Was hier steht
Dieser Bereich sammelt die Anzeigen, deren Titel zwar eindeutig Vertrieb sagt, aber nicht, welcher. „Mitarbeiter Vertrieb (m/w/d)", „Sales Manager", „Verkaufsprofi gesucht" – die Stelle ist real, die Bezeichnung gibt nur nichts her.
Das ist kein Restposten. Ein erheblicher Teil des deutschen Vertriebsmarkts wird so ausgeschrieben, gerade von mittelständischen Häusern, in denen eine Vertriebsstelle ohnehin alles umfasst: Innendienst am Vormittag, Kundentermin am Nachmittag, Messe im Herbst. Für kleinere Organisationen ist die unscharfe Bezeichnung ehrlicher als eine erfundene Spezialisierung.
Wie sich eine knappe Anzeige lesen lässt
Drei Angaben im Text sagen mehr als die Überschrift.
Erstens die Frage nach der Reisetätigkeit. Steht dort ein Prozentsatz, ein Gebiet oder ein Dienstwagen, ist es Außendienst, gleich wie die Stelle heißt. Steht nichts davon, ist es überwiegend Innendienst.
Zweitens die Frage nach der Herkunft der Kunden. „Betreuung des bestehenden Kundenstamms" ist ein anderer Beruf als „Aufbau eines eigenen Kundenkreises", und der Unterschied entscheidet über die ersten zwei Jahre.
Drittens die Vergütung. Ein genannter Fixanteil ist ein gutes Zeichen; eine Anzeige, die ausschließlich über erreichbare Gesamtvergütung spricht, hat zur Sicherheit des Einkommens nichts gesagt.
Der Weg hinein
Weil das Feld so breit ist, ist es auch das offenste. Eine kaufmännische Ausbildung ist der übliche Hintergrund, Quereinstieg ist verbreitet, und Berufserfahrung aus Handel, Handwerk oder Gastronomie wird häufiger angerechnet, als Bewerber vermuten – überall dort war Kundenkontakt die Hauptsache.
Vor der Bewerbung
Nutzen Sie die Unschärfe. Eine Anzeige, die den Zuschnitt offen lässt, lässt ihn oft tatsächlich offen: In kleineren Häusern wird die Stelle um die Person herum gebaut, die kommt. Das ist die Gelegenheit, im Gespräch den Anteil an Innen- und Außendienst selbst mitzugestalten – vorausgesetzt, man fragt danach.
Zur Vorbereitung: Gehalt verhandeln und Der Lebenslauf.
Warum es diesen Bereich gibt
Er ist keine Verlegenheitslösung, sondern eine Entscheidung gegen ein schlechteres Ergebnis. Ohne ihn fiele jede Anzeige, deren Titel nur „Vertrieb" oder „Sales" sagt, in das Sammelbecken „Weitere" – und ein Sammelbecken, das ein Fünftel des Bestands enthält, ist keine Restgröße mehr, sondern die zweitgrößte Rubrik der Seite. Die ehrlichere Lösung ist eine Rubrik, die sagt, was sie ist: Vertrieb, Zuschnitt offen.
Ein Teil dieser Anzeigen ließe sich mit mehr Aufwand feiner einsortieren, indem der Anzeigentext mitgelesen wird statt nur der Titel. Das ist bewusst nicht gemacht: Im Fließtext steht in fast jeder Vertriebsanzeige irgendwo „Außendienst" oder „Key Account", auch wenn die Stelle beides nicht ist. Eine Zuordnung, die daraus schließt, wäre genauer aussehend und tatsächlich falscher.
Was das für die Suche heißt
Wer einen bestimmten Zuschnitt sucht, sollte diesen Bereich trotzdem durchsehen. Er enthält vollwertige Außendienst-, Innendienst- und Key-Account-Stellen, die nur ungenau betitelt sind – und das sind häufig gerade die Anzeigen kleinerer Häuser, die weniger Bewerbungen erhalten.