nach der Unterschrift. Verzögerungen am Bau landen im Postfach des Vertriebs.
Im Gewerbebereich – Büro, Logistik, Einzelhandelsflächen – zählen Rendite, Mietvertragslaufzeiten und Bonität der Mieter. Das ist kaufmännische Arbeit mit langen Zyklen und der Teilmarkt, in dem eine einschlägige Qualifikation am ehesten verlangt wird.
Was sich gerade verändert
Die Zinswende hat die Transaktionszahlen im Wohnbereich spürbar zurückgehen lassen, und das trifft dieses Feld unmittelbar: weniger Abschlüsse bei gleichem Aufwand je Objekt. Wer heute einsteigt, sollte damit rechnen, dass die Zahl der Verkäufe je Jahr niedriger liegt als in den Vergleichszahlen, mit denen ein Haus wirbt – die stammen häufig noch aus den Jahren davor.
Das ist kein Grund gegen das Feld, aber ein Grund, die Frage nach dem Fixum ernster zu nehmen als in einem Aufschwung.